Starker Auftakt für die Herren – Rang zehn für Felix Neureuther, Felix Dopfer wird 20.

Ein gelungenes Comeback feierte Felix Neureuther. Foto: Sehr

Felix Neureuther ist mit einem zehnten Platz in die neue Slalom-Saison gestartet. Das erste Weltcupwedeln des Winters gewann der Kroate Ivica Kostelic auf der „Birds of Prey“-Piste im amerikanischen Beaver Creek.

Angesichts einer längeren Verletzungspause wegen Knieproblemen ist Neureuthers Leistung im ersten Saisonrennen durchaus respektabel. Nach dem ersten Durchgang hatte der Garmisch-Partenkirchner sogar auf dem achten Platz gelegen mit einem Rückstand von 82 Hundertstelsekunden auf den bis dahin führenden Marcel Hirscher. Im zweiten Lauf wedelte der Athlet des SC Partenkirchen weitgehend fehlerfrei durch den Stangenwald auf der „Raubvogel“-Piste. Doch es fehlte ihm vor allem im letzten Streckenabschnitt die Kraft, um ausreichend Geschwindigkeit auf die Skier zu bringen. Auf Kostelic hatte Neureuther im Ziel einen Rückstand von 1,06 Sekunden. „Ich habe das Slalomfahren nicht verlernt“, sagte Neureuther zufrieden, aber völlig ausgepumpt. An seinem lädierten Knie habe er „absolut nichts mehr gespürt“, jedoch fehlte ihm nach der langen Pause noch die Kraft. Neureuther war erst am Sonntag wieder ins Slalom-Training eingestiegen. Zum Ende hin verlor er vor allem im ersten, aber auch im zweiten Lauf Zeit. „Das Manko an Trainingsläufen habe ich echt gemerkt”, sagte er. Außerdem machte sich bei ihm die Höhenluft bemerkbar. Der Start lag fast auf 3000 Metern Höhe, anders als die Rennläufer, die bereits bei den beiden Riesentorläufen gestartet waren, hatte Neureuther nicht viel Zeit, um sich zu akklimatisieren. Er war erst vier Tage vor dem Rennen angereist, auf die anderen beiden Rennen hatte er wegen des Knies verzichtet. „Ich habe acht Wochen kein Slalom-Training machen können, da geht alles schwerer. Aber die Reise hat sich auf alle Fälle gelohnt”, sagte er. Ein bisschen ärgerte ihn der knappe Rückstand von nur 0,21 Sekunden auf Rang fünf. „Zwei Zehntel schneller, und ich wäre richtig weit vorne gewesen.” Dennoch blieb die Piste am Biberbach gutes Terrain für Neureuther. Bei seinen drei Slalom-Starts zuvor hatte er dort die Ränge sechs, elf und drei belegt. Fritz Dopfer, der zuletzt mit zwei Top 10-Riesenslalom-Ergebnissen aufhorchen ließ, qualifizierte sich in einer Zeit von 55,87 Sekunden als 15. locker für den zweiten Durchgang. Dort fiel der Fahrer des SC Garmisch leicht zurück und wurde am Ende 20. Ein respektables Ergebnis und weitere Weltcuppunkte für den Riesenslalom-Spezialisten, der damit erst zum fünften Mal Weltcup-Punkte im Slalom holte. Der Sieg im ersten Weltcuprennen ging an den Kroaten Ivica Kostelic, den überragenden Slalomfahrer der Vorsaison. Nach Durchgang eins hatte Kostelic noch auf dem dritten Rang gelegen, im zweiten Lauf profitierte er dann von einer eigenen starken Vorstellung und Patzern der Konkurrenten Cristian Deville aus Italien, der im Alter von 31 Jahren zum ersten Mal aufs Siegerpodest fuhr, und Marcel Hirscher aus Österreicher, die sich am Ende mit den Rängen zwei und drei zufrieden geben mussten. Für Gesamt-Weltcupsieger Kostelic war der 19. Weltcupsieg ein besonderer. „Ich habe mich hier schon zweimal schwer verletzt, diese Piste hat mein Herz gebrochen“, erklärte der Kroate, der wegen einer Operation im Frühjahr viel Trainingsrückstand hat. „Ich bin noch nicht in Form, habe mir nichts erwartet“, verblüffte er. Insgesamt war auch Hirscher mit Rang drei zufrieden, schließlich war er bei den drei technischen Rennen in Beaver Creek auf die Plätze eins, zwei und drei gekommen. „Sicher hätte ich lieber gewonnen. Aber ich bin gut gefahren, und kann mir nicht viel vorwerfen, denn ich greife nun mal lieber an als zu verteidigen“, erklärte er. Die drei Podestplätze seien ein Traum, sagte Hirscher, der schon nach seiner Halbzeitführung den Tag als „gelungen“ bezeichnet hatte. Erst vor einem Jahr hatte der dreifache Junioren-Weltmeister in Val d’Isère seinen ersten Slalom gewonnen. Nach dem Kahnbeinbruch im vergangenen Februar hatte er vergangenen Sonntag in Colorado schon im zweiten Rennen nach dem Comeback wieder im Riesentorlauf gesiegt. „Das Selbstvertrauen passt also bei mir, das ist insgesamt eine Supergeschichte“, sagte Hirscher. „Ich weiß nun, dass ich in beiden Disziplinen vorne mit dabei bin. Es ist ein super Tag.“ Für die Überraschungen des Tages sorgte allerdings Nolan Kasper. Der Slalom-Europacupsieger war nach einer Hüftoperation im September krank an den Start gegangen. 36 Stunden vorher war der US-Boy mit einer Viruserkrankung noch im Krankenhaus gelegen. Am Renntag war er aber voll und ganz da und jubelte ausgelassen über einen hervorragenden Rang vier. Im Gesamtweltcup liegt nach wie vor der Norweger Aksel Lund Svindal in Führung. 25 Punkte dahinter folgt der US-Amerikaner Ted Ligety vor Hirscher und den beiden Schweizern Didier Cuche und Beat Feuz. Damit ist die Nordamerikatour der Skifahrer zu Ende. Ab dem kommenden Wochenende sind die Herren im italienischen Gröden und die Damen im französischen Courchevel zu Gast.

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