Verkehrswende im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Erfolgreiche Fahrraddemo

Fahrraddemo
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Impressionen von der Demo (am Autobahnende = Nadelöhr).

Landkreis – „Politik im Tunnelblick – Gemeinsam für die Verkehrswende“ – unter diesem Motto veranstaltete das gleichnamige Aktionsbündnis am 3.7.2021 am Solarpark in Eschenlohe unter Beteiligung zahlreicher politischer Parteien und Organisationen eine Fahrraddemonstration. Der Einladung folgten rund 130 Unterstützer*innen, darunter Bündnis 90/Die Grünen, ÖDP, SPD, FDP und die Linke sowie mehrere weitere Organisationen: Darunter der Kreisverband GAP des ADFC e.V., BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisverband Garmisch-Partenkirchen, die Skatecrew aus Garmisch, das aus dem Vorjahr bestens bekannte Bündnis „Ausbremst is“ und der Fahrgastverband Pro Bahn Oberbayern.

Bei bestem Sonnenschein startete die Kundgebung mit Statements der beteiligten Organisationen. Anschließend ging es aufs Fahrrad zu einer Fahrt ans Nadelöhr und in die Nähe des geplanten Einstichs des Auerbergtunnels, der eine faktische Autobahnverlängerung darstellt. Wieder im Ort ging die friedlich verlaufende Demonstration weiter über die B2 zurück zum Kundgebungsort.

Dort kritisierten die Vertreter*innen der im Bündnis aktiven Parteien und Organisationen die gegenwärtige und mit dem Bau vieler Tunnel extrem kostspielige und verfehlte Verkehrspolitik. Der Ausbau der B2 soll eine neue schnelle Durchgangsstrecke zum Gardasee schaffen. Mit steigendem Verkehr wird aber auch der CO2-Ausstoß steigen. Ein weiterer Brennpunkt war die Bahnstrecke der Werdenfelsbahn, die seit Jahrzehnten auf Modernisierung und Halb-Stundentakt wartet und so eine echte Alternative zum Autoverkehr werden könnte, sowie der Ausbau des ÖPNV und von Radwegen.

Zu den Redner*innen gehörte Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski, Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie verwies in ihrer Rede auf die Dringlichkeit des Problems. Nicht nur für die Selbstständigen und die Pendler*innen unter den Einheimischen ist die missliche Verkehrssituation ein großes Problem. Auch der Tourismus leidet unter der verfehlten oder fehlenden Verkehrsinfrastruktur. Die Politikerin nannte notwendige Schritte: „Was es jetzt braucht sind echte, attraktive Alternativen zum Auto, die die Lebensqualität der Einheimischen erhöhen und einen nachhaltigen Tourismus erst ermöglichen. Dies bedeutet an erster Stelle einen schnellen Ausbau und eine Digitalisierung der Werdenfelsbahn zur Realisierung des Halbstundentaktes, sowie insbesondere den Ausbau von Carsharing, intelligenten ÖPNV-Angeboten und eines guten Fahrradwegenetzes zwischen den Orten.“ Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski zeigte eindrücklich auf, dass die Nachbarländer Österreich und Schweiz wesentlich aktiver sind, wenn es darum geht, Maßnahmen für den Klimaschutz voranzubringen. Seit Jahren investieren sie erfolgreich in Bahn und Alternativen wie ein gut ausgebautes Radwegenetz. Sie zeigen damit, wie es geht.

Die Bundestagskandidatin der SPD, Dr. Sigrid Meierhofer betonte: „Wenn wir unsere Verkehrsprobleme lösen und den Klimaschutz ernst nehmen wollen, müssen wir den motorisierten Individualverkehr unattraktiver und den öffentlichen Verkehr deutlich attraktiver machen.“

Jonathan Süßenbach von Fridays for Future urteilte über die Verkehrspolitik der Union eindeutig und hart: „Den Auerberg für ein zukunftsloses Verkehrskonzept zu durchlöchern ist alles andere als nachhaltig. Es ist eine Verschwendung von Ressourcen! Dieser Tunnel ist ein Schlag ins Gesicht der Klimabewegung!“ Norbert Moy, Sprecher des Bezirks-Verbandes von Pro-Bahn Oberbayern bilanzierte treffend: „Die Geduld der Bahnkunden mit der Politik ist am Ende: Sie warten schon seit Jahrzehnten auf grundlegende Verbesserungen im Werdenfels-Netz. Sie scheitern alle an der Weigerung, die Infrastruktur effektiv auszubauen.“

Der Veranstaltungsleiter Thomas Stärz, der auch Sprecher des Grünen Kreisverbandes Garmisch-Partenkirchen ist, zeigte sich begeistert von der Zusammenarbeit im Aktionsbündnis und dankte allen Beteiligten: „Die Zeit ist reif. Viel zu lange wurde nur in Straßen gedacht! Jetzt müssen wir mit mindestens so viel Energie die Verkehrswende vorantreiben! kb

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