Zu viel Nitrat im Trinkwasser?

"Eines der besten Wasser in Bayern"

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Wegen des Nitrats in der Düngung soll das Wasser regional teurer werden, aber nicht im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Landkreis – „Trinkwasser wird vergiftet“, „das Wasser wird teurer“, „zu viel Dünger im Wasser“, so, oder so ähnlich lauten Schlagzeilen über den Nitratgehalt im Trinkwasser. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen muss keine Angst vor teurerem Wasser haben oder dass der Dünger das Grundwasser „vergiftet“. Drei mg/l sind im Werdenfelser Land gemessen worden. Der Schwellenwert beträgt 50 mg/l.

Über solche Schlagzeilen ärgert sich nicht nur die Bezirksbäuerin Christine Singer, sondern auch Alois Kramer, Kreisobmann des Bauernverbands und Michael Voss vom Gesundheitsamt. Ihn erreichen momentan viele Anfragen. „Wir haben keinerlei Probleme mir der Belastung. In den letzten zehn Jahren lag der Durchschnitt schon bei 3,8 mg/l. Unsere Brunnen liegen tief, zum Teil bis zu 109 Meter“, so Voss. „Das ist reine Panikmache“, sagt er. Jeder Bürger hat das Recht, seinen Wasserversorger zu kontaktieren und sich über die Qualität zu informieren. In unserer Region habe man nichts zu verbergen, das betonte Voss beim Pressegespräch der Zugspitz Region.

Was ist Nitrat? Nitrate sind Stickstoffverbindungen, die natürlicherweise im Boden vorkommen, aber auch mit der Düngung ausgebracht werden. Pflanzen verwerten den Stickstoff des Nitrats für den eigenen Stoffwechsel und zum Aufbau von Eiweiß. Nitrat wird dabei über die Wurzeln aus dem Boden aufgenommen und in der Pflanze verteilt, wo es durch Photosynthese in energiereiche Eiweißverbindungen umgewandelt wird. Nitrat in den Böden kann durch Auswaschung mit dem Regen auch in das Grundwasser gelangen und somit letztlich in das Trinkwasser. Abhängig von der vorherrschenden Landnutzungsform können die Nitratgehalte des Grund- und somit auch des Trinkwassers erheblich sein.

Rucola und Feldsalat beinhalten auch Nitrat 

Nitrit ist ein Zwischenprodukt bei der Versorgung der Pflanze mit Stickstoff. Da Pflanzen ihren Stickstoffbedarf über Nitrat decken, können pflanzliche Lebensmittel, insbesondere verschiedene Gemüsesorten, vergleichsweise hohe Nitratmengen enthalten. In nitrathaltigem Gemüse kann durch mikrobiologische oder enzymatische Einwirkungen eine Umwandlung von Nitrat in Nitrit erfolgen. Dies kann bei unsachgemäßer Lagerung, unsachgemäßem Transport und/oder Missachtung der gängigen Hygienepraxis der Fall sein.

Christine Singer kennt die Problematik und hat diese im Beirat schon längst besprochen. „Bauern und Landwirte sind verärgert, denn sie achten auf den Trinkwasserschutz. Sie arbeiten intensiv mit den Ämtern zusammen“,erklärt sie. Die Landwirte in Bayern müssen bereits zahlreiche strenge Auflagen in den Bereichen Düngung, Pflanzenschutz und Bodenschutz erfüllen. Beispielsweise ist jeder tierhaltende Betrieb dazu verpflichtet, jährlich eine Nährstoffbilanz zu erstellen, in der genau ermittelt wird, wie hoch der Bedarf der Pflanzen ist und wieviel Dünger wie oft auf welche Fläche aufgebracht werden darf. Es kann also kein Landwirt nach Belieben Dünger aufbringen. Hinzu kommt, dass von jedem Betrieb alle sechs Jahre Bodenproben entnommen werden müssen, die vom Landwirtschaftsamt überprüft werden, um hohen Belastungen jeglicher Art möglichst schnell entgegen zu wirken.

 „Wir haben eines der besten Wasser in Bayern. Die Nitratbelastung ist für uns keine Thematik und hat keine Auswirkungen auf den Wasserpreis“, erklärt Zugspitz Region-Geschäftsführer Sebastian Kramer. Außerdem wollen ja auch die Landwirte und Bauern gutes Wasser trinken. Christine Singer wünscht sich, dass es eine regionale Anpassung bei den Regeln geben solle. „Unsere Bauern möchten sich nicht schief anschauen lassen.“

Von Alma Jazbec

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