Langer Ausfall des Mittenwalder Skirennfahrers droht

Abfahrtsspezialist Thomas Dreßen an der Hüfte operiert

Thomas Dreßen
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Abfahrtsspezialist Thomas Dreßen wird wohl lange ausfallen.

Das ist bitter: Der Mittenwalder Skirennfahrer und Kitzbühel-Sieger von 2018, Thomas Dreßen, musste an der Hüfte operiert werden, ein langer Ausfall droht.

Die alpine Skisaison nimmt langsam Fahrt auf. In dieser Woche finden im österreichischen Lech zwei Parallel-Riesenslalom-Wettbewerbe statt, und der Deutsche Skiverband (DSV) hofft auf gute Ergebnisse. Die Vorbereitung wird allerdings von der Verletzung eines Fahrers überschattet, der erst Mitte Dezember in die Saison starten wollte: Thomas Dreßen musste sich einer Hüftoperation unterziehen.

„Ich habe schon seit zwei Jahren Probleme mit der Hüfte“, sagte Dreßen in einer vom DSV verbreiteten Stellungnahme. „Ich habe es zuletzt aber vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten. Ich hatte gehofft, dass man eine OP vermeiden kann und es mit Spritzen in den Griff bekommt. Es ist eine blöde Situation“, sagte der 27-Jährige Mittenwalder geknickt.

Zum jetzigen Zeitpunkt wissen weder Dreßen noch Bundestrainer Christian Schwaiger, wie lange der fünffache Weltcupsieger ausfallen wird. Nach der OP steht in jedem Fall eine Reha an, im Anschluss soll Dreßen wieder auf die Trainingsarbeit im Schnee vorbereitet werden. Der Abfahrtsspezialist, der 2018 das legendäre Rennen auf der Streif in Kitzbühel gewinnen konnte, musste nach Problemen an der Hüfte das Trainingslager im Copper Mountain (USA) abbrechen, wo sich das Speedteam seit 8. November auf den Winter vorbereitet. Am Donnerstag wurde ein freier Gelenkkörper entfernt. Wie lange Dreßen ausfallen wird, hängt von der Operation ab. Es werde „die ganze Hüfte angeschaut. Danach wird man sehen“, betonte Deutschlands Skisportler des Jahres vor der OP.

Der 27-Jährige Mittenwalder sollte in dem im Umbruch befindlichen DSV-Team das Aushängeschild sein und mit Erfolgen den Druck von den anderen Athleten nehmen. Im Männerteam werden nun vermehrt Stefan Luitz und Josef Ferstl im Mittelpunkt stehen, die bisher allerdings nicht Dreßens Konstanz aufweisen konnten. „Dieser Ausfall trifft uns heftig. Thomas ist nach dem Rücktritt von Felix Neureuther die Galionsfigur. Jetzt müssen wir enger zusammenrücken“, sagte Alpinchef Wolfgang Maier.

Der Saisonstart Dreßens war eigentlich für Mitte Dezember (12./13.) im französischen Val d“Isere vorgesehen. Darauf habe er sich sehr gefreut. „Aber es ist eben so, wie es ist“, sagt er tapfer. Wichtig sei ein „guter Reha-Plan, damit man das in den Griff bekommt. Aber beim Knie und bei der Schulter hat man das auch gut hingebracht“, so Dreßen: „Ich hoffe, dass ich stark zurückkomme.“

Im Jahr 2019 war ihm das gelungen: Zuvor, am 30. November 2018 war der Mittenwalder beim Weltcuprennen in Beaver Creek (USA) schwer gestürzt und hatte sich bei diesem Sturz eine komplexe Knieverletzung mit Kreuzbandriss, beschädigtem Außen- und Innenband sowie Meniskus auch eine Schulterluxation zugezogen. Dreßen kam danach fulminant zurück: Im Dezember 2019 gab er nach einjähriger Pause ein sensationelles Comeback. Gleich beim Weltcup-Auftakt im kanadischen Lake Louise gewann er die Abfahrt. In der vergangenen Saison feierte Dreßen insgesamt drei Weltcup-Siege, unter anderem am 1. Februar 2020 in Garmisch-Partenkirchen (und am 13. Februar in Saalbach-Hinterglemm) und avancierte damit vor Olympiasieger Markus Wasmeier zum erfolgreichsten deutschen Abfahrer. Auch der vergangene Winter verlief nicht ohne Probleme. Bei einem Sturz in Hinterstoder hatte sich Dreßen im Februar beide Schultern ausgekugelt. Eine Woche später fuhr er als Achter in Kvitfjell wieder in die Weltspitze. Titus Fischer

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