Lifte und Bergbahnen müssen in Garmisch-Partenkirchen nun bis 10. Januar außer Betrieb bleiben

Skisaison findet im Jahr 2020 nicht mehr statt

Skipistenraupe
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Eigentlich sollte die Wintersportsaison auf dem Zugspitzplatt schon laufen . . . Inzwischen ist klar, dass bis zum 10. Januar nicht daran zu denken ist.

Italien, Frankreich und Deutschland hatten bereits vor Tagen eine europaweite Schließung der Skigebiete über die Feiertage vorgeschlagen und halten daran fest. Der ausgeweitete Teil-Lockdown in Deutschland schafft jetzt entsprechende Tatsachen. 

GAP / Region – Italiens Ministerpräsident Conte hatte mit seinem Vorschlag, die Skigebiete generell bis zum 10. Januar geschlossen zu halten, einen Streit unter den Alpenländern ausgelöst. Die Wogen haben sich inzwischen geglättet. Österreich will zwar seine Skgebiete an Weihnachten öffnen, verhängt aber gleichzeitig vom 7. Dezember an bis zunächst 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden. Hotels und Gastronomie bleiben in unserem Nachbarland ebenfalls bis in den Januar geschlossen – damit ist der (Ski-)Tourismus weitgehend eingedämmt. Österreich hat ein konsequentes Grenzregime angekündigt. Nur in der Schweiz setzt man auf Schutzkonzepte und will – zum momentanen Stand – die Wintersaison stattfinden lassen.

Italien, Frankreich und Deutschland hatten bereits vor Tagen eine europaweite Schließung der Skigebiete über die Feiertage vorgeschlagen und halten daran fest. Der ausgeweitete Teil-Lockdown in Deutschland schafft jetzt entsprechende Tatsachen. Mit dem Wintersportverbot sind große Einbußem im Tourismus vorprogrammiert. Matthias Stauch, Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen und Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB):„Nicht nur uns trifft diese Entscheidung hart: Auch Hotellerie, Gastronomie, Skischulen und Skiverleihe sind direkt betroffen.“ Der erfolgreiche Sommer und gut funktionierende Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen hatten ihn optimistisch auf die Skisaison blicken lassen – nun sieht Stauch für die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) schwerwiegende Konsequenzen.

Enttäuscht äußert sich auch Bürgermeisterin Elisabeth Koch, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der BZB: „Leider wurde es bisher versäumt, mit harten aber zeitlich begrenzten Maßnahmen das Infektionsgeschehen so einzudämmen und zu reduzieren, dass in der nun beginnenden Wintersaison ein Skibetrieb – wohlgemerkt Skifahren ist ein Freiluftsport – unter Einhaltung von Hygieneregeln grundsätzlich hätte möglich sein können.“

Die Schließung der Skigebiete werde dazu führen, dass vermehrt Skifahrer und Tourengeher unkontrolliert auf den Pisten unterwegs sind und sich auch in ungesicherten Bereichen bewegen werden. Elisabeth Koch: „Ich hege zudem Zweifel daran, ob die Schließung im Vergleich zum ‚Lockdown light‘ angemessen und rechtskonform ist. Einerseits lässt man es zu, dass die Menschen sich frei bewegen und andererseits verbietet man ihnen, den Zugang zur Natur geordnet mittels Seilbahnen und Liften bewerkstelligen zu können.“ Sie verweist darauf, dass die Berg­bahnen und Skilifte viel Geld in die Hand genommen und wirksame Hygienekonzepte erarbeitet und umgesetzt hätten. „All diese Bemühungen wurden mit einem Schlag zunichte gemacht.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte von Anfang an – ebenso wie Bundeskanzlerin Merkel – den italienischen Vorstoß unterstützt. Die Schließung der Skigebiete in unserer Region verschieben einen Saison­start in weite Ferne. Der Skitourismus wurde ausgebremst, denn Wintersportler und Tagestouristen, die auch nur kurz in ein Risikogebiet ins Ausland reisen, sollen in Bayern zudem verpflichtend in Quarantäne. tra

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