Verregneter Almabtrieb in Krün

Viele Schaulustige und beste Stimmung im Festzelt

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Der Einzug der aufgekranzten Tiere wurde trotz des Wetters von vielen Schaulustigen verfolgt.

Krün – Gut beschirmt und behütet verlief der Krüner Almabtrieb. Wie eine bunte Palette säumten die aufgespannten Regenschirme den Bürgersteig, auf denen trotz des unfreundlichen Regenwetters viele hundert Besucher auf die Parade der heimkehrenden Kühe warteten.

„Ich freue mich sehr und bin angenehm überrascht“, so Bürgermeister Thomas Schwarzenberger unter dem aufgebauten Regenzelt, „dass so viele Zuschauer gekommen sind, das zeigt unserer Gemeinde und mir, dass der Almabtrieb nicht nur eine Attraktion für die Touristen, sondern für uns Einheimische vor allem ein Dankfest bedeuted, dass das Vieh und die Senner wieder gesund und ohne Verletzungen ins Tal zurückkommen.“ 

Vom Hirten Max Kriner war zu erfahren, dass der Sommer nach dem milden Winter zwar viel Grün sprießen ließ, doch es war sehr nass und dadurch die Hanglagen rutschig und schmierig. „Aber zum Glück ist alles gut verlaufen und die Rinder und ich sind nun wieder glücklich zuhause.“

Besuch vom Bundesverkehrsminister Dobrindt

Schwarzenberger erwähnte noch, dass in Krün die Almwirtschaft seit 1294 besteht und man damals dafür noch 500 Caseos und Wein ins Kloster Benediktbeuern liefern musste. Ganz überraschend standen auf einmal Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und MdL Martin Bachhuber im Regenzelt und wollten dem Alm­abtrieb „die Ehre erweisen“ und ihre Verbundenheit zum Brauchtum ausdrücken.

Trockenes Festzelt für nasse Füße

Nachdem ca. 155 Almvieh, Jungvieh und Milchkühe – teils wunderschön „aufgekranzt“– vorbeigetrottet waren, um noch auf den heimatlichen Weideflächen bis Oktober zu grasen, war der Gang zum Bauernmarkt ins Krüner Gries mit Festzelt fast ein Muß. Trotz des noch immer kühlen, nassen Wetters, herrschte hier ein reger Betrieb zwischen den 40 regionalen Ständen. Viel war zu schauen, zu kaufen, zu prüfen oder auch die köstlichen „Auszognen“, die in Schmalz gebackenen Nudeln, zu probieren. Die Ammergauer Schaukäserei lockte, auch die vielen Angebote an Handarbeit oder Dekoration. Das trockene Festzelt war dann eine Oase für nasse Füße und ein heißer Kaffee oder auch ein kühles Mittenwalder Bier, sowie Hendl und Brotzeiten, machte den Almabtrieb zu einem richtigen Event. Die „Achtaler Musikanten“ spielten munter auf, auch die Alphornbläser, die Goaslschnoitzer und die Schuhplattler brachten echte, bayerisch-herzliche Stimmung ins Zelt. Und spätestens jetzt war das miese, kühle Regenwetter nicht mehr so wichtig und der Almabtrieb den Besuch in jedem Falle wert.

Von Kornelia Wehmeier

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