Tierschutzverein Garmisch-Partenkirchen appelliert an Hundehalter

Rücksicht auf Wildtiere nehmen

Gerissenes Reh
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Von Hunden gerissenes Reh im Ammertal.

Ammertal - Innerhalb von nur einer Woche fielen im Ammertal ein Rotwildkalb und zwei Rehe wildernden Hunden zum Opfer. Der Berufsjäger Martin Wallis fand in Unterammergau ein totes Rotwild, sein Kollege Dominik Rödel am Altherrenweg in Oberammergau ein gerissenes Reh und Jagdaufseher Sepp Weiß ein weiteres Reh am Pürschling. Die Spuren an den gerissenen Wildtieren sind eindeutig. Sie stammen von Hunden.

Draußen herrscht Notzeit für die Wildtiere. Sie haben ihren Stoffwechsel heruntergefahren und kommen mit ihren Hufen im tiefen, nassen Schnee nur schlecht vorwärts. Ein Hund dagegen kann mit seinen breiten Pfoten viel besser auf der Schneedecke laufen und ein fliehendes Wildtier schnell einholen und töten. Für die Vorsitzendes des Tierschutzvereins, Tessy Lödermann, ist es nicht nachvollziehbar, dass Hundehalter Hunde mit Jagdtrieb frei laufen lassen: „Tierliebe darf nicht beim eigenen Hund enden, sie muss auch die Wildtiere mit einschließen. Wer einmal ein gerissenes Reh gesehen hat, vergisst diesen Anblick nicht mehr, weil deutlich wird, wie viel Angst, Schmerz und Leid dieses Tier erleiden musste, bis es endlich sterben konnte.“ Tessy Lödermann betont auch, dass Hunde, die dem Wild nachstellen, vom Jagdschutzberechtigten, also vom zuständigen Jäger, erschossen werden dürfen. „In unserem Landkreis werden seit vielen Jahren keine wildernden Hunde mehr geschossen, weil die Jägerschaft kein Leid über die Tierbesitzer bringen will. Dieses Entgegenkommen droht zu kippen, wenn sich einige wenige Hundehalter so rücksichtslos verhalten. Das macht mir große Sorgen.“ Auch droht Hundehaltern, deren Hunde unbeaufsichtigt in einem Revier oder in einer Wildruhezone erwischt werden, ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro. Der Tierschutzverein appelliert an alle Hundebesitzer Verantwortung zu übernehmen und es nicht zuzulassen, dass einige Hunde mit Jagdtrieb nicht nur Wildtieren Leid zufügen, sondern auch ein schlechtes Bild auf alle Hunde und ihre Besitzer werfen. kb

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