Unterricht von zu Hause aus stellt eine Herausforderung für alle Beteiligten dar

Homeschooling erfordert Selbstdisziplin

Schüler im Homeoffice
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Gute technische Hilfsmittel haben ihre Vorteile beim Homeschooling. Wie lange die Schüler noch von zu Hause aus unterrichtet werden, kann keiner genau sagen.

Landkreis – Nicht immer ganz leicht ist es, Haushalt, Kinder und das Berufsleben unter einen Hut zu bekommen. Nun auch noch die Schule unter dem eigenen Dach zu haben, überfordert viele Eltern und bringt sie an ihre Grenzen. Aber auch für Schüler und Lehrer ergeben sich mit dem Homeschooling einige Herausforderungen.

Vor allem für jüngere Schülerinnen und Schüler ist es nicht immer leicht, eine Motivation für das Lernen von zu Hause aus zu finden. Die Größeren in der Schule wissen bereits, wie wichtig es ist, am Unterrichtsstoff dranzubleiben. Den Antrieb der Kleineren stellt hingegen eher der engere Kontakt zu Freunden und Lehrern dar. Die Schulamstdirektorin Gisela Ehrl beschreibt die Situation: „Es ist nicht leicht für die Lehrer allen Schülern, die wiederum aus unterschiedlichsten Verhältnissen kommen, was Familie, Wohnsituation und technische Ausstattung angeht, auf gleichem Niveau den Unterrichtsstoff zu vermitteln.“ Umso älter die Schüler, desto leichter fällt ihnen auch der Umgang mit den neuen Lehrmitteln. Eine Schülerin der 8. Klasse, Gymnasium, äußert sich zum Homeschooling: „ Gut finde ich daran, dass man länger schlafen kann, da man sich nur an den Schreibtisch setzen muss. Mich persönlich stört nichts am Homeschooling, außer, dass man sich vieles selbst beibringen muss. Ich denke aber, dass ich so sogar mehr lerne, weil ich mich intensiver mit dem Stoff beschäftigen muss“.

Von den Lehrkräften im Landkreis kommt laut Schulamtsdirektorin viel positives Feedback zurück. Es wird analog durch Arbeitsblätter und digital durch bestimmte Portale wie z.B. „mebis“ oder „MS Teams“ gelehrt. Die technischen Hilfsmittel funktionieren allerdings nicht immer einwandfrei, aber die Kommunikation darüber läuft bereits viel besser als beim ersten Lockdown. Auch die Frage, ob die Schüler große Defizite in manchen Bereichen aufweisen und für den Übertritt in die nächste Klasse bereit sind, wird oft in den Raum gestellt. Gisela Ehrl dazu: „Der Unterrichtsstoff wird vielleicht anders vermittelt, aber deswegen nicht weniger gut. Der Fokus liegt nun einfach mehr auf den Kernfächern und Kerninhalten.“ Ganz neu in der Diskussion ist ein Vorstoß des Lehrerverbandes für ein zusätzliches Schuljahr wegen Corona. Für viele Eltern und Schüler würde diese Möglichkeit enormen Druck aus der jetzigen Situation herausnehmen.

Die Schülerinnen und Schüler, bei denen jetzt der Abschluss kurz bevorsteht, stehen nochmal vor einer ganz anderen Herausforderung. Hierzu die Meinung einer Schülerin der 12. Klasse, Gymnasium: „Auf das Abi fühle ich mich eher semi gut vorbereitet. Einerseits schon, weil wir noch eine Klausurenphase vor uns haben und wir noch nicht in der direkten Abivorbereitungsphase sind. Aber je näher diese rückt, desto nervöser wird man und desto unvorbereiteter fühlt man sich“.

Große Aufregung gibt es um die Faschingsferien, welche von der Regierung gestrichen wurden. Unterschriftensammlungen dagegen laufen. Schulamtsdirektorin Gisela Ehrl hält das jedoch für eine sinnvolle Maßnahme: „Die Lehrer hatten in den letzten Wochen viel zu tun, daher ist es angebracht und sinnvoll, nun im Rhythmus zu bleiben und die Zeit zu nutzen, um Stoff nachzuholen.“

Keiner weiß, wie lange uns das Homeschooling noch begleiten wird. Es ist also wünschenswert, dass in Zukunft Lehrer, Schüler und Eltern weiterhin an einem Strang ziehen. fzi

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