Rot-weiß-rot im weiß-blauen Land

Verstärkung für das oberbayerische Informationstechnikbataillon 293 aus Österreich

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Bei den Vorbereitungen zum „Tag der Bundeswehr“ v. li.: : Stabsfeldwebel Jürgen Malley, Hauptfeldwebel Nicos Kalinowski, Fähnrich Thomas Wippel und Projektleiter Major Jan-Eric Foisner.

Murnau – Sechs Wochen lang hatten die Murnauer Verstärkung aus Österreich. Jetzt ist Fähnrich Thomas Wippel, der im Zuge seiner Offiziersausbildung ein Austauschprogramm in der Werdenfelser Kaserne absolvierte, zurück in seiner Heimat.

„Im Praktikum ist man Mädchen für alles.“ Diese Aussage trifft bei dem gebürtigen Tiroler Thomas Wippel nicht zu. „Für mich als angehender österreichischer Offizier war es eine einzigartige Erfahrung“, stellte der 24-Jährige fest und betonte, dass er überrascht sei, welch detaillierte Inhalte er über die Kommunikationstechnik der deutschen Kameraden vermittelt bekommen hat. Vom einfachen Handfunkgerät bis hin zur globalen Satellitenkommunikation – beim Informationstechnikbataillon 293 (ITBtl 293) sei alles abgedeckt. Der Fähnrich, der an der Theresianischen Militärakademie in der Wiener Neustadt im Bereich Cyber ausgebildet ist, erfuhr somit einen informativen, länderübergreifenden Informationsaustausch, der es ihm auch ermöglichen wird, im österreichischen Bundesheer Punkte für Veränderungen anzuregen.

Auftakt seines Praktikums bildete die grenzübergreifende Übung ‚Common Roof’, bei der neben Österreich auch die Schweiz beteiligt war. „Die staunten nicht schlecht, dass im deutschen Team schon ein Österreicher war“, erinnerte sich Wippel und schmunzelte. Ziel der Übung war es, trotz national unterschiedlicher IT die Kommunikation innerhalb dieser Länder sicherzustellen. Der nächste Auftrag für den österreichischen Soldaten war, sich in dem Großprojekt ‚Tag der Bundeswehr‘ in Murnau einzubringen. Im Ressort Medien und Marketing plante der Offiziersanwärter eigenverantwortlich Marketing-Touren im bayerischen Oberland. Mit einem ihm zugeteilten Kraftfahrer steuerte er die um Murnau liegenden Gemeinden an, nachdem er zuvor Absprachen zu Plakatierung und Verteilung von Werbemitteln getroffen hatte. Für den Fähnrich war es gewisserweise eine Überraschung: „Wie kann ich als österreichischer Soldat in Deutschland für die Bundeswehr Werbung machen?“ Zumal die einheitlich dunkelgrüne Uniform, die die rot-weiß-rote Nationalflagge nicht farbig zeigt, und sein unüberhörbarer Akzent ihn definitiv nicht als Deutschen erscheinen ließ. Irritierte Fragen, die er in den Gemeindeämtern erwartet hätte, mündeten höchstens in neugierige Blicke.

Sportlich unterwegs: Fähnrich Thomas Wippel.


Eine weitere Aufgabe war es, österreichische Medien für den Tag der Bundeswehr jenseits der Grenze zu interessieren. Ein Veranstaltungshinweis im Bezirksblatt Tirol sowie eine Vorankündigung in der Tiroler Tageszeitung waren konkrete Ergebnisse seines Engagements.

Als begeisterter Sportler kam Fähnrich Wippel, der aus Stams, 35 Kilometer westlich von Innsbruck stammt, in Murnau auch voll auf seine Kosten. „Murnau ist ein Urlaubsort, während meines Praktikums hier nutzte ich das natürlich aus.“ Sommersportarten wie Wakeboarden, Klippenspringen oder Klettern konnte er hier zwar nicht ausüben, jedoch machten ihm Stand-up-paddling am Staffelsee und Turmspringen am nahe gelegenen Strandbad genauso Spaß. Im September beendet er mit dem Offiziers­patent seine dreijährige Ausbildung und soll Kompaniekommandant einer Führungs- und Unterstützungskompanie werden. Auch dabei werden ihm seine Erfahrungen helfen, die er bei den bayerischen Kameraden in Murnau gesammelt hat.

von Max-Joseph Kronenbitter

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