Nach 15 Jahren hört Alfred Sperer bei Radio Oberland auf – Simon Sterzer übernimmt

"Alles hat seine Zeit"

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Seine letzte Sendung moderiert Alfred Sperer am Sonntag, 2. April.

GAP – Mit Alfred Sperer hört eine Institution bei Radio Oberland auf. Der überaus beliebte und bekannte Moderator der etablierten Sendung „Frühschoppen“, die jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr läuft, möchte nach all den Jahren „mehr Zeit für sich und seine Familie haben.“ Der gebürtige Wallgauer hat 15 Jahre lang mit Schwung, Kompetenz und Sachverstand durch die Radio Oberland Kultsendung geführt. Das letzte Mal ist er am Sonntag, 2. April, zu hören.

„Die erste Sendung moderierte ich am 18.November 2001, das war am Volkstrauertag“, erinnert er sich. Angefangen hatte alles damit, dass der damalige Bezirksvorstand des Blasmusik-Bezirks Werdenfels, Dr. Hermann Böhmer, sowie Paul Kollmannsberger und Alfred Sperer, die Blasmusik im Radio unterrepräsentiert fanden. Mit ihrem Anliegen rannten die drei damals bei den Verantwortlichen von Radio Oberland offene Türen ein. 

Alfred Sperer spielt Bariton und Posaune, war 15 Jahre Vorstand der Musikkapelle Wallgau und moderierte 19 Jahre die Konzerte der Musikkapelle. Mit seiner Erfahrung und der angenehmen Radiostimme übernahm Sperer die Moderation des „Frühschoppen“. Für ihn war das ein Glücksfall, denn „ich konnte meine Musik spielen.“ Die Liebe zur Blasmusik merkt man Sperer an, wenn er mit leuchtenden Augen erzählt, welche Größen dieses Musikgeneres schon live bei ihm in seiner Sendung zu Gast waren: Ernst Hutter, der Nachfolger von Ernst Mosch als Leiter der Egerländer Musikanten, dem erfolgreichsten Blasmusikorchester der Welt sowie Kurt Pascher, Berthold Schick, Maxi Obermüller und Alexander Pfluger – sie alle sind große Namen in der Blasmusikszene. Selbstverständlich kamen in all den Jahren auch sämtliche Leiter des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen. Alfred Sperer liebt die Blasmusik in allen Facetten, insbesondere die Böhmische, er ist aber auch ein großer Verehrer der Oberkrainer-Musik und schätzt die Volksmusik.

"Eher so älter mit Bart"

Privat hört der Moderator auch gerne Rockmusik sowie „alles von Abba bis zur Spider-Murphy-Gang.“ Im Hauptberuf ist der 52-jährige staatlich geprüfter Bautechniker an der Versuchsanstalt für Wasserbau in Obernach. Besonders schön waren für ihn die live Frühschoppen zum Beispiel aus: Wamberg, Schwabsoien, Unternogg oder Ingenried sowie von der Schönegger Käsealm und dem Landesmusikfest in Weilheim. Auf die Frage nach Anekdoten antwortet Sperer schmunzelnd: „Es ist alles passiert, was beim Radio passieren kann, vom Stromausfall bis zum Sendeloch, alles.“ Dann fällt ihm noch eine lustige Begebenheit ein. „Im Bierzelt in Großweil sagte mal ein junges Mädchen: Duuu bist also der Sperer Alfred, die hob i mir ganz anders vorg‘stellt, eher so älter mit Bart.“

Die Sendung, die Alfred Sperer im wöchentlichen Wechsel mit Marlene Nöhmeier moderiert hat, bleibt selbstverständlich im Programm, versichert Sendeleiter Dennis Burk, „weil wir weiterhin sagen, das ist uns sehr wichtig, es gibt ein klares Bekenntnis bei Radio Oberland zur Volksmusik“, unterstreicht er. Deshalb wird auch Marlene Nöhmeier wie gewohnt weiterhin den „Frühschoppen“ am Sonntag sowie den Radio Oberland „Feierabend“ am Montag moderieren.

Für Alfred Sperer wird künftig Radio Oberland Redakteur Simon Sterzer moderieren. „Er war mein absoluter Wunschkandidat“, freut sich Sperer, „weil er ein sehr guter Musiker ist.“ Simon Sterzer spielt Tuba bei den Oberhauser Musikanten und bei der Gruppe „Blechpfiff“. „Simon wird die Sendung in meinem Sinne weiterführen“, ist sich Sperer sicher. Der dreifache Familienvater hat künftig mehr Zeit für Unternehmungen und Reisen mit seiner Frau Margit. Die Kinder sind alle drei schon erwachsen, Sohn Michael (23), studiert in Düsseldorf Trompete und spielt Schlagzeug bei der derzeit sehr angesagten Party- Band „DEERisch“. Die 20-jährigen Zwillingstöchter Verena und Anna sind beide noch in der Ausbildung zur Erzieherin. Der Abschied vom Radio fällt Alfred Sperer sichtlich schwer, „aber alles hat seine Zeit“, meint er und will nicht ausschließen, bei einem Engpass oder als Urlaubsvertretung mal wieder auszuhelfen.

Von Lilian Edenhofer

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