"Den Alltag erleichtern"

TUM-Anwender- und Forschungszentrum "Geriatronik" an der Bahnhofstraße eröffnet

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Demonstration des Roboterassistenzsystems.

GAP – Der Roboterarm ist weiß, hat weder Ecken noch Kanten und ist leicht geschwungen. Das Besondere: Er ist „feinfühlig“, reagiert auf menschliche Berührungen.

Der zweiarmige Roboterassistent GARMI soll älteren Menschen beim Aufstehen aus einem Sessel helfen oder ein „intelligentes Werkzeug für die Telemedizin sein“. Er ist das wichtigste Projekt des Anwender- und Forschungszentrums „Geriatronik“ der Technischen Universität München.

In dem Zentrum an der Bahnhofstraße 37 werden künftig Roboterassistenten entwickelt und erprobt. Sie sollen ein selbstbestimmtes Leben auch im hohen Alter möglich machen. Die Menschen werden immer älter und damit steigt auch die Zahl Pflegebedürftiger. Es fehlen jedoch qualifizierte Pflegekräfte. Auf zwei Etagen arbeiten zunächst rund 15 – später 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Munich School of Robotics and Maschine Intelligence (MSRM). „Die in Garmisch-Partenkirchen entwickelten technischen Innovationen helfen insbesondere älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen“, sagte Staatsminister Dr. Florian Hermann im Rahmen der Eröffnungsfeier. „Für viele Menschen wird dieses Zentrum eine segensreiche Einrichtung.“

Bei der Eröffnung v. li. Vizepräsident der TU, Dr. Hans Pongratz, erste Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Leiter der Staatskanzlei Staatsminister Dr. Florian Hermann und Professor Sami Haddadin.

Am Münchner Stammsitz der MSRM soll die Anwenderforschung und in Garmisch-Partenkirchen die Technologie und Feldforschung betrieben werden. Ermöglicht wird das Ganze durch Fördermittel des Bayerischen Wirtschaftsministeriums sowie der LongLeif GaPa gGmbH, die das von der Leifheit-Stiftung erhaltene Vermögen für den Markt Garmisch-Partenkirchen verwaltet, heißt es. „Wir werden hier Geriatronik-Forschung betreiben und die Technologie mit den Menschen in Garmisch-Partenkirchen in Berührung bringen, ihnen sollen unsere Entwicklungen ja in der Anwendung von Nutzen sein“, betonte Professor Sami Haddadin, Direktor des MSRM. „Nur so können wir sicherstellen, dass wir unsere Roboter an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten und Berührungsängste von Anfang an abbauen.“ Der Standort des auf acht Jahre angelegten Projekts ist nur vorläufig. Das Anwender- und Forschungszentrum „Geriatronik“ soll langfristig auf dem geplanten LongLeif-Campus untergebracht werden, der zusätzlich den Neubau des Caritas-Pflegeheims und ein Ausbildungszentrum für Pflegekräfte beherbergen soll. „Was uns jetzt noch fehlt, ist grünes Licht von der Bayerischen Staatsregierung für den Bau und auf Dauer angelegten Betrieb des TUM Geriatronik Forschungszentrums auf dem geplanten LongLeif-Campus, so Dr. Sigrid Meierhofer, erste Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen und Vorsitzende des Aufsichtsrats der LongLeif GaPa gGmbH.

Roboterassistent GARMI

Durch das Forschungszentrum sei es gelungen, einen bedeutsamen Schritt vorwärts zu kommen auf dem Weg einen dauerhaften Forschungsstandort für Geriatronik in Garmisch-Partenkirchen und in Partnerschaft mit der TU München aufzubauen, betonte die Bürgermeisterin.

von Astrid Klammt

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