Neue Ausstellung zu der Malerin Electrine von Freyberg in Garmisch-Partenkirchen

Sonderausstellung im Aschenbrenner-Museum

Museumsleiterin
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Museumsleiterin Karin Teufl auf der Spur einer außergewöhnlichen Künstlerin.

GAP – Fachbücher und Kunstbände stapeln sich neben Laptop und Bildschirm, mit übergestreiften Baumwollhandschuhen werden wertvolle Zeichnungen, Gemälde, Briefe und andere diverse Leihgaben sortiert und den Vitrinen zugeordnet. Es herrscht Arbeitsatmosphäre im großen Sonderausstellungsraum in der ersten Etage des Marianne-Aschenbrenner-Museums, Loisachstraße 44.

„Einfach toll, endlich wieder planen und vorbereiten zu dürfen“, freut sich Museumsleiterin Karin Teufl nach monatelanger, Corona bedingter Durststrecke. Sie wird beim Recherchieren und Kuratieren der neuen Sonderausstellung, die der Malerin Electrine von Freyberg (1797 -1847) gewidmet ist, von ihrer Mitarbeiterin Jutta Straßenmeyer tatkräftig unterstützt.

„Auf die geschätzte Münchner Künstlerin der Goethezeit waren wir schon länger aufmerksam geworden, denn sie weilte, wohl auch aus gesundheitlichen Gründen, ab 1830 mehrfach in Partenkirchen und war hier zu Kuren im Kainzenbad“, erklärt Teufl. Die Region hat sie geprägt. Eine beeindruckende Zahl an Zeichnungen und Bildern von Ort und Umgebung, der Bergwelt und den hier lebenden Menschen belegen dies. Sie sind wichtige Zeugnisse über die frühe Zeit des Tourismus im Werdenfelser Land. Gute Gründe für die Museumsleiterin sich zusammen mit Straßenmeyer auf Spurensuche der talentierten Electrine Stuntz, wie sie mit Mädchennamen hieß, zu begeben. Bereits mit 13 Jahren fertigte diese in der Steindruckerei ihres Vaters Lithographien an, die große Beachtung fanden, hochgelobt wurden. Wegen ihres überragenden Talentes war sie eine der ersten beiden Frauen, die 1813 in die königliche Akademie der Künste in München aufgenommen wurden. Bis dahin war die renommierte Ausbildungsstätte nur männlichen Bewerbern zugänglich. Der Vater förderte ihre Begabung geschickt. Er sicherte sich die Gunst des bayerischen Königs Max I. Josef und konnte so mit seiner Tochter zu Studienzwecken nach Paris und Rom reisen.

Sie wird eine weithin bekannte Malerin, auf die selbst Goethe aufmerksam wurde. In einem Weimarer Kunstjournal wird geschwärmt: „Fleiß und Talent: Wo sich aber Beides vereinigt, erscheint die Meisterschaft in ihrem schönsten Glanze. So bei Electrine Stuntz, diesem täglich schöner sich entfaltenden Kunstgenie“. Bald kann die emanzipierte Frau ihren Lebensunterhalt mit ihrem Können selbst verdienen, sich in München-Thalkirchen ein Grundstück kaufen und dort eine Villa mit Atelier bauen lassen.

In der Ausstellung soll aber auch die große Liebe zwischen der jungen Künstlerin und dem adeligen Wilhelm von Freyberg erzählt werden. Ihr ehrgeiziger Vater und das adlige Elternhaus ihres späteren Ehemannes standen der Verbindung lange im Weg. 1823 durfte das Paar endlich heiraten. „Ihr besticktes Hochzeitskleid im Empire-Stil wird in der Ausstellung zu sehen sein“, verrät Teufl. Circa 100 Exponate, Leihgaben aus dem Familienbesitz, aber auch aus Museen und Kunstsammlungen, in denen Electrine von Freyberg vertreten ist, geben Zeugnis über eine ungewöhnliche Malerin, über ihre Epoche, aber auch über die Künstlerszene im Werdenfelser Land. Seit 8. Juli ist die Sonderausstellung, die bis 7.11.2021 zu sehen sein wird, geöffnet.

www.museum-aschenbrenner.de sm

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