BRK ist auf die Ski-WM vorbereitet

In der Einsatzzentrale laufen die Fäden zusammen; hier werden Personal und Material koordiniert. Foto: Ilka Trautmann

Die Gesichter sind angespannt, die Ansagen kurz und präzise, konzentriert werden die eingehenden Meldungen aufeinander abgestimmt. Zwölf BRK-Kräfte haben dieser Tage ein Führungs-Simulations-Training durchgespielt, das ihnen alles abverlangte: Auf einer vollbesetzten Zuschauertribüne an der Kandahar wurde eine Massenpanik angenommen, mit vielen Verletzten . . .

In Vorbereitung auf die Ski-WM spielen die Rettungskräfte verschiedene Szenarien durch. „Wichtig ist, Hilfe zur richtigen Zeit am rich- tigen Ort und mit den entsprechenden Ressourcen zu organisieren“, erklärt Arnd Hansen vom BRK-Kreisverband. Von der Alarmierung, über Transportkapazitäten bis hin zur Einrichtung einer Sammelstelle muss vieles bedacht werden. „Die Logistik eines solchen Einsatzes ist entschei- dend“, weiß Andreas Geuther, der als Koryphäe im Katastrophenschutz gilt und die Übung beobachtet. „Wenn 96 Fahrzeuge aus dem gesamten Bereich von Weilheim bis Garmisch losrauschen, sind die Zufahrten zum Kreuzeck-, Alpspitzgebiet im Handumdrehen verstopft. Also müssen unsere Führungskräfte wie Fluglotsen die einzelnen Fahrzeuge und Sanitätszüge lenken und koordinieren.“ Die zum Einsatz kommenden Fahrzeuge und Hubschrauber werden als Nummern auf eine große Karte gepinnt – nun liegt auch die Lageeinschätzung vor. Nachdem ein Großteil der Besucher die Tribüne unverletzt verlassen hat, werden 50 Verletzte angenommen;  die ersten werden bereits von der Schadensstelle abtransportiert. Weiterer Material- und Personalbedarf wird gemeldet, die Einsatzkräfte entsprechend ins Gebiet gelenkt. Die rasch eingerichtete Betreuungssammelstelle, in der Notärzte, Sanitäter und Kräfte des KID arbeiten, meldet Bedarf an Getränken und Essen. Der Abtransport weiterer Verletzter wird durchgespielt, bis die Schadensstelle frei von Patienten ist . . . Großeinsätze mit bis zu 50 oder 60 Verletzten werden beim BRK immer wieder geprobt, ein solcher Einsatz kann bei jedem Busunfall oder wie zuletzt bei einem Hotelbrand (zum Glück ohne Personenschaden) jederzeit auftreten. „Wir werden zur Ski-WM das Rad auch nicht noch einmal neu erfinden müssen, aber es ist immer gut, wenn man die eigenen Strukturen und die Einsatzkette noch einmal überprüft“, macht Geuther deutlich.

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