Tajik Rallye: Michael Hejda und Daniel Dekinger erzählen vom Abenteuer quer durch Eurasien

Rückkehr aus Duschanbe

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Unterwegs in den Weiten von Kasachstan.

Landkreis – 8 000 Kilometer in knapp drei Wochen, von Hohenthann nach Duschanbe (Tadschikistan) mit dem Auto – Abenteuer pur für Michael Hejda (27 Jahre) und Daniel Dekinger (23 Jahre). Welchen Weg die Teilnehmer der Tajik Rallye wählen, um an ihr Ziel zu kommen, bleibt ihnen überlassen. Sicher ist aber: Ganz gleich auf welcher Route sie fahren, es wird immer eine Herausforderung sein.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und so stellten sich Michael und Daniel der Herausforderung und meldeten sich für die Tajik Rallye an. Zur Infos: Es geht für die teilnehmenden Teams darum, die Strecke nach Duschanbe mit einem Auto zurückzulegen, dass dann vor Ort versteigert wird. Das Geld, wie auch die Anmeldegebühr, sind Spenden für wohltätige Zwecke. Dafür hat sich der Organisator Adventure Manufactory mit Caritas International zusammengetan.

Es ist einiges an Planung im Vorfeld notwendig – es brauchte ein Auto, das die Strecke durchhält, Visa mussten organisiert und Sponsoren gewonnen werden (der Kreisbote berichtete). „Du bist nie an dem Punkt, wo du denkst ‚okay, die Vorbereitungen sind abgeschlossen‘“, überlegt Daniel. Die beiden Abenteurer sitzen entspannt beim Gespräch mit dem Kreisboten. Wenn man ihrer Erzählung zuhört, dann scheint es, als ob sie von Anfang bis Ende der Reise alles locker angegangen sind, man nimmt‘s, wie es kommt. „Wir sind los und hatten eigentlich keine Ahnung, wo wir hin müssen“, meinte Michael. Ganz planlos waren die beiden aber nicht, auch wenn es keine exakt ausgearbeitete Route gab. Insgesamt führte sie die Reise durch zehn Länder. „Man bekommt immer wieder einen Kulturschock“, stellt Daniel fest und Michael ergänzt: „Das ist immer wieder eine komplett neue Welt“.

Bis Rumänien hängten sich Michael und Daniel an Münchner ran, sodass sie nicht alleine unterwegs waren. „Ab Rumänien wird es immer schwieriger und fremder, von den Straßen bis zur Kommunikation mit den Menschen“, findet Daniel. In Rumänien waren sie dann ein Stück allein unterwegs, ehe sie auf zwei österreichische Teams trafen. „Die waren besser vorbereitet als wir“, gab Michael zu. „Wir sind dann mit ihnen bis nach Odessa (Ukraine) gefahren. Auf dem Weg sind wir versehentlich auch noch in Moldawien eingereist.“

Tolle Abenteuer, von spannend bis kurios

Auf ihrer Reise erlebten die Bayrischen Buam, wie sie sich selbst nennen, wirklich zahlreiche witzige, spannende und kuriose Geschichten. Eine davon ereignete sich an der Grenze zur Ukraine. „Wir hatten einen Kasten Karg dabei. Das haben die an der Grenze spitz gekriegt und wir mussten den Grenzposten erst mal mit fünf Halbe versorgen“, erzählt Daniel. Da die Österreicher den Bayern zu viele Pausen machten, trennten sich die Wege. Von Odessa ging es innerhalb kurzer Zeit nach Wolgograd (Russland). „Wir waren etwa einen Tag hinter den anderen Teilnehmern her“, so Daniel. „Um das wieder aufzuholen, sind wir einen guten Tag non-stop durchgefahren“. Einzige Ausnahme war der ungewollt lange Aufenthalt von acht Stunden an der ukrainisch-russischen Grenze.

Und plötzlich war man zu viert

„In Wolgograd trafen wir wieder die Münchner und stellten fest, das deren Auto kaputt war“, erinnert Daniel sich. Doch die Münchner wollten nicht aufgeben: „Wir haben dann die Hälfte des Gepäcks weggegeben und haben die Rallye zu viert in einem Auto fortgesetzt.“ An der russisch-kasachischen Grenze erwartete die Jungs die nächste Überraschung: der Grenzer sprach Deutsch. „Kasachstan ist groß, sehr groß“, betonte Michael. „Es gibt in Kasachstan genau eine gut ausgebaute Straße: Die Handelsstraße zwischen Russland und China, aber das wussten wir nicht“, so Daniel. Alles andere geht, den beiden zufolge, kaum als Straße durch. „Die Schlaglöcher sind so groß, da verschwinden ganze Autos“, sagt Michael und lacht. „Da ist viel Steppe, alles ist gleich. Man fährt und fährt und hat das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen.“

Verbrüderung in der Steppe von Kasachstan: Daniel (zweiter v. li.) und Michael (vierter v. li.) bekamen auch mal überraschenden Besuch am nächtlichen Lager.

Auch das fehlte nicht: Wodka am Lagerfeuer

In Kasachstan begab sich eine weitere dieser Geschichten, wie man sie nur erlebt, wenn man auf eine Abenteuerreise geht. Eines Abends schlugen die Bayrischen Buam ihr Nachtlager im Nirgendwo der kasachischen Steppe auf. Plötzlich tauchten zwei Männer auf, die Wodka dabei hatten. Sie setzten sich mit ans Lager, tranken gemeinsam mit den Deutschen eine Runde und gingen dann wieder.

Von Kasachstan führte die Reiseroute nach Kirgisistan – wo es eine „erstaunlich gut ausgebaute Mautstraße gab“, so Michael – und von da dann endgültig nach Tadschikistan. Um nach Duschanbe zu kommen „fährt man hohe Passstraßen“, erklärt Michael. Die Zieleinfahrt in der Hauptstadt fand in einem Konvoi von rund 15 Teams statt. Das Auto sowie einen großen Teil der Ausrüstung versteigerten oder verschenkten die beiden. Zurück nach Deutschland ging es dann etwas schneller, nämlich mit dem Flugzeug.

Im Rückblick halten die Freunde fest, dass alles ohne größere Krisen geklappt hat. Das Auto hatte auch durchgehalten – zum Glück wurden die Ersatzreifen nicht benötigt, denn wie sich im Ziel herausstellte, wären sie ungeeignet gewesen. Das Haushalten mit dem Benzin klappte – Tankstellen sind irgendwann rar – und die Kommunikation in den Ländern und an den Grenzen hatte auch funktioniert (im Zweifel mit Hilfe von Geld). Auf die Frage, ob sie noch einmal an der Tajik Rallye teilnehmen würden, nicken beide. „Vielleicht nicht gleich nächstes Jahr, aber generell schon“, sind sie sich einig. Trotz Sprachbarrieren hatten sie viele nette Begegnungen mit den Menschen – ganz gleich, in welchem Land. Und, es war definitiv ein verrücktes und spannendes Abenteuer.

Ein großer Dank an die Sponsoren

Bedanken möchten sich Daniel und Michael bei den Sponsoren, die die Teilnahme an der Charity-Rallye ermöglicht haben. Das sind: KERN Microtechnik, Alpenhof Murnau, KFZ-Meisterbetrieb Miedanner, Friseursalon Mayr, Friseursalon Bräu, Karg Bräustüberl und Drachen-Apotheke Murnau.

von Melanie Wießmeyer

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