Bundeskanzlerin Angela Merkel empfing Staatsgäste und der Kreisbote war dabei

"Welcome dahoam"

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Gut gelaunten winkten die Staatsgäste in die Kameras. Auf dem Foto sind zu sehen (v.li.): Donald Tusk (Präsident Europäischer Rat), Shinzo Abe (Premierminister Japan), Stephen Harper (Premierminister Kanada), Barack Obama (Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika), Bundeskanzlerin Angela Merkel (Präsidentin G7 Deutschland), François Hollande (Präsident Frankreich), David Cameron (Premierminister Vereinigtes Königreich), Matteo Renzi (Ministerpräsident Italien) und Jean-Claude Juncker (Präsident Europäische Kommission).

GAP – Die rotierenden Rotorblätter des Hubschraubers der Bundeswehr Sikorsky CH-53 waren sehr laut, sodass man das eigene Wort sowie das des Piloten kaum verstand. „Bitte halten Sie alles fest, was wegfliegen könnte und folgen Sie mir.“ Gesagt, getan. Mit weiteren 27 Journalisten ging ich zum Hubschrauber, der hinter dem Medienzentrum gelandet war. Wir wurden zum Schloss Elmau geflogen. Es stand der Termin für das Familienfoto mit den G7-Mitgliedern an

Ich hielt alles fest, was eventuell hätte davonfliegen können. Da ich noch nie mit einem Helikopter geflogen bin, fing mein Herz ein wenig zu rasen an. Wir sollten komplett in den „Heli“ reingehen und uns dann hinsetzen und anschnallen. Das war ja schon mal einfach. Dann ging es in die Luft. Es war wahnsinnig laut. Gut, dass wir Ohrstöpsel bekommen hatten. Der hintere Teil des Hubschraubers blieb geöffnet und die Aussicht war einfach nur atem- beraubend. Jeder packte sein Handy aus, filmte und fotografierte die schöne Landschaft und das eine oder andere Selfie wurde auch gemacht. Ich schließe mich da nicht aus.

Nach ungefähr fünf Minuten landeten wir auf einer Wiese in Krün. Dort wurden wir von Bussen abgeholt, die von Polizeiauto begleitet wurden. Am Schloss angekommen, zückten wir alle noch einmal unsere Kameras. Irgendwie kam ich mir ein wenig wie ein Tourist vor und nicht wie eine Redakteurin. Aber da ich Schloss Elmau bisher nur von Fotos kannte, war ich von dem Anblick schon überwältigt.

Die Sonne brannte vom blauen Himmel. Petrus meinte es noch gut mit uns. Wir mussten unsere Akkreditierung herzeigen und wurden dann ins sogenannte „Briefing Zentrum“ geführt. Dort warteten wir auf der Terrasse. Plötzlich fuhr ein Caddie mit der französischen Flagge an uns vorbei. François Hollande saß drin und wurde zum Schloss gefahren. Ohne darüber nachzudenken, rief ich in meinem Schul-Französisch „Bon jour Monsieur Hollande!“. Er winkte und nickte mit dem Kopf. Ich wusste, dass sich das Französischlernen irgendwann einmal auszahlen würde.

Einige Zeit später ging es für uns Journalisten einen kleinen Weg hinunter, wir wurden zu unseren Fotoplätzen gebracht. Auf der bunten Wiese, direkt vor Elmau, war ein Podest aufgestellt. „Ah, da werden Angela Merkel und die Staatsgäste gleich hinkommen“, dachte ich mir. Und plötzlich war es soweit. Vom Schloss machten sich einige Personen auf den Weg zu uns. Viele Männer in schwarzen Anzügen und eine Dame in Blau. Das war Angela Merkel. Sie unterhielten sich, lachten und machten einen lockeren Eindruck. Ich stand vielleicht 15 Meter von den G7-Teilnehmern entfernt und das war wahnsinnig spannend. Dann hieß es durch die Linse schauen und abdrücken, so oft es geht! Alle winkten freundlich in die Kameras, nur nicht die Bundeskanzlerin. Auf die sogenannte Merkel-Raute habe ich nur gewartet. Die Gäste machten schon den Eindruck, dass sie gerne nach Bayern gekommen waren. Von dem Trubel um den Gipfel herum, bekamen sie natürlich nichts mit. Nach knapp fünf Minuten war das Spektakel zu Ende. Angela Merkel, Barack Obama und der Rest der Herrschaften machten sich bereits wieder auf den Weg zur nächsten Arbeitssitzung.

Ich packte alles wieder ein und ging zurück zum „Meeting Point“, wo wir uns alle treffen sollten, sobald der Termin beendet war. Dann ging es mit dem Bus zum Helikopter. Zwischendurch wurde noch schnell die Kreisboten-Seite von Facebook gefüttert. Als Wochenblatt sind auch wir, wie man so schön sagt, „mittendrin statt nur dabei.“ Zurück in Garmisch-Partenkir- chen, musste ich das Erlebte erst einmal sacken lassen und natürlich den Kollegen darüber erzählen. Damit unsere Online-Leser auch etwas von dem Termin haben, wurde das schönste Bild mit den winkenden Staats- und Regierungschefs sofort online gestellt.

Als Lokalredakteurin erlebt man viele faszinierende Dinge und lernt spannende und interessante Menschen kennen. Als es hieß, dass wir auch über den G7-Gipfel in Garmisch-Partenkirchen berichten werden, war ich vollkommen aus dem Häuschen und freute mich sehr auf diese zwei Tage, die sicherlich nicht nur für mich besonders waren. Denn so eine Chance bekommt man im Leben nicht so oft. Es gab viel zu organisieren, Termine änderten sich, es war eine stressige Zeit, aber ich werde sie nie vergessen. Einen großen Dank möchte ich meiner Redaktionsleiterin Ilka Trautmann aussprechen, die mir immer den Rücken freigehalten hat und die Fäden in der Redaktion zusammenhielt

Von Alma Jazbec

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