Traurige Hochsaison für Haustiere – Tierheim Garmisch-Partenkirchen beobachtet zur Ferienzeit einen Anstieg an Fundtieren

In der Urlaubszeit werden vermehrt Tiere ausgesetzt – wie diese Katzenbabys in einem Pappkarton. Foto: Tierschutzverein GAP

Für die Tierheime, auch für das in Garmisch-Partenkirchen, ist die Sommerzeit immer eine traurige Hochsaison. Schon vor und auch zu Beginn der Reisezeit werden vermehrt Tiere abgegeben oder einfach ausgesetzt. Allein in den ersten drei Augustwochen nahm die Einrichtung in der Schmalenau 92 Tiere auf. Damit erhöhte sich die Zahl der 2012 bisher aufgenommenen Tiere auf 1050.

Das Garmisch-Partenkirchner Heim ist bis auf den letzten Platz belegt, die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen leisten viele Überstunden. Was die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Tessy Lödermann, besonders fassungslos macht, ist die Tatsache, dass vermehrt Tiere ausgesetzt werden. „Allein im August wurden zehn Katzenbabys, die erkennbar aus drei Würfen stammen, in einem Pappkarton an einem Parkplatz bei Wallgau gefunden, vier Katzenkinder in einem zugeklebten Karton an einem Badesee und zwei weitere in einem blutigen Handtuch an der Autobahn. Was sind das nur für Menschen, die sich völlig verantwortungslos ihrer Tiere entledigen, anstatt sie wenigstens ins Tierheim zu bringen?“ Dabei ist das Aussetzen von Tieren kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit, für die eine Strafe bis zu 25000 Euro verhängt werden kann. Von diesen Fällen abgesehen, stiegen in den letzten Wochen auch die Tierabgaben stark an. Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel werden – oft mit abenteuerlichen Geschichten – im Tierheim abgegeben. „Wir improvisieren nur noch, um die Tiere gut unterzubringen. Tierhalter zu sein bedeutet, Verantwortung zu haben und sich schon bei der Anschaffung darüber Gedanken zu machen, wer das Tier im Falle einer Reise betreut”, sagt Tessy Lödermann. Verantwortungsbewusste Tierhalter nutzen die Tierpension im Garmischer Tierheim, aber auch diese ist bis Oktober völlig ausgebucht. Der Tierschutzverein appeliert an alle Tierfreunde, die sich für die Aufnahme eines Tieres in die Familie entschlossen haben, zuerst ins Tierheim zu gehen, warten doch über 300 Tiere dort auf ein neues, gutes Zuhause. Die neuen Halter werden ausführlich beraten, so dass es nicht zu unüberlegten Anschaffungen kommt und Mensch und Tier gut zusammenpassen.

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