Nicht erst seit dem Rückzug des künstlerischen Leiters stellt sich die Frage nach der Zukunft des Festivals

Das Strauss-Festival neu gedacht

Strauss-Festival
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Der künstlerische Leiter, Prof. Alexander Liebreich, hat das Handtuch geworfen. Hier ist er bei der Eröffnung des Richard-Strauss-Festivals 2018 im Eisstadion zu sehen.

Das Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen wird künftig wohl anders aussehen. Nicht nur, weil Intendant Prof. Alexander Liebreich nach drei Jahren seinen Rückzug erklärt hat. Sondern vor allem deshalb, weil das Defizit, das zuletzt für die Festivals 2018 und 2019 aufgetaucht und vom Gemeinderat nachträglich genehmigt worden war, die Frage nach der Zukunft neu stellt. In der Gemeinderatssitzung am 20. August wird es genau darum gehen.

GAP - Alexander Liebreich hatte dem Marktgemeinderat Garmisch-Partenkirchen und Bürgermeisterin Elisabeth Koch seinen Rücktritt als künstlerischer Leiter per Mail mitgeteilt. Liebreich nannte vor allem „fehlende finanzielle, personelle und strukturelle Vorgaben für das kommende Festival 2021“ als Gründe. Bürgermeisterin Elisabeth Koch kann seinen Standpunkt nachvollziehen: „Keiner weiß im Moment, wie eine Umsetzung aussehen kann. Wir hätten dazu kassenwirksame Beschlüsse fassen müssen und dies konnten wir in dieser ungewissen Zeit nicht tun.“ Seinen Rückzug will Alexander Liebreich ohne Groll verstanden wissen. Er hatte für die Jahre 2018 bis 2020 nur einen Vorvertrag mit dem Festival besessen – Planungsunsicherheit auch in diesem Punkt. 

2018 hatte der Stardirigent die Leitung des Richard-Strauss-Festivals übernommen. Unter dem Motto „Top Music at Top Locations“ hatte Liebreich u.a. die Zugspitze und das Kloster Ettal zu Aufführungsorten gemacht, das Festival so erfolgreich über Garmisch-Partenkirchen hinaus geöffnet und ein neues Aushängeschild geschaffen. „Strauss ist eine Marke, die zu Garmisch-Partenkirchen gehört“, das hat auch die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Koch immer wieder betont. Gleichwohl hatte sie die kaufmännische Seite des Festivals genau prüfen lassen. Auf der letzten Gemeinderatssitzung wurden die Festivaldefizite 2018/2019 ausgeglichen.

In der Sitzung am kommenden Donnerstag, 20. August, will sich das Gremium nun mit der Neugestaltung des Richard-Strauss-Festivals befassen. Kleiner soll es werden, der Etat überschaubar. Zurück zu Richard-Strauss-Tagen, wie sie einst in Garmisch-Partenkirchen aus der Taufe gehoben wurden? Bürgermeisterin Koch ist optimistisch: „Es wird weitergehen, aber wir müssen uns die Fragen stellen, ob es so exklusiv bleiben muss. Wir müssen Strauss zu den Leuten bringen. Ich möchte, dass die Garmisch-Partenkirchner stolz darauf sind, dass wir die Marke Strauss haben.“ Marktgemeinde und Freistaat sind in der Pflicht, gilt es doch, das Erbe von Richard Strauss in seiner Wahlheimat, in der so viele wichtige Werke des großen Komponisten entstanden sind, zu würdigen.   tra

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