Ministerin kam zum Spatenstich für das 5,6 Millionen teure Projekt der Wasserkraft Großweil GmbH

Innovatives Schachtkraftwerk

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Startschuss für den Bau des weltweit ersten Schachtkraftwerks in freier Natur: Großweils Bürgermeister Manfred Sporer, TU-Professor Peter Rutschmann, Günther Rösch von den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen, Landrat Anton Speer, Ministerin Ilse Aigner und Wodan Lichtmeß von den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen sowie Markus Pöttinger vom Kraftwerk Farchant (von links) beim Spatenstich.

Großweil – In einem Jahr könnten alle Haushalte in der Gemeinde Großweil mit emissionsfreiem Strom versorgt werden. Vergangenen Freitag fiel mit dem Spatenstich am Loisachwehr „Raue Rampe“ der Startschuss für den Bau eines Schachtkraftwerks, eine von der TU München in mehrjähriger Forschung entwickelte Weltneuheit.

Das als besonders naturverträglich geltende Wasserkraftwerk wird als Prototyp an der Lois­ach in Großweil erstmals in freier Natur umgesetzt und soll 600 Haushalte mit einer Leistung von 420 Kilowatt und einer jährlichen Energieerzeugung von 2,4 Gigawattstunden versorgen.

„Acht Jahre haben wir unser Baby großgezogen und vor Anfeindungen geschützt“, sagte TU-Professor Peter Rutschmann. „Das Schachtkraftwerk wird die Wasserkraft revolutionieren“, verkündete Rutschmann, an dessen Lehrstuhl die Innovation entwickelt wurde. Anders als konventionelle Wasserkraftwerke fällt es weder optisch noch akustisch auf. Die Turbine sitzt in einem Schacht unter Wasser, das von oben auf sie herabfällt und danach ins Flussbett zurückfließt. Den größten Vorteil des ökologischen Kraftwerks sieht der Wissenschaftler im Schutz von Fischen, die an einem eigens entwickelten Rechen horizontal entlang schwimmen und durch Öffnungen im Schacht unbeschadet absteigen können. Dass nun in Großweil ein Prototyp in einem Natura-2000-Gebiet realisiert wird, erfüllt den Wissenschaftler mit Stolz.

Günther Rösch, Technischer Leiter bei den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen, gab einen Abriss über den geplanten Ablauf des 5,6 Millionen Euro teuren Projekts, das für die drei Gesellschafter der Wasserkraftwerk Großweil GmbH (Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Großweil und Kraftwerk Farchant) einen „wirtschaftlichen Klimmzug ohne große Renditeansprüche“ darstelle. „Wir sind im Zeitdruck“, erklärte Rösch, denn die Fertigstellung des Schachts soll bis zur Schneeschmelze erfolgen. Für Sommer geplant sind der Einbau der Turbinen, der Bau des Betriebsgebäudes sowie der Stromanschluss ans Bayernwerk. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte eine Finanzspritze des Freistaats in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro im Gepäck und lobte die innovative Weiterentwicklung der Wasserkraft: „Es war keine leichte Wegstrecke seit Beginn der Diskussionen vor drei Jahren“, so die Ministerin ein, nun aber zeige die Technologie, wie man Wirtschaftlichkeit und Ökologie miteinander verbinden könne.

von Christine Weikert

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