Unternehmer Zott hat das Bürgerbegehren zum dauerhaften Verbleib zurückgezogen

Unterammergau: Streit um Skulptur beigelegt

Skulptur Unterammergau
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Die Raum- und Klangskulptur SICHTUNG III von Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier im Skulpturengarten der mSE Kunsthalle in Unterammergau.

Unterammergau – Bei der Debatte um die fast 33 Meter hohe „Zott“-Skulptur in Unterammergau wurde ein Kompromiss gefunden. Unternehmer Christian Zott, die Gemeinde Unterammergau und das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen haben sich darauf verständigt, das Bürgerbegehren zum dauerhaften Verbleib des Monuments zurückzuziehen.

Die begehbare Raum- und Klangskulptur „Sichtung III“ von Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier, eine künstlerische Installation aus Stahl mit einer Höhe von über 30 Metern, war im Vorfeld zum Gegenstand einer regen Debatte geworden. Im Oktober 2019 als „fliegender Bau“ für drei, dann sechs Monate errichtet, erfreute die „Sichtung“ vor allem Besucher des Skulpturengartens. Andere kritisierten insbesondere die Dimension des „rostigen Stengels“. Christian Zott, Gründer und Inhaber der mSE Kunsthalle in Unterammergau, ersuchte die Gemeinde um eine Genehmigung zum Verbleib der Skulptur. Die „Sichtung“ sollte entsprechend der Intention der Künstler im Skulpturengarten ihren Heimatstandort erhalten und von dort temporär an andere Orte entsandt werden. Das Werk wurde daraufhin in Unterammergau, unter den Bürgern und im Gemeinderat, kontrovers diskutiert. Bald interessierten sich auch überregionale Medien für das Thema. 

Listen mit Unterschriften für und gegen den rostigen Turm gingen durchs Dorf. Der neue Gemeinderat hatte sich dann eindeutig gegen das Kunstwerk positioniert und den Fall an die Baubehörde im Landratsamt gegeben. Zott selbst erklärte daraufhin, dass er keinen Ärger haben und den Turm abbauen wolle, wenn es keine Mehrheit für sein Kunstwerk gibt. Die kontroverse Diskussion ging über bloß ästhetische Fragen hinaus. Um bei der Entscheidung die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot zu holen, hatte Unternehmer Zott ein Bürgerbegehren über den dauerhaften Verbleib des Kunstwerks im Skulpturengarten der mSE Kunsthalle initiiert. 

Das Bürgerbegehren erreichte in kürzester Zeit das nötige Quorum. Die Regierung von Oberbayern hatte dann formelle Bedenken zur konkreten Formulierung der Fragestellung geäußert. Auch wenn diese Rechtsauffassung von Christian Zott nicht geteilt wird, zog er in Abstimmung mit der Gemeinde Unterammergau und dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen seinen Antrag zurück. Die öffentliche Debatte um die „Sichtung III“ hatte nicht nur zu einem überregionalen Medienecho geführt, sie hat insbesondere auch Vertreter des Kultur- und Museumsbetriebs auf das Kunstwerk aufmerksam gemacht. Der mSE Kunsthalle liegen drei konkrete Anfragen aus Deutschland und der Schweiz vor, die eine temporäre Errichtung der Skulptur an anderen Orten betreffen. 

Christian Zott bedauert in einer Pressemitteilung, "dass diese Resonanz nicht auf Unterammergau gelenkt werden konnte." Dennoch wurde mit Gemeindevertretern und dem Landratsamt konstruktiv diskutiert, ob die „Sichtung“ zu einem späteren Zeitpunkt als Fliegender Bau temporär wieder zurückkehren kann. 

Die 70 Tonnen schwere Raum- und Klangskulptur von Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier stand 2018 im Landkreis Erding und danach in München. Die Skulptur, auf der sich oberflächlich Rost in verschiedenen Farbschattierungen bildet, ist begehbar und bot in Unterammergau einen bsonderen Ausblick die Berge.  kb

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