Der "touristische Masterplan" - Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Das Interesse an der Präsentation des „Touristischen Masterplans für Garmisch-Partenkirchen“ war groß. Bürgermeister Thomas Schmid ließ bei seiner Begrüßung alle bisherigen Ansätze zu diesem Thema noch einmal Revue passieren: „Verschiedene Initiativen haben verschiedene Möglichkeiten untersucht, allein am Ende gab es kein Gesamtbild. Deshalb wollten wir jemand von außen beauftragen, der die Thematik mit der Brille Garmisch-Partenkirchens ansieht.“

Referent Charles Fessel, der sich selbst als Berater und Visionär bezeichnete, betonte gleich am Anfang, dass es sich beim Masterplan um keine Maßnahme für eine Olympiade handle. Seit 40 Jahren sei er weltweit erfolgreich, räumte er auch gleich mit Gerüchten zu seiner Person auf: „Ich bin Berater und kein Investor.“ Die für Garmisch-Partenkirchen machbaren Lösungen seien nicht im stillen Kämmerlein, sondern in Gesprächen mit allen Gruppen der Bevölkerung entstanden. Und noch eins stellte der Schweizer klar: „Meine Arbeit hat nichts mit Parteien und Politik zu tun.“ Im Gegensatz zu Prof. Bausch sah Fessel den Tourismus sehr wohl an erster Stelle aller Wertschöpfung im Ort. „Für mich ist Garmisch-Partenkirchen der wichtigste Tourismusort in Bayern, wenn nicht in Deutschland.“ In einer Momentaufnahme zum Istzustand beleuchtete er Stärken und Schwächen des Ortes. Als Plus wertete Fessel dabei den weltweit sehr hohen Bekanntheitsgrad, während das Kongressgeschäft, da es keine Wertschöpfung zeige, eher zu den Verlustposten zählt. Doch Hotels, Kongresse, Events, Kultur, Gesundheit, Olympia und Einzelhandel seien Räder, die es zu verzahnen gilt. Dabei müsse man aber wissen, was zum Erfolg führt und den Willen zur Umsetzung haben. In diesem Zusammenhang nannte er Müller-Elmau ein Vorbild, der es in zwei Jahren geschafft habe, sein Haus unter die „Top Ten" Hotels der Welt zu katapultieren. Ziel aller Maßnahmen, die er mit dem Slogan „Garmisch-Partenkirchen ganz oben, ganz nah, das ganze Jahr“ überschrieb, sind zwei Millionen Übernachtungen, das wäre eine Steigerung um acht Prozent. Wenn das erreicht wird, könnten alle Maßnahmen, die er im Anschluss zu seiner ausführlichen Einführung vorstellte, ohne Zuschüsse abgewickelt werden. Im zweiten Teil seines Vortrags konnten die Zuhörer Schritt für Schritt den Umbau des Kurparks, des Kongresshauses, der touristischen Sonderzone und der Olympia- Erlebniswelt miterleben. Am Kurpark wird der Pichlerhof in ein Hotel mit Luxusrestaurant und Sternekoch verwandelt, geplanter Zimmerpreis um die 245 Euro. Das Kongresszentrum erhält in Fesslers Vision in direkter Nachbarschaft ein Hotel, an das sich ein Theater anschließt. Das Alpencasino soll von seinem derzeitigen Standort ebenfalls in das Zentrum am Richard-Strauss-Platz verlegt werden. Fessel: „Das ist finanziell machbar und sollte unter einer Hand betrieben werden.“ Für die Zugspitzbahn sieht der Plan am jetzigen Standort des Verwaltungsgebäudes ein Dreisternehotel vor. Die Attraktion, vom Hotel direkt in den Zug zur Zugspitze zu steigen, soll ebenfalls neue Gäste bringen. 3000 Quadratmeter Wasserwelten, der Technopark, das Olympische Dorf mit Kletterhalle, waren weitere bis ins Detail vorgestellte Objekte, wie auch die Olympia-Erlebniswelt mit Sporthotel, 1000 Quadratmeter Eiswelten, Schanzencafé und ein völlig neu gestaltetes Kainzenbad. Diese Vorstellung enthielt zwar bereits Bekanntes, aber auch einiges Neue. Mit der der Feststellung, „es gibt Investoren, die nicht nur an die Kohle denken“ und dem Zusatz, dass er solche auch seit Jahren kenne, nahm Fessel dem Ganzen den Nimbus, nur Illusion zu sein. Die Zeit wird zeigen, wie der Gemeinderat die Chancen oder auch Risiken bewertet, die der Masterplan birgt.

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