KitaPlus: Tagesmütter schließen Lücke

Betreuung ist keine Frage der Uhrzeit

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Sandra Funk mit ihren Tageskindern.

Landkreis – Bei der Tagesmutter Sandra Funk geht es schon morgens ab 6 Uhr los. Die ersten Kinder kommen zu ihr nach Hause. Manche sind noch etwas müde und können in einem freundlich eingerichteten Kinderzimmer auch noch schlafen, bevor das Morgenprogramm mit allen Kindern startet. „In den Randzeiten vor 8 Uhr morgens und in den Abendstunden nach der regulären Abholzeit, ist es für die Kinder besonders wichtig, dass sie ein geborgenes familiäres Umfeld erleben, mit viel Aufmerksamkeit und Kuscheleinheiten“, weiß Sandra Funk.

Sie ist eine der acht Kindertagespflegepersonen, die im Landkreis Garmisch-Partenkirchen am Bundesprogramm „KitaPlus – weil Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, teilnehmen. Eltern soll durch eine Erweiterung der Öffnungszeiten von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Träger des Projekts ist die Frau und Beruf GmbH, beauftragt durch das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen.

Von Januar 2016 bis Dezember 2018 werden im Rahmen des Bundesprogramms KitaPlus Kindertagesstätten sowie Kindertagespflegestellen gefördert, die ihre Betreuungszeiten auf der Grundlage eines bedarfsgerechten Konzeptes erweitern. Im Mittelpunkt des Programms steht das Anliegen, qualitativ gute Betreuung für Kinder zu flexiblen Zeiten anzubieten, die den Bedürfnissen und Lebenslagen der Familien entsprechen. Es geht dabei nicht um die Erweiterung des zeitlichen Umfangs der Fremdbetreuung für einzelne Kinder, sondern um die Unterstützung von Familien durch passgenaue Betreuungsangebote mit guter pädagogischer Qualität. „Die Kinder verbringen nicht mehr Zeit in der Kindertagespflege, sondern zu anderen Betreuungszeiten“, betont Bettina Kostalek vom Amt für Kinder, Jugend und Familie, ein wichtiger Kooperationspartner des Projekts. 

Nachfrage nach „Randzeitenbetreuung“ gestiegen

Beate Königer, Leiterin des Kinderbüros in Garmisch-Partenkirchen, kann das bestätigen: „Bei uns in der Vermittlung ist die Nachfrage nach „Randzeitenbetreuung“ in den letzten Jahren deutlich gestiegen.“ Berufstätigkeit und Familie miteinander so zu verbinden, dass es allen Familienmitgliedern, Eltern und vor allem den Kindern gut geht, ist ein wichtiges Ziel, insbesondere in Berufen, in denen auch sehr früh am Morgen, spät abends, an Wochenenden und Feiertagen gearbeitet wird oder Schichtarbeit üblich ist. Die Eltern der von Frau Funk betreuten Kinder arbeiten beispielsweise im Krankenhaus oder in der Gastronomie bzw. in der Tourismusbranche. Darüber hinaus bietet sie einer jungen alleinerziehenden Mutter durch die Betreuung ihres Kindes die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren. 

Weitere im Projekt aktive Tagesmütter sind neben Sandra Funk in Garmisch-Partenkirchen Gabriele Laczko, Birgit Lange und Susanne Leister, in Murnau Edith Spörl, in Saulgrub Juliane Weber und in Mittenwald Brigitte Polzyn und Cornelia Margraf.

Von Kreisbote

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