Amtshilfe der Gebirgsjägerbrigade 23

Soldaten im Einsatz gegen das Coronavirus

Leitstelle Gebirgsjägerbrigade 23 für Corona-Amtshilfe
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Oberstabsgefreiter Philipp Gernhardt an seinem Arbeitsplatz. Im Hintergrund: Oberstabsgefreiter Naemi Nuber.

Mittenwald / Region ‒ Derzeit unterstützen 200 Soldaten und Soldatinnen der Gebirgsjägerbrigade 23 die Gesundheitsämter bei Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Insgesamt rund 400 Soldaten leisten Amtshilfe im Regierungsbezirk Oberbayern und Schwaben. Tendenz steigend. Etwa 200 Angehörige der Gebirgsjägerbrigade 23 gehören dazu. Die Unterstützungsleistungen für Oberbayern und Schwaben werden im Krisenreaktionszentrum der Gebirgsjägerbrigade 23 zusammengeführt und geleitet. Dem Krisenreaktionszentrum stehen circa 1.300 Kräfte in verschieden Bereitschaftsgraden zur Amtshilfe zur Verfügung.

Regionalität – Schlüssel zu Schnelligkeit und Effizienz

Die Soldaten können aufgrund ihrer Stationierung vor Ort schnell und effizient mit viel „Man-Power“ eingesetzt werden. Genau dort, wo sie gebraucht werden. „Ich war sehr erstaunt, wie schnell und unkompliziert die Bundeswehr geholfen hat. Die Soldaten wurden innerhalb von zwei Tagen dem Landratsamt zur Verfügung gestellt. Sie haben von Anfang an gezeigt, dass sie sehr motiviert sind und selbstständig die richtigen Fragen gestellt“, beschreibt Arthur Steinbach, Personalleiter des Landratsamtes Berchtesgadener Land, die Zusammenarbeit.

Das Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald hilft in Rosenheim und Miesbach. Die Gebirgssoldaten leisten zum großen Teil auch am Wochenende Dienst. So könne auch das Personal des Landratsamtes, welches zuvor monatelang Sieben-Tage-Wochen gehabt habe, etwas entlastet werden, so Arthur Steinbach weiter.

Unterstützung beim Contact Tracing

Die Soldaten helfen in den Gesundheitsämtern beim Nachverfolgen von COVID-19 Infektionsketten. Dabei telefonieren sie unter anderem mit Kontaktpersonen der Kategorie 1 und sogenannten Indexpersonen (positiv getestete Personen). Sie fragen nach dem Gesundheitszustand. „Das Contact Tracing ist eine sinnvolle Tätigkeit, die ich gerne ausführe. Ich freue mich, dass ich den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) am Landratsamt Neu-Ulm bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützen darf“, erläutert Oberstabsgefreiter Philipp Gernhardt vom Gebirgsversorgungsbataillon 8 aus Füssen. Zusätzlich unterstützen sie das Gesundheitsamt bei der EDV-Pflege zur Meldung der aktuellen Zahlen an das Robert-Koch-Institut. Sie übersenden auch die Allgemeinverfügungen an Betroffene nach Kundgabe von Quarantäneverpflichtungen. Darüber hinaus erzählt Feldwebel Felix Scheidhammer aus der 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231, der derzeit im Gesundheitsamt Bad Reichenhall seinen Dienst leistet: „Wir bearbeiten die Rückläufer der Telefonisten. Das bedeutet: Wenn es Probleme bei der Kontaktaufnahme gibt oder fehlerhafte Angaben gemacht wurden, wird der Fall an uns weitergeleitet und wir versuchen die Personen zu erreichen. Entweder durch interne Recherche, durch Mithilfe der Polizei oder auch einfach durch Suchen der Kontaktdaten im Telefonbuch.“

Verschiebung von Einsatzschwerpunkten

Zu Beginn der COVID-19-Amtshilfe im Frühjahr unterstützten die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 vor allem öffentliche Pflegeeinrichtungen im Rahmen administrativer Tätigkeiten und beim Transport von Schutzausstattungen und Flächendesinfektionsmittel. Anschließend verlagerte sich der Amtshilfeeinsatz in Testzentren und -stationen. Auch dabei unterstützen die Soldaten ausschließlich administrativ, wie zum Beispiel bei der Datenaufnahme, Registrierung oder beim Verkehrsablauf. Derzeit liegt der Schwerpunkt der Personalunterstützung bei der Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern. „Trotz dieser schwierigen Zeiten, ist die Unterstützung im Gesundheitsamt sehr zufriedenstellend. Man fühlt sich gebraucht“, erklärt Stabsgefreiter Adrian Quadt aus der 3. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231. Neben der Corona-Amtshilfe stellt die Gebirgsjägerbrigade 23 derzeit etwa 450 Soldaten für die Auslandseinsätze der Bundeswehr oder einsatzgleiche Verpflichtung. Des Weiteren bereiten sich derzeit etwa 250 Gebirgssoldaten für die kommenden Auslandseinsätze ab April 2021 vor.
Sarah Hofmann

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