Entscheidung fällt am Samstag online

Bekommt Garmisch-Partenkirchen die Ski-WM 2025?

Flaggen Feier Ski WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen
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Die Ski WM wurde zuletzt 2011 in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen. Der Ort hat damals eindrucksvoll bewiesen, dass man Ski WM kann.

GAP - Kann am Tag der Deutschen Einheit in Garmisch-Partenkirchen gejubelt werden? Das ist die große Frage. Der Countdown läuft: Seit Dienstag findet die FIS-Herbsttagung statt – allerdings wegen Corona nur online. Am morgigen Samstag, 3. Oktober, fällt die große Entscheidung: Wer wird Austragungsort der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2025? Saalbach-Hinterglemm, Crans-Montana oder Garmisch-Partenkirchen?

Die Österreicher sind der Favorit, wenn man sich umhört. Doch im Sport scheiterten schon viele Favoriten. FIS-Präsident Gian Franco Kasper wird morgen gegen 17.30 Uhr die Entscheidung bekanntgeben. Ursprünglich hätten die Titelkämpfe im Mai auf dem später abgesagten Kongress des Internationalen Skiverbandes (FIS) in Pattaya vergeben werden sollen, wegen der Corona-Pandemie findet die Zeremonie nun online statt.

Ski WM zuletzt 2011 in Garmisch-Partenkirchen

In Garmisch-Partenkirchen fanden die Weltmeisterschaften zum letzten Mal 2011 statt. 1978 waren die Titelkämpfe erstmals unter der Alpspitze durchgeführt worden. Sollte der Ort im Werdenfelser Land den Zuschlag bekommen, planen die Organisatoren ein permanentes Zielstadion neben der Kreuzeckbahn. Laut Projektidee hätte das Zielstadion 5.000 Sitzplätze sowie insgesamt ein Fassungsvermögen von mindestens 10.000 Zuschauern. Alle WM-Strecken würden dort enden, die Kandahar-Abfahrt hätte im unteren Streckenteil also einen veränderten Verlauf als bislang im Weltcup.

Die Salzburger hoffen ihrerseits, dass die Skifamilie nach über 30 Jahren wieder im Glemmtal heimisch wird. 1991 hatten die Titelkämpfe dort stattgefunden. Sie gingen als „Sonnen-WM“ in die Geschichte ein. Die Wettbewerbe standen ganz im Zeichen von Petra Kronberger und Stephan Eberharter. Für die Gastgeber gab es fünf Goldmedaillen und jeweils drei Silber- und Bronzemedaillen. 2013 war zuletzt ein österreichischer Ort mit Schladming Gastgeber der WM gewesen. Bei der Wahl zum Gastgeber 2023 waren sie zuletzt mit 6:9 Stimmen gegen Méribel-Courchevel unterlegen.

In Crans Montana war die Ski-WM bisher einmal, im Jahre 1987 ausgetragen worden. Damals wurden erstmals Medaillen im Super-G vergeben. Die Schweizer waren die überragende Nation und holten daheim acht von zehn Goldmedaillen. 2017 war die Schweiz zuletzt mit St. Moritz Gastgeber einer Ski-WM gewesen. Die nächsten beiden Weltmeisterschaften finden 2021 in Cortina d’Ampezzo (Italien) und 2023 in Méribel-Courchevel (Frankreich) statt.

Bewerbungsvideo und Fragenrunde

Als erstes gehen am Samstag die Schweizer ins Rennen. Zunächst wird ein zehn Minuten langes Bewerbungsvideo gezeigt, dann folgen fünf Minuten Fragen der FIS-Council-Mitglieder. Um 16.05 Uhr ist Garmisch-Partenkirchen dran. Zehn Minuten Video unter dem Motto: „Heroes of the Kandahar“. Im Video treten Hermann „Herminator“ Maier aus Österreich und die gebürtige Garmisch-Partenkirchnerin Maria Höfl-Riesch auf. Maier hatte auf der Kandahar seinen ersten von insgesamt 54 Weltcupsiegen gefeiert. Höfl-Riesch gewann die Abfahrtsgeneralprobe 2010 auf der Kandahar und wurde bei der WM 2011 jeweils Dritte in Abfahrt und Super-G sowie Vierte im Slalom. Sie tritt als WM-Botschafterin auf und sagte, es sei ihre eine „große Ehre“. Nach dem Film folgen fünf Minuten Fragen.

Online-Abstimmung der FIS-Entscheider

Nach einer Pause kommt Saalbach mit Video und Fragen dran. Danach beraten die FIS-Entscheider aus aller Welt kurz und stimmen virtuell ab. Eine absolute Mehrheit ist notwendig. Es kann gut sein, dass nach dem ersten Durchgang keine Entscheidung gefallen ist und es in einer zweiten und entscheidenden Runde zwischen den beiden Orten mit den meisten Stimmen zum Showdown kommt.

Als die Werdenfelser zuletzt die Weltmeisterschaften ausrichten durften, hatten sie sich mit 9:6 Stimmen gegen den einzigen Konkurrenten Schladming durchgesetzt.
Titus Fischer

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