Sportfest, Theater und Verkehrsplanung – Bürgeraktion "Murnau Miteinander": Erste Projekte sind abgeschlossen

Vor mehr als zwei Jahren wurde die Bürgeraktion „Murnau Miteinander“ mit diversen Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Jetzt hat der Verein die ersten Projekte abgeschlossen oder an den Murnauer Gemeinderat weitergeleitet, wie die Vereinsvorsitzende Dr. Astrid Bühren anlässlich der Jahreshauptversammlung sagte.

Das Ziel von „Murnau Miteinander“ war und ist ehrgeizig, denn es geht um nicht weniger als um „Zukunfts-Visionen für die Marktgemeinde“, wie es Guntram Gattner (ÖDP-Bürgerforum) bereits im Sommer 2009 ausdrückte: „Wir erwarten uns von ‚Murnau Miteinander‘ konkrete Ergebnisse zur Verbesserung der Lebensqualität in Murnau.“ Zur Entwicklung solcher Zukunftsstrategien sollen die Bürger aktiv mit eingebunden werden. Auch wenn die Bürgerinitiative seinerzeit in einem, durch Interessenten vollbesetzten Kultur- und Tagungszentrum an den Start ging, war die Skepsis bei weiten Teilen des Gemeinderates und in der v.a. alteingesessenen Bevölkerung groß. Der ablehnende Tenor war und ist es mitunter noch heute: „In Murnau lässt es sich ohnehin gut leben! Warum braucht es einen neuen Verein, der wohl in Konkurrenz zu den anderen Vereinen und Institutionen im Ort steht?“ Zu Beginn der Jahreshauptversammlung griff Dr. Bühren diesen Gedanken noch einmal auf: „Aus unserer Arbeit in den ersten Monaten haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass es in Murnau tatsächlich sehr viele interessante und wirksame Initiativen in den Vereinen gibt. Das war uns vorher nicht in dem Maße bewusst. Für ‚Murnau Miteinander‘ ist es eine lohnende Aufgabe, diese Aktivitäten miteinander zu vernetzen und intensiv bekannt zu machen.“ Aus diesem Grund wird es z.B., so Dr. Bühren weiter, demnächst in der Fußgängerzone einen Terminal geben, an dem die Bürger Informationen zu einzelnen Vereinen und zu deren Veranstaltungen abrufen können. Bei der Planung von eigenen Aktivitäten konzentriert sich „Murnau Miteinander“ auf Bereiche, die nicht in dem Maße von anderen Gruppierungen besetzt sind, wie das eigentlich wünschenswert wäre. So organisiert die Arbeitsgruppe „Kunst & Kultur“ unter Federführung von Dr. Dieter Kirsch professionelle Theateraufführungen für Schulkinder und der Kunstmaler Walter Kraft betreut mit dem Jugendzentrum „Erlhaus“ Graffiti-Aktionen für Jugendliche. Die Vernetzung von Ortsvereinen wurde mit der Herausgabe eines Senioren-Ratgebers durch die AG „Seniorenfreundliches Murnau“ umgesetzt. Dr. Albert Wentlandt: „Ein zehnköpfiges Team hat ein umfangreiches Angebot an sozialen Dienstleistungen zusammengetragen und als Heft für ältere Menschen veröffentlicht.“ Die Vernetzung auf sportlichem Gebiet folgt am Samstag, 19. Mai, mit einem großen Sport- und Spielfest, das unter der Obhut der AG „Soziale Bildung“ durch 15 örtliche Gruppierungen auf die Beine gestellt wird. Sprecher Alois Kessel: „Wir haben diesen Mitmachtag zwar in erster Linie für Kinder und Jugendliche konzipiert, aber uns ist das Miteinander der Generationen genauso wichtig.“ Zwei Großprojekten hat sich die AG „Lebensqualität und Freizeitgestaltung“ verschrieben. Sprecherin Marlene Weber sagt, dass die Konzepte für eine „See-Sauna“ im Bereich des Murnauer Strandbades und eines „Kompetenzzentrums Gesundheit“ so weit abgeschlossen worden sind, dass sie zur weiteren Bearbeitung an den Marktgemeinderat abgegeben werden konnten. Beim Kompetenzzentrum wurde eigens Planungshilfe von auswärts geholt, in diesem Falle von der Fachhochschule Deggendorf. „An den Damen und Herren des Gemeinderates liegt es nun, Entscheidungen zu treffen, ob sie diese beiden Projekte umsetzen wollen, zumal diese auch mit großen Investitionen verbunden sein werden“, so Marlene Weber weiter. Besonders diskussionsfreudig waren während der vergangenen Monate die Mitglieder der AG „Ortsgestaltung und Verkehrsplanung“. Es wurde ein vierseitiger Themenkatalog zusammengetragen, aber dessen Umsetzung ist mehr als bei anderen Arbeitsgruppen von Dritten abhängig. Egal ob es um eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h im gesamten Ortsbereich geht oder um eine Situationsverbesserung an der Kreuzung vor der evangelischen Kirche oder um eine Neugestaltung der Bahnhofstrasse – immer sind die Aktivisten von „Murnau Miteinander“ auf das Wohlwollen und die Einsicht von Ämtern und Behörden angewiesen. Sprecher Bernd Metzger: „Wir können lediglich konkrete Anregungen geben und das Bewusstsein für die Verkehrsprobleme in der Bevölkerung schärfen z.B. durch Mitarbeit bei der Planung eines Gesamtverkehrskonzeptes. Konkret umsetzen müssen das andere.“ Metzger und seine Mitstreiter wollen in Zukunft mit mehr Präsentationen an die Öffentlichkeit gehen, etwa mit Vorträgen und Diskussionsrunden. Vorträge und Diskussionen sind auch das Handwerkszeug der AG „Ökologie und Energie“. In Zusammenarbeit mit den Gemeindewerken haben die Leute um Ingrid Geiersberger Referate und Mitmachtage zum Thema Energiewende organisiert. Zudem wird im sog. Energieteam der Marktgemeinde Murnau mitgearbeitet.

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