Spatenstich für Kandahar-Express

„Das ist ein Aushängeschild für unser Skigebiet.“ Für Peter Theimer ist das neue Bauprojekt der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB) ein Grund zur Freude. Die kuppelbare Vierersesselbahn, die die in die Jahre gekommene Kreuzjochbahn sowie den Olympia-Schlepplift ersetzen wird, erhöht nach Meinung des kaufmännischen Vorstandes sowohl den Komfort für die Wintersportler im Classic-Skigebiet als auch für die Rennsportler. Dieser Aussage kann Bürgermeister Thomas Schmid nur beipflichten: „Die neue Bahn wird das I-Tüpfelchen unseres optimierten Classic-Gebietes und für Garmisch-Partenkirchen wird der Werbeträger Kandahar weiter aufpoliert.“ Dem Aushängeschild des Austragungsortes der FIS Alpine Ski-WM 2011 wird auch bei der Namensgebung für die neue Bahn Rechnung getragen: Mit dem Spatenstich am 10. Juni heißt sie offiziell „Kandahar-Express“.

Laut Peter Theimer ist die Anlage, die 2000 Personen in der Stunde befördern kann, mit 8 Millionen Euro fast so teuer wie die Hausbergbahn. „Ein finanzieller Kraftakt für die Bayerische Zugspitzbahn, an dem sich auch das WM-OK sowie Bund und Land mit Zuschüssen beteiligen.“ Der Bau für die Anlage hat inzwischen begonnen. „Derzeit wird im begleitenden Pistenbau im Bereich der Tal- und Mittelstation gearbeitet. Danach werden die Fundamente der Bergstation sowie einzelner Stützen erstellt“, erklärt Peter Huber, Technischer Vorstand der BZB. Parallel dazu wird mit der Talstation, die etwas unterhalb der Talstation des Olympia-Schleppliftes stehen wird, begonnen. Eine besondere Herausforderung stellt die Mittelstation dar, die im Bereich der legendären „Kurve“ der alten Kreuzjochbahn entstehen soll. „Aufgrund der geologischen Rahmenbedingungen und dem entsprechenden Platzbedarf ist die Umsetzung nicht ganz einfach. Hier sind jedoch die notwendigen Erfahrungen aus den vergangenen Bautätigkeiten eingeflossen“, erläutert Huber. Die Mittelstation hat den Vorteil, „dass von hier aus der Damenstart bedient werden kann. Schwächere Wintersportler, die sich den Kreuzjochhang nicht zutrauen, steigen ebenfalls hier aus. Für den Herrenstart auf der Kandahar fährt man bis ganz nach oben,“ erklärt Peter Theimer. Für Bürgermeister Thomas Schmid ist der neue „Kandahar-Express“ nicht nur bei der Abwicklung der Weltcuprennen sowie der WM 2011 wichtig: „Im Zuge der anstehenden Olympia-Bewerbung München 2018 ist die Anlage absolut notwendig." Dies sieht auch Michael Veith so, der die alte Kreuzjochbahn gut kennt: „Der Neubau der Anlage ist unerlässlich, sowohl für Freizeitsportler, als auch für den Rennsport. Nichts desto trotz habe ich schöne Erinnerungen an die alte Kreuzjochbahn. Ich habe mich bei der Weltmeisterschaft auf dem Starthang für das Abfahrtsrennen eingefahren und während der Fahrt mit der Bahn nach oben den Streckenverlauf immer wieder rekapituliert,“ erzählt die Skilegende, die 1978 WM-Silber in der Abfahrt auf der Kandahar gewann und deshalb beim Spatenstich als Gast mit dabei war. „Wenn alles nach Zeitplan läuft, sind wir für einen frühen Winterbeginn gerüstet und können dann den Rennläufern und unseren Gästen eine moderne kundenfreundliche Bahn präsentieren“, freuen sich die Verantwortlichen. Nostalgiker, die sich ein Stück alte Kreuzjochbahn mit nach Hause nehmen wollen, sollten sich den 10. Juli 2009 vormerken. An diesem Tag findet an der CaféBar Kandahar (in der Talstation Kreuzeckbahn) die Versteigerung von 50 Kreuz-jochbahn-Sesseln statt. Ab 16 Uhr heißt es „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ für die nostalgischen Sitze – der Erlös kommt einem gemeinnützigen Zweck zu Gute . . .

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