Gehen Sie runter vom Gas

Verkehrsunfallbilanz 2017 für Oberbayern Süd: Überhöhte Geschwindigkeit ist Hauptunfallursache

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Verletzte und Getötete.

Region – Nach wie vor sind zu hohe Geschwindigkeit und Fahren unter Alkohol­einfluss die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle – ganz besonders, wenn diese mit schweren Verletzungen oder tödlich enden. Wie die Verkehrsunfallbilanz des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd zeigt, ist zwar die Zahl der Verkehrstoten gesunken, die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle (39 893, ein Plus von 4,7 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr jedoch gestiegen.

Diese Zahlen gelten für den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, das die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die neun Landkreise Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen umfasst.

Unser Blick auf die Zahlen für den Landkreis

Für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurden folgende Zahlen erhoben: Im vergangenen Jahr ereigneten sich 2855 Verkehrsunfälle, das sind 7,6 Prozent mehr als im Jahr 2016 (2653 Verkehrsunfälle). Verletzt wurde 485 Menschen, das sind 6,7 Prozent weniger als 2016 (520 Verletzte). Zwei Menschen verloren auf der Straße ihr Leben – im Jahr 2016 waren es 5 Getötete.

Überhöhte Geschwindigkeit

Jeder Tote ist einer zu viel, deshalb kann es als positiv gesehen werden, dass im vergangenen Jahr der zweitniedrigste Wert bei tödlichen Unfällen verzeichnet wurde. Dennoch, 77 Menschen kamen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bei einem Verkehrsunfall ums Leben: 34 Menschen – das sind fast die Hälfte der Fälle – aufgrund des Umstandes, dass ein Unfallbeteiligter mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. In insgesamt 17 der tödlichen Fälle geht die Unfallursache auf Alkoholkonsum zurück. Geschwindigkeit – 1 461 Fälle – und Alkohol – 393 Fälle – liegen auch den Unfällen mit Schwerverletzten zu Grunde.

Die Risikogruppen

Zu den Hauptrisikogruppen zählen Motorradfahrer. 1.090 Biker waren an Unfällen beteiligt. Bei den Motorradunfällen wurden 927 Kradfahrer bzw. Sozius verletzt; 16 Personen kamen ums Leben, eine mehr als im Jahr 2016. Haupt­unfallursache bei Unfällen mit Krafträdern ist nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit. Bei der Risikogruppe der „Jungen Erwachsenen“ (18-24 Jahre) ist die Gesamtzahl mit insgesamt 3.719 Unfällen deutlich rückläufig (2016: 3.821). Dabei wurden 1.177 Personen verletzte (2016: 1.241). Mit 12 Getöteten (2016 waren es 14) ist sie weiterhin überproportional am Gesamtunfallaufkommen beteiligt.

Bei unfallbeteiligten Senioren (65 Jahre und älter) erhöhte sich sowohl die Gesamtunfallzahl (4.137; Jahr 2016: 4.076) als auch bei den verletzten Personen mit 1.149 Verletzten (2016: 1.057). 24 Senioren verloren im vergangenen Jahr ihr Leben im Straßenverkehr. Um ältere Menschen für die Gefahren zu sensibilisieren, bietet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auch in diesem Jahr wieder kostenlose Sicherheitskurse für Senioren an.

Bei Verkehrsunfällen wurden 13 Radfahrer tödlich verletzt, was einem Rückgang von -18,8% entspricht (2016: 16). Die Anzahl der beteiligten Radfahrer blieb im Vergleich zum Jahr 2016 konstant (2.137). Die steigende Beliebtheit von E-Bikes und Pedelecs wirkt sich auch in der Statistik aus. Dies zeigt die erhebliche Zunahme von beteiligten Pedelecs (von 137 auf 188; +37,2%) und der dabei verletzten Personen (von 129 auf 176; +36,4%) an Verkehrsunfällen sehr deutlich.

Aktionen sollen sensibilisieren

Auch in diesem Jahr wollen die Beamten im Rahmen des polizeilichen Streifendienstes, vor allem auch mit Schwerpunktaktionen, wie z.B. dem Blitzmarathon, Aktionstagen „Fuß vom Gas“ und zum Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ sowie für mehr „Motorradsicherheit“ im Rahmen der Verkehrsüberwachung tätig sein. Polizeipräsident Robert Kopp bittet alle Verkehrsteilnehmer: „Nehmen Sie den Fuß vom Gas und geben Sie in kritischen Situationen - ganz nach dem Gebot der Vorsicht und der gegenseitigen Rücksichtnahme - lieber nach.“

von Kreisbote

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