Strauss-Festival bringt eine geballte Woche herrlicher Musik

Die Festgesellschaft, die sich zur Eröffnung des Richard-Strauss-Festivals am Samstag in Garmisch-Partenkirchen versammelte, konnte sich an einem bunten Auftakt erfreuen. Die Ouvertüre zu Mozarts „Zauberflöte“ eröffnete den musikalischen Reigen, dargeboten vom Odeon-Jugendsinfonieorchester München.

Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid war es vorbehalten, die Begrüßung vorzunehmen und er konnte hochkarätige Gäste willkommen heißen, so Staatsminister Heubisch, Oberbayerns Regierungspräsidenten Hillenbrand, seine Königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern, Weihbischof Dietl und natürlich die Familie Strauss. Der Bürgermeister bedankte sich bei den Sponsoren und Förderern des Strauss-Festivals und nicht zuletzt bei der Intendantin Prof. Ks. Brigitte Fassbaender, die unter dem Motto „Märchen und Mythen“ einmal mehr ein hochkarätiges Programm geschnürt hat. „Sie sehen einen glücklichen und zufriedenen Bürgermeister hier am Rednerpult“, rief er der Festgesellschaft zu, da er entschlossen sei, die Kommunalpolitik für die Dauer der Festivaltage in den Hintergrund zu schieben. Dieses Bekenntnis griff Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch nur zu gern auf – dass ein Bürgermeister zufrieden sei, hätte Seltenheitswert in der heutigen Zeit, meinte er schmunzelnd. Auch der Minister hieß noch einmal alle Honoratioren willkommen und grüßte als Strauss-Liebhaber insbesondere Herzog Franz von Bayern: „Wenn er sich die Ehre gibt, erhält das Festival fürwahr eine königliche Note.“ Stürmischer Applaus begleitete dann die Festspiel-Intendantin Fassbaender ans Rednerpult. Sie konnte dem Publikum eine „geballte Woche herrlicher Musik“ versprechen. Sie kennzeichnete die Strauss-Oper „Frau ohne Schatten“ – sie wird am heutigen Mittwochabend ab 18 Uhr in der Eishalle als konzertanter Opernabend aufgeführt und es gibt noch Restkarten – als ein Hauptwerk des großen Komponisten. Freilich, eine adäquate Spielstätte wäre nicht nur für diese Aufführung zu wünschen, sondern sei unabdingbar, wenn Garmisch-Partenkirchen das Zentrum der Strauss-Pflege werden will. Nach dem 1. Satz des Violinkonzerts d-Moll op. 8 von Richard Strauss – großartig gespielt vom Odeon-Jugend- sinfonieorchester und meisterlich interpretiert von der Solistin Yamei Yu – gehörte Dr. Michael Köhlmeier die Bühne. Ohne große Vorrede kam er direkt auf das Festivalthema „Märchen und Mythen“ zu sprechen. Märchen und Sagen faszinieren uns, „und am liebsten hören wir die Märchen, die wir bereits kennen.“ Das Verdienst der Gebrüder Grimm sei nicht hoch genug zu bewerten, sagte Köhlmeier. Sie hätten mit ihrer Märchensammlung – „und die dürfen wir getrost neben Shakespeare stellen – das schönste Geschenk der Deutschen an die Welt gemacht“. Märchen faszinieren uns, auch wenn wir nichts aus ihnen lernen können – so seine verblüffende These. Märchen hätten oft die Wirkung, dass das Herz sie versteht, doch der Kopf meist nicht. Vielmehr beschreiben sie Seelenzustände und konfrontieren so den Zuhörer mit sich selbst. Herzlicher Applaus war dem bekannten und wortgewaltigen Erzähler sicher, bevor die behutsamen Klänge des Andantino aus der „Rosamunde“ von Franz Schubert die Besucher in den ersten ereignisreichen Festivalabend entließen, der ein Orchesterkonzert mit dem Innsbrucker Ensemble „modern-times 1800“ bereithielt.

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