Stolz auf 60 Jahre – Sozialdienst Katholischer Frauen feierte Jubiläum

Der SkF-Vorstand zieht eine zufriedene Bilanz (v.l.): Angela Altmiks, SkF-Geschäftsführer German Kögel, Barbara Reichinger und Karin Landherr. Foto: sm

„Sie feiern heute die 60-jährige Geschichte eines unglaublichen Frauenengagements“, beglückwünschte Prälat Hans Lindenberger, Diözesan-Caritas-Direktor die Ortsgruppe Garmisch-Partenkirchen des Vereins „Sozialdienst katholischer Frauen“ (SkF) zum diamantenen Jubiläum. Mit einem von ihm zelebrierten Festgottesdienst und der Aufführung der Schubert-Messe in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt hatte der Tag begonnen. Fortgesetzt wurde er im Olympiasaal des Kongresshauses mit einem originell gestalteten Festakt.

Gekommen waren neben den SkF-Mitarbeitern auch Vertreter der Sozialeinrichtungen, der Kommunalpolitik und Geistlichkeit. Die Geschichte des Ortsvereins begann, nachdem Anna Gräfin Brühl, Fürsorgerin beim „Katholischen Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder“, in München auf die besondere Notsituation mittel- und heimatloser verurteilter junger Frauen – meist mitgebracht und verlassen durch amerikanische Soldaten – im Oberland aufmerksam wurde. Sie findet in Garmisch-Partenkirchen Kontakt zu Helene Kunze, die sich bereits privat solcher Mädchen angenommen hatte. 1951 nehmen sie und sechs Mitstreiterinnen die ehrenamtliche Arbeit im Auftrag des Vereins hier auf. 1958 erhält man mit dem Haus St. Johannes in der Martinswinkelstraße ein erstes eigenes Heim. Als die Aufgabenbereiche immer größer werden, immer mehr hauptamtliche Mitarbeiter dazu kommen, wird 1990 das Haus „St. Anna“ in der Parkstraße von der Erzdiözese angemietet. Hier gibt es neben der Geschäfts- und Beratungsstelle, seit 1993 auch eine Tee- und Wärmestube für Nichtansässige. Unter SkF-Obhut stehen das Frauenhaus, das Mutter- und Kind-Haus, eine Kinderkrippe in Murnau, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für psychisch kranke und psychisch behinderte Menschen. Krankenhausbesuchsdienst, Straffälligenhilfe, Eröffnung des Prozentmarktes, Beteiligung am Einrichten der „Tafel“, und vieles mehr – eine Festschrift mit Chronik gibt genaue Auskunft. Beim Festakt präsentierte Filmemacher Josef Jonietz in einem eindrucksvollen Film die Arbeit des SkF. „Besser kann man uns nicht darstellen“, lobte Geschäftsführer German Kögl, der die Veranstaltung moderierte. SkF-Vorsitzende Barbara Reichinger hatte ihr Eröffnungs-Grußwort gekonnt gereimt: „Wie wollen unser Jubiläum etwas anders begehen, keine Langeweile aufkommen lassen“, erklärte sie. Das gelang bestens. Der SkF-Frauenchor und eine Kabarett-Einlage trugen neben Film- und Power-Point-Präsentationen auf alle Fälle dazu bei. Auch die Redner ließen sich gerne inspirieren. Huberta Freifrau von Boeselager gratulierte zur unterhaltsamen Feier und überbrachte die Grüße des Bundesverbandes aus Dortmund. Den Werdenfelser Frauen bescheinigte sie hohe Professionalität und großes Engagement. „Die Innovationskraft unseres Vereins liegt in den Ortsgruppen“, so ihr Tenor. Dem schloss sich Elisabeth Maskos, erste Vorsitzende des SkF-Landesverbandes Bayern an: „Wie unsere Gründerin Elisabeth Neuhaus schauten die Frauen in Garmisch-Partenkirchen vor 60 Jahren der Not nicht zu. Sie übernahmen Verantwortung und handeln auch heute noch nach dem Grundsatz ‚Da sein – leben helfen‘“. „Ihr vorbildliches soziales Engagement ist im Landkreis unentbehrlich und nicht mehr wegzudenken“, würdigte Landrat Harald Kühn die Organisation. Auch die zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen, Daniela Bittner, kennt die Arbeit der 45 festangestellten und 50 ehrenamtlich Tätigen aus der unmittelbaren Zusammenarbeit. „Sie setzen sich couragiert für die Nöte der Schwächsten in unserer Gesellschaft ein. Dafür sagen wir alle heute Danke“.

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