128 Rennläufer waren beim traditionellen Stepberglauf des Ski-Club Garmisch dabei

98. Auflage des ältesten Skirennens

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128 Läufer starteten beim Traditionsrennen des Ski-Club Garmisch.

GAP – Zum Saisonabschluss hat der Ski-Club Garmisch seinen traditionellen Stepberg­lauf durchgeführt. Dieses Skirennen wurde 1921 ins Leben gerufen und wird seit dem im Jahre 1931 in einer Lawine verunglückten Clubmitglied als Hans-Becker-Gedächtnislauf veranstaltet. Es ist somit das älteste Skirennen der Welt, das noch regelmäßig durchgeführt wird. Auch bei seiner 98. Auflage sind viele Mitglieder zum Winterabschluss des SCG gekommen.

Insgesamt hatten sich 170 Unermüdliche in aller Früh auf den Weg gemacht. 128 Skiclub-Mitglieder waren es heuer, die ihre komplette Ausrüstung zum Stepberg getragen haben, um bei dieser besonderen Veranstaltung an den Start des Skirennens zu gehen. Das bedeutet absoluten Teilnehmerrekord! Es kostet schon immer wieder etwas Überwindung, das schwere Skimaterial im Rucksack bis auf 1600 m Höhe zu tragen. Es waren wohl einige mit Rucksäcken unterwegs, die mehr als 30 kg gewogen haben. Aber alle, die das geschafft hatten, wurden mit einem schönen Skitag und dem besonderen ‚Flair‘ dieser einzigartigen Veranstaltung belohnt. Es hat sich in den letzten Jahren ein fester „Stepberg-Stamm“ gebildet, der regelmäßig dabei ist und die Teilnehmer (egal ob jung oder alt) waren sich einig: Alle die daheim geblieben waren, haben einen einmaligen Tag und ein ganz besonderes Skirennen versäumt.

Nach dem Aufstieg und einer kleinen Stärkung waren alle Teilnehmer aufgefordert, ihre Ski anzuschnallen und den Kurs von unten nach oben (wie früher üblich) zu besichtigen und die Piste anzutreten.

Nachdem in der vergangenen Woche die Schneedecke doch sehr aufgeweicht war, waren die Streckenchefs schon an zwei Tagen davor raufgegangen, hatten den Lauf gesteckt und den aufgeweichten Schnee festgetreten. Deshalb hat die Piste auch für alle Starter noch sehr gut gehalten und auch die letzten Läufer konnten noch gute Verhältnisse vorfinden. Im Gegensatz zu manch‘ anderen Jahren gab’s diesmal nur leichte Wannen, die kein Problem für die Läufer darstellten. Der Riesentorlauf wurde heuer an der Hirschbichlseite gefahren, weil die Schneeverhältnisse dort am besten waren.

Diese Rennstrecke, die auch schon in den 1920er Jahren gewählt wurde, war auch für die vielen Zuschauer ideal, weil diese von der Terrasse der Stepberg­alm den gesamten Kurs mit 17 Pflichttoren einsehen konnten. Das Ziel war an der tiefsten Stelle und der „Auslauf“ ging bis zur Hütte, wo die schnelleren Teilnehmer noch vor den Bierbänken bremsen mussten. Ganz ungewöhnlich war heuer, dass es eigentlich keine Stürze zu verzeichnen gab.

Die jüngste Teilnehmerin des diesjährigen Stepberglauf.


Die vielen Zuschauer sorgten für eine weltcupwürdige Stimmung im Ziel und an der Strecke und alle Rennläufer wurden lautstark angefeuert und mit Beifall empfangen. Wie immer sind einige auch mit kurzen ‚Snow-Blades‘ gestartet und für die Zuschauer gab’s „wilde Ritte“ zu bestaunen. Die Laufzeiten reichten von 37 Sekunden bis zu 3:08 Minuten. Die exakte Handzeitnahme wurde über Funk gewährleistet.

Vor der anschließenden Siegerehrung auf der Hüttenterrasse wird regelmäßig an die Tradition des Rennens erinnert und eine Gedenkminute für Hanns Becker und alle verstorbenen Clubmitglieder eingelegt. Alle Erwachsenen erhielten als Teilnehmergeschenk traditionell das Stepberg-Schnapsglasl 2018.

Besonders lobende Worte gab‘s auch für die vielen Kinder, die den Aufstieg nicht gescheut haben, um beim ältesten Skirennen der Welt teilzunehmen. Sie werden demnächst noch mit einem gemeinsamen Eisessen und einer eigenen Siegerehrung belohnt. Heuer waren 58 Kinder von 4 bis 16 Jahren mit Ski am Start und es war schön, dass auch Kinder, die erst 2013 geboren sind, bereits an einem Rennen teilgenommen haben, das seit 1921 ausgetragen wird! Die älteste Teilnehmerin Katharina Dorfleitner (74) hat mit ihrer hervorragenden Laufzeit viele der Jüngeren hinter sich gelassen.

Als Sieger haben sich folgende Mitglieder in den Stepberg-Annalen verewigt: Bei den Damen gewann Jane Bauer (Damen Allgemein) mit 37,37 sec. Dahinter platzierten sich die Schwestern Martina Ostler (38,62 sec.) und Katharina Ostler (39,09 sec.). Beide starteten in der Jugendklasse und mussten gleich nach dem Zieleinlauf wieder in der Hüttenküche helfen. Tagesbestzeit erzielte, wie im Vorjahr Bernhard Berger mit 37,35 sec. Der 2. Platz ging an den Jugendlichen Vincent Betz (37,47 sec.) vor Klemens Schrott (AK 2 mit 38,06 sec.) Die beiden Tagesschnellsten erhielten den begehrten Stepberg-Wanderteller, der seit Jahrzehnten ausgefahren wird. Die Familienwertung gewann die Familie Berger mit der Gesamtzeit von 2:00,07 min. Dahinter platzierten sich die Familien Betz (2:02,38 min) und Opitz (2:18,08min.). Insgesamt wurden heuer 16 Familien gewertet, wobei jeweils Vater, Mutter und mindestens ein Kind starten mussten.

Zum Abschluss konnten sich alle Teilnehmer und die zahlreichen Zuschauer von den Strapazen erholen und eine ereignisreiche Saison des Ski-Club Garmisch ausklingen lassen. Besonderer Dank gilt der Hüttenwirtsfamilie Ostler, die seit Jahren die Stepbergalm eigens für den Ski-Club öffnen und bestens für das leibliche Wohl der Teilnehmer sorgen. Diese Traditions-Veranstaltung hat trotz ihres hohen Alters nichts von ihrer Beliebtheit verloren und deshalb können sich alle Clubmitglieder schon auf die Neuauflage im kommenden Frühjahr freuen. Fotos und ein kurzer Film sind auf der Homepage des SCG einzusehen.

von Hubert Berger

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