Weihe der neuen Museumsräume in Seehausen – großartige Leistung von Ehrenamtlichen

Staffelseemuseum im alten Pfarrhof lädt ein

+
Ausgestattet nach modernsten Gesichtspunkten der Museumsarchitektur – die Hinterglasmalerei-Ausstellung des Staffelseemuseums. Im Hintergrund: Museumsleiter Joseph Führer und Altbürgermeister Georg Bosch (rechts).

Seehausen – Mit ein paar Monaten Verspätung - aber im Kostenrahmen - ist das Staffelsee-Museum in Seehausen durch einen Festakt seiner Bestimmung übergeben worden.

Landrat Anton Speer jubelte: „Das ist ein Festtag für Seehausen und ein großes Ereignis für unseren Landkreis.“ Aus dem alten Pfarrhof der St.Michael-Pfarrei ist ein pfiffiges Museum geworden – eingerichtet und ausgestattet nach den modernsten Gesichtspunkten der Museumsarchitektur. Gerade die Hinterglassammlung sucht in ganz Deutschland ihres Gleichen, schätzt Shahab Sangestan von der Landesstelle für Nichtstaatliche Museen.

Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann und seine Stellvertreterin Inge Policzka – als Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereines Seehausen – unterstrichen in ihren Grußworten den langen Weg von der Idee, im Pfarrhof ein Museum einzurichten, bis zur vor kurzem erfolgten Weihe durch Pfarrerin Simone Feneberg und Pfarrer Robert Walter.

Bislang war das Heimatmuseum in einem kommunalen Gebäude in der Dorfstraße untergebracht. Wegen der beengten Platzverhältnisse waren über Jahre hinweg immer wieder Alternativstandorte angedacht worden. 2009 dann die Lösung: weil der Pfarrhof von der Kirchenverwaltung nicht mehr gebraucht wurde, übernahm die Gemeinde das Gebäude von der Diözese Augsburg in 70-jähriger Erbpacht. Der Vertrag war 2014 unterschrieben worden. Jetzt war die Möglichkeit gegeben, ein Museum einzurichten, das nicht nur das Dorf Seehausen umfasst, sondern das gesamte Staffelseegebiet.

Museumsleiter Joseph Führer führt Siegfried Rauch durch die Hinterglasbildersammlung. Der Schauspieler hat für das Staffelseemuseum das sogenannte Wessobrunner-Gebet eingelesen.


Joseph Führer übernimmt im Namen des Heimat- und Museumsvereines die ehrenamtliche Leitung: „Das Museum wird auf vier Säulen stehen. Die Geschichte des Dorfes, mit dem verschollenen Kloster auf der Insel Wörth. Der Blick in die Vergangenheit wird bis in die Bronzezeit zurückreichen. Der zweite Raum ist der Staffelsee-Fischerei gewidmet, und umfasst auch Naturschutz- sowie Umweltschutz-Gedanken. Die Entwicklung der Hinterglasmalerei am Staffelsee nimmt einen ausführlichen Platz ein.“

Besonders freut sich Führer, dass jetzt reichlich Gelegenheit ist für Sonderausstellungen sein wird. Das Archiv ist erstmals wissenschaftlich von Susanne Horack aufbereitet worden.

Tobias Horak, Vereinskassier und Koordinator des Museumsprojektes: „Wir haben das Inventar des alten Heimatmuseums nicht eins zu eins ins neue Staffelseemuseum übertragen, sondern mit Hilfe von Spezialisten ein völlig neues Museum geschaffen; das auch die Merkmale ‚Inklusion‘, Partizipation und Nachhaltigkeit mit in sein Konzept einbezieht.“ Das museumspädagogische Angebot entwickelte Dr. Anja Piontek.

Ohne finanzielle Hilfe wäre das Museum nicht zustande gekommen: Den Umbau des Gebäudes trug die Gemeinde Seehausen mit 200.000 Euro. Für die Ausstattung war ein Investitionsvolumen von 240.000 Euro vorgesehen. Dafür gab es Zuschüsse von der LEADER-Förderung (85.000), von der Landesstelle für Nichtstaatliche Museen (90.000) und von der bayerischen Landesstiftung (19.700). Den Restbetrag bringt der Heimat- und Museumsverein aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden auf.

Martin Kriner von der LEADER-Stelle im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen: „Das Staffelseemuseum passt gut in unser Förderkonzept, das sich die Verbesserung des Lebens im ländlichen Raum auf die Fahne geschrieben hat – Kultur, Tourismus, Stärkung der Lebensqualität.

Shahab Sangestan von der Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen meint: „Die Neueröffnung eines Museums ist immer ein Grund zur Freude. Das Staffelseemuseum passt hervorragend zu den 1200 anderen nichtstaatlichen Museen in Bayern.“

Landrat Anton Speer: „Das neue Staffelseemuseum gehört von den Räumlichkeiten her zu den eher kleinen Museen im Landkreis. Vom Ausstellungs-Konzept aber ist es eines der ganz Großen.“

Bürgermeister Markus Hörmann freut sich: „Es ist ein zeitgemäßes Museum entstanden. Das Beachtliche daran ist, dass die Aufbauarbeit ehrenamtlich von den Mitgliedern des Heimat- und Museumsvereines geleistet worden ist.“

von Günter Bitala

Auch interessant

Meistgelesen

125 Jahre Trommlerzug Partenkirchen
125 Jahre Trommlerzug Partenkirchen
Maria Himmelfahrt in Ettal
Maria Himmelfahrt in Ettal
Folgenschwerer Verkehrsunfall
Folgenschwerer Verkehrsunfall
Streit im Abrams eskalierte
Streit im Abrams eskalierte

Kommentare