Staatliche Knabenrealschule Murnau offiziell in Betrieb genommen – Aufbauarbeit ist zu leisten

Freuen sich über die Neugründung (v.l.): Stellv. Bürgermeister Josef Bierling, Minister Dr. Ludwig Spaenle, Landrat Harald Kühn und Ralf Havelka, der kommissarische Realschulleiter. Foto: Günter Bitala

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GÜNTER BITALA, Murnau – Seit Schuljahresbeginn hat die Berufsbezeichnung „Fahrlehrer“ in Murnau eine ganz neue Bedeutung. Das kommt so: Am 13. September hat die „Staatliche Knabenrealschule Murnau“ ihren Betrieb aufgenommen. Weil aber diese Schule noch ganz tief in den Kinderschuhen steckt, müssen die 13 Lehrkräfte zu ihren Unterrichtsstunden in Murnau jeweils aus ihren Heimatschulen in Penzberg und Garmisch-Partenkirchen anfahren und dann wieder zurückpendeln. Zum Festakt der Schulgründung am vergangenen Donnerstag war auch Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in die Ödön-von-Horváth-Aula des Staffelsee-Gymnasiums gekommen. „Hurra – Wir haben eine Realschule!“ SPD-Gemeinderätin Elisabeth Höchner strahlt bei der Inbetriebnahme der Staatlichen Knabenrealschule Murnau übers ganze Gesicht; genauso wie die anderen Ratsmitglieder, die mit den vielen Ehrengästen des Festaktes zusammenstehen, um die Entstehungsgeschichte der neuen Schule noch einmal Revue passieren lassen. Als sich vor zwei Jahren die Türe einen Spalt öffnete, in der Marktgemeinde am Staffelsee eine Realschule einzurichten, griffen die Murnauer sofort zu. Alle Behörden und Gremien arbeiteten zusammen, den jahrzehntelangen Wunschtraum Wirklichkeit werden zu lassen. Mit dem heurigen Schuljahresbeginn war es endlich soweit: 57 Buben und 13 Lehrkräfte gingen mit der Staatlichen Knabenrealschule Murnau an den Start, freilich noch ohne eigenes Dach. Die beiden Klassen sind dieses Jahr in der Mittelschule untergebracht, 2012 sollen sie in provisorische Container auf dem Lehrerparkplatz ausweichen. Die Einweihung des geplanten Realschulgebäudes ist in drei Jahren geplant. Landrat Harald Kühn gibt sich vorsichtig optimistisch: „Das Grundstück haben wir gegenüber dem Staffelsee-Gymnasium bereits gekauft. Die Bauleitplanung läuft. Die Architekten arbeiten unter Hochdruck. Wenn alles gut geht erfolgt 2013 der Spatenstich und zum Schuljahresbeginn 2014/2015 der endgültige Umzug.“ In seinem Grußwort hob Harald Kühn diesen „historischen Tag“ für die Schullandschaft im nördlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen heraus: „Jetzt wurde ein weißer Fleck auf unserer Landkarte geschlossen.“ Das unterstrichen Josef Bierling (CSU) als stellvertretender Bürgermeister von Murnau, und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle – der die Murnauer Schulgründung als „Paradebeispiel für eine gelungene Kooperation zweier Schularten“ lobte; nämlich der zukünftigen Realschule und der bestehenden Mittelschule. Die sogenannte Mutterschule der Staatlichen Knabenrealschule Murnau ist die Heinrich-Campendonk-Realschule in Penzberg: 12 Lehrkräfte von dort werden in Murnau unterrichten; ein Lehrer kommt von der Werdenfels-Realschule in Garmisch-Partenkirchen. Kommissarischer Leiter der Murnauer Schule ist Ralf Havelka, der gleichzeitig stellvertretender Schuldirektor in Penzberg ist. Er prognostiziert, dass es während der kommenden zwei/drei Jahre keine leichte Aufgabe sein wird, die Realschule in Murnau aufzubauen. Er meint damit nicht nur die räumlichen Beschränkungen, sondern auch den Umstand, dass die Lehrer zu ihren Unterrichtstunden jeweils zwischen Murnau und Penzberg, bzw. Garmisch-Partenkirchen pendeln müssen. Von allen Rednern während des Festaktes wurde bedauert, dass es sich in Murnau lediglich um eine Knabenrealschule handelt, auch wenn Josef Bierling für die Entscheidung des Kultusministeriums Verständnis zeigt: „In einer ähnlichen Situation, nämlich, wenn eine unserer örtlichen Schulen durch eine Neugründung in der Nachbarschaft gefährdet gewesen wäre, hätten wir wahrscheinlich genauso reagiert.“ Harald Kühn: „Wir hätten es schon begrüßt, wenn an der Murnauer Realschule nicht nur Buben, sondern auch Mädchen unterrichtet würden.“ Kultusminister Ludwig Spaenle verteidigt: „Das Grundprinzip unseres Handelns ist es, durch Neu- gründungen bestehende Schulen nicht zu gefährden. Das wäre bei den renommierten Mädchenrealschulen in Schlehdorf und in Garmisch-Partenkirchen der Fall gewesen.“ Der Festakt wurde von der Jazz-Bigband des Staffelsee-Gymnasiums unter Leitung von Walter Köglmayr musikalisch begleitet. Die Pfarrer Hans Peter Schäfer und Siegbert G. Schindele spendeten den kirchlichen Segen – und zum Schluss gab es für die frischgebackenen Realschüler ein kleines Buffet und Erfrischungen; als Belohnung für das Stillsitzen während der langen Reden.

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