Sozialministerin Haderthauer ließ sich über die "Werdenfelser Werkstätten" der KJE informieren

Ministerin Christine Haderthauer, Ronald Kühn (KJE), Landrat Harald Kühn. Foto: Ilka Trautmann

Viele Einladungen müsse sie ablehnen, bekannte Sozialministerin Christine Hader-thauer;  um so mehr freute man sich, dass sie Zeit fand, Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. (KJE) in Garmisch-Partenkirchen zu besuchen, bevor sie am Abend in Murnau auf einer CSU-Veranstaltung sprach.

Die Ministerin war aufgeschlossen und interessiert, sie fragte beim Rundgang durch die Werdenfelser Werkstätten nach Details und suchte im nahegelegenen Wohnheim den Kontakt zu Bewohnern und Betreuern. „Sie können stolz auf das Erreichte sein. Man spürt, dass der Mensch hier im Mittelpunkt steht“, sagte Hader-thauer. KJE-Geschäftsführer Ronald Kühn, der 2. Vorsitzende Hans Wieland und Werkstattleiter Peter Pfeiffer konnten mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. 130 Menschen mit Behinderung sind in den Werkstätten tätig; 33 Mitarbeiter fördern nach individuellen Plänen ihre Ausbildung und ihren Einsatz. Ziel ist die Vermittlung auf den freien Arbeitsmarkt oder auf einen Dauerarbeitsplatz in den Werkstätten. Peter Pfeiffer berichtete, dass die Betreuten nach ihren Wünschen und Fähigkeiten eingesetzt werden, um ein hohes Maß an Selbstvertrauen und Zufriedenheit zu erreichen. Das hörte die Ministerin mit Freude: „Der Mensch mit seinen Fertigkeiten steht im Mittelpunkt, die Arbeitsplätze müssen daran angepasst werden.“ Dass der KJE auch die weiterführende Betreuung ein wichtiges Anliegen ist, zeigte der Besuch im Wohnheim „Martinswinkel“. 16 Bewohner fühlen sich in dem neuen, architektonisch gelungenen Zuhause sehr wohl – sie hießen den hohen Gast in den großzügigen Gemeinschaftsräumen willkommen und zeigten gern ihre eigenen Zimmer. Landrat Harald Kühn, den als Bezirksrat insbesondere die finanzielle Sicherung des sozialen Sektors sorgt, bat Sozialministerin Haderthauer über neue Finanzierungsstrukturen nachzudenken. „Mit Einsparungen kommen wir in diesem Bereich nicht weiter“, so Kühn. Das Problem hat auch die Ministerin erkannt: „Die Ausgaben steigen, weil einfach ein Mehrbedarf da ist und weiter entstehen wird.“ Außerdem ärgert sie sich, „dass der soziale Sektor immer nur als Kostenfaktor gesehen wird. Dabei werden hier wichtige Arbeitsplätze geschaffen.“

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