Tessy Lödermann zeigt Engagement für den Tierschutz – mehr Vierbeiner über den Sommer im Tierheim

"Erst denken, dann schenken"

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Die beiden Tierpflegerinnen Rebecca Idemberg-Färber (li.) mit Simmerl und Natascha Kühne mit Lumpi, arbeiten gerne im Tierheim Garmisch-Partenkirchen.

GAP– Sommerzeit bedeutet für viele Familien Urlaubszeit und es herrscht Hochkonjunktur in den Tierheimen. Es werden leider immer noch Haustiere an der Straße ausgesetzt oder ins Tierheim gebracht, weil sie gerade nicht in den Lebensplan passen.

Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins, erzählt bei einem Besuch des Tierheims Werdenfels in Garmisch-Partenkirchen, dass sie im Jahr um die 1400 bis 1600 Tiere annehmen, darunter 400 Fundtiere. Dieses Jahr wurde „nur“ ein Hund nachts vor das Tierheim angeleint – vor zwei Jahren war die Situation schlimmer. Jeden Tag aber kommen Hunde, Katzen, Vögel und Kleintiere ins Tierheim. „An manchen Tagen können es bis zu sieben Tiere sein“, erklärt Lödermann und zeigt auf ein dickes Buch, wo die „Eingänge“ festgehalten werden. Sie merkt den Sommer schon. Es werden vermehrt Tiere abgegeben und die Vermittlung stagniert.

Während des Gesprächs kommt ein Papa mit seinen zwei Kindern, um sich das Katzenhaus anzusehen. Einige Zeit später fragt der Junge: „Papa, vielleicht können wir ja die Mama überreden?“ Lödermann erklärt der Familie, dass sie das gemeinsam sehr gut im „Familienrat“ besprechen sollten. Denn Tiere sind kein Spielzeug. „Erst denken, dann schenken. Wenn sich die ganze Familie bewusst ist, wieviel Arbeit und Verantwortung ein Tier macht, dann können sie zu uns kommen“, so die Vorsitzende, die ihr ganzes Herzblut in den Tierschutz steckt. „Wir verbringen viel Zeit mit der Pflege der Tiere und dem Putzen der Einrichtung. Ich habe super Mitarbeiter und ein großer Dank geht auch an unsere 40 Gassigeher. Wir sind ein offenes Tierheim und bekommen auch viele Besucher.“ Demnächst gibt es auch eine zweimal 1000 Quadratmeter große Hundewiese. Dafür hat Lödermann neun Jahre lang gekämpft. Da sich das Tierheim von Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert, freuen sich alle Zwei- und Vierbeiner über Spenden: Tierschutzverein Garmisch-Partenkirchen, IBAN: DE03703500000000046003. Mehr Infos unter www.tierheim-garmisch.de, Tel. 08821-55967.

"Miau, miau": Ein Tiger zum Streicheln

Katzen sind die beliebtesten Haustiere. In Deutschlands Haushalten leben ca. acht Millionen Stubentiger. Und weil sie so beliebt sind, ist seit über zehn Jahren der 8. August auch der Weltkatzentag. Dieser Tag soll zum einen auf die weltweit vom Aussterben bedrohten Großkatzen wie zum Beispiel den Schneeleoparden aber auch auf das Leiden der verwilderten Streunerkatzen aufmerksam machen. 

Das Garmischer Tierheim nimmt Jahr für Jahr an die 500 Katzen auf. Die Tiere werden abgegeben oder als Fundkatzen gebracht. Gerade jetzt zur Ferienzeit ist das Katzenhaus voll. Gleichzeitig stagniert die Vermittlung während der Sommerferien. Über 70 Katzen, darunter viele Katzenkinder, warten auf ein neues Zuhause. Inzwischen gibt es schon eine Warteliste für Leute, die ihre Katze ans Tierheim abgeben wollen, da fast täglich Fundkatzen oder Notfälle noch irgendwie untergebracht werden müssen. Eine der großen Sorgen des Tierschutzvereins sind Streunerkatzen. Diese Tiere sind herrenlos und niemand ist für sie zuständig. Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins, stellt fest: „Obwohl wir seit Jahrzehnten kontinuierlich Kastrationsaktionen durchführen, tauchen immer wieder verwilderte Katzen- kolonien auf. In diesem Jahr haben wir schon 152 Katzen zur Kastration eingefangen, um das Katzenelend und die ständige Vermehrung zu bekämpfen.“ Dies ist eine sehr zeitintensive Arbeit für die Ehrenamtlichen und sie kostet den Tierschutzverein viel Geld. Auch das Bayerische Umweltministerium und der Bayerische Bauernverband machen sich für die Kastration von freilaufenden Katzen stark. Auf der homepage www.tierheim-garmisch.de kann man sich über die zu vermittelnden Katzen im Garmischer Tierheim informieren.

Von Alma Jazbec

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