Einnahmen und Sponsorengelder blieben hinter den Erwartungen zurück

Strauss-Festival stärker im Minus als erwartet

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Das Richard-Strauss-Festival konnte auch in diesem Jahr mit vielen Höhepunkten aufwarten – doch das Minus ist höher als erwartet.

Das Richard-StraussFestival begeisterte in diesem Frühsommer mit seinem hochkarätigen Programm „Top Music at Top Locations“ viele Klassikfreunde, doch jetzt muss sich die Marktgemeinde fernab vom künstlerischen Erfolg mit einem Minusbetrag beschäftigen, der höher ausfällt, als angenommen.

UPDATE vom 12. November 2019

Die Meldung, wonach das Richard-Strauss-Festival ein größeres Minus aufweist, als erwartet, sorgt für Verärgerung. Dr. Christian Wolf, der bereits zum 31.12.2018 seine Tätigkeit für das Festival beendet hatte, stellt klar, dass die Verantwortung für das finanzielle Ergebnis des Festivals 2019 nicht seinem früheren Organisationsteam anzulasten sei.

Stellungnahme von Dr. Christian Wolf: „ Die Budgetplanung für das Festival 2019 wurde in Zusammenarbeit mit dem künstlerischen Leiter und einem externen Managementberater/Controller vorgenommen und im Herbst 2018 sowohl dem Finanzausschuss als auch dem Gemeinderat vorgelegt. Um einer Änderung der Einnahmen-/Ausgabensituation begegnen zu können, ist das Festival-Budget als flexibles zu verstehen. Das bedeutet, dass die für das Budget verantwortlichen Personen – seit 1.1.2019 der neue Institutsleiter sowie der künstlerische Leiter – auf eine solche Änderung zu reagieren haben. Zum 31.12.2018 habe ich meine Tätigkeit für das Festival beendet. Zu diesem Zeitpunkt waren weder das Programm veröffentlicht noch größere Ausgaben für die Durchführung des Festivals 2019 getätigt. Alle Kalkulationen (inklusive der Veranstaltungsorte Wank und Zugspitze), Angebote und bis dahin bezahlten Rechnungen lagen in geordneter Form vor. Die Verantwortung für das finanzielle Ergebnis des Festivals 2019 dem früheren, seit 1.1.2019 in die Planung und Durchführung nicht mehr einbezogenen Organisationsteam zuzuschreiben, ist aufgrund der dargestellten Tatsachen nicht korrekt.“


Unsere Meldung vom 7. November 2019

Wie Rathaussprecherin Ute Leitner bestätigt hat, muss der Markt Garmisch-Partenkirchen in diesem Jahr für das Richard-Strauss-Festival 105.000 Euro zusätzlich berappen. Erstmals beziffert wurde der Fehlbetrag im Finanzausschuss. Auch wenn man bei der Marktgemeinde bereits mit einem Minus gerechnet hatte, die Höhe hat für Verärgerung gesorgt. Viele Faktoren haben dazu geführt, so blieben die Einnahmen durchaus hinter den kalkulierten Erwartungen zurück, auch eingeplante Sponsorengelder flossen nicht in der erwünschten Höhe. 

Prestigeträchtige Veranstaltungsorte wie auf dem Wank und auf der Zugspitze sollen gar nicht im Budget enthalten gewesen sein. Der jetzige Leiter des Richard-Strauss-Instituts, Dr. Dominik Sedivy, hat diese Planungsfehler nicht zu verantworten, er versuchte alles, um das Defizit noch irgendwie zu mindern. Der Finanzausschuss stimmte letztlich mehrheitlich und zähneknirschend den „überplanmäßigen Ausgaben“ zu. In der Marktgemeinde wird bereits ausgelotet, wie eine neue Organisationsform für das renommierte Festival aussehen könnte. Auf Nachfrage erhielten wir aus dem Rathaus dieses Statement: „Die Kostenmehrung im Fall des Richard-Strauss-Festivals 2019 hat nichts mit mangelndem Finanzcontrolling zu tun. Dass mit Mehrkosten (ohne die endgültige Summe zu kennen) zu rechnen ist, war in dem Moment klar, als unvorhergesehen das Festivalteam um Dr. Wolf und Herrn Pfaffenzeller weggefallen ist. Mit dem Ausfall des Festivals wäre ein weit größerer Schaden verbunden gewesen, als es die Mehrkosten sind, so dass man sich - trotz dieser widrigen Umstände - für die Durchführung entschlossen hat. Zudem entsprach die Durchführung des Festivals der geltenden Beschlusslage des Marktgemeinderats.“  tra

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