Das prestigeträchtige Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen lockt

Vierschanzentournee

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Tolle Stimmung herrscht am Neujahrstag in Partenkirchen.

Am 1. Januar findet das absolute Highlight der Wintersportwoche statt: Das Neujahrsskispringen im Olympiastadion von Partenkirchen, das zum zwölften Mal auf der neuen Sprungschanze durchgeführt wird. Traditionell ist es der Wettbewerb, der bei der 67. Vierschanzentournee die höchsten Einschaltquoten im Fernsehen erreicht und auch im Stadion werden wieder ein paar Zehntausend Fans erwartet. In Partenkirchen werden die Weichen für den Gesamtsieg bei der Tournee gestellt. Zuvor wird in Oberstdorf am 30. Dezember gesprungen.

Der erste Wertungsdurchgang beginnt am 1. Januar 2018 um 14 Uhr. Anschließend findet das Finale und die Siegerehrung statt. Der Probedurchgang startet am Neujahrstag um 12.30 Uhr. An Silvester beginnt das Training um 11.45 Uhr und die Qualifikation um 14 Uhr. Es wird auch in diesem Jahr wieder ein ganz spannender Wettbewerb werden.

Die deutschen Skisprungfans hoffen darauf, dass nach 17-jähriger Pause endlich einer der nationalen Adler in die Fußstapfen von Sven Hannawald treten kann. Mit seinem historischen Tournee-Grandslam in der Saison 2001/2002 ist Hannawald der bislang letzte deutsche Titelträger der prestigeträchtigen Skisprung-Veranstaltung. Im vergangenen Jahr schaffte es der Pole Kamil Stoch, das Kunststück zu wiederholen. Nach den ersten Springen des Weltcupwinters 2018/19 ist Kamil Stoch zwar nicht der Topfavorit Nummer 1, aber mit seiner Routine und seinen Tournee- und Olympiatiteln sicher im Kreis der heißen Anwärter dabei. Sein Teamkollege Piotr Zyla ist auch ein heißer Kandidat für den Sieg.

Die deutschen Fans freuen sich derweil über den guten Saisonstart der DSV-Adler, die mit Olympiasieger Andreas Wellinger, Stephan Leyhe und Karl Geiger gleich drei Athleten in Topform haben. Auch das norwegische Team ist im Aufwind, nach dem Sieg von Johann Andre Forfang in Nischni Tagil. Und dann ist da ja noch der japanische Shootingstar Ryoyu Kobayashi, der im Weltcup schon in dieser Saison schon einige Male ganz oben stand. Beendet er die 20-jährige Durststrecke der japanischen Skispringer und gewinnt als zweiter Japaner überhaupt die Vierschanzentournee? Auch in diesem Jahr ist der Run auf die Tickets groß: Weit über 100.000 Besucher erwarten die Organisatoren bei den Wettkämpfen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. Für den Wettkampf in Oberstdorf am 30. Dezember sind alle Tickets vergriffen. Für das Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen gibt es nur noch Stehplätze – Karten für das erste große Wintersport-Highlight 2018/19 sind auch beim Kreisboten-Verlag erhältlich. Ein Blick in die Historie: Zwei Allgäuer schafften bisher überhaupt einen Tagessieg bei der Vierschanzentournee: Die Oberstdorfer Skisprunglegende Max Bolkart triumphierte bei seinem Tourneesieg 1959/60 in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck, als bisher letzter Athlet des SCO gewann Andreas Bauer 1987 das Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen. Übrigens landete Richard Freytag vor einem Jahr in Partenkirchen auf Rang zwei, vor drei Jahren wurde Freund auf der neuen Schanze Dritter. Damit war erstmals seit Michael Neumayer (1. Januar 2008/Rang drei) wieder ein DSV-Adler aufs Podest gesegelt. Der letzte Sieg eines Deutschen in Garmisch-Partenkirchen liegt schon länger zurück: am 1. Januar 2002 war Sven Hannawald nicht zu schlagen. Es wäre also mal wieder an der Zeit, dass ein DSV-Adler am Neujahrstag ganz, ganz vorne landet.

Der Blick in die Statistik macht auch die Dominanz der österreichischen Skispringer bei der Vierschanzentournee deutlich: Schlierenzauer & Co. gewannen zuletzt sieben von zehn Tourneen. Dazu kommen 20 von insgesamt 40 möglichen Tagessiegen.

Nur neun Skispringer, Simon Ammann (Schweiz, drei Siege), Anders Jacobsen (Norwegen, drei Siege), Peter Prevc (Slowenien, drei Siege), Daniel-Andre Tande (Norwegen, zwei Siege), Tom Hilde (Norwegen, Sieg beim Finale 2010/11), Anssi Koivuranta (Sieg in Innsbruck 2013/14), Richard Freitag (Sieg in Innsbruck 2014/15) Severin Freund (Sieg Oberstdorf 2015/16) und Kamil Stoch (Polen, Sieg in Bischofshofen 2016/17 und vier Siege 2017/18), konnten die Österreicher in den zurückliegenden Jahren ärgern.

Kamil Stoch zählt übrigens zu jenen fünf Athleten (neben Espen Bredesen, Thomas Morgenstern, Matti Nykänen und Jens Weißflog), welche die wichtigsten vier Wettbewerbe (WM, Olympische Spiele, Vierschanzentournee und Gesamtweltcup) im Skispringen gewonnen haben.

In Partenkirchen wird seit 2011 mit Windschutz gesprungen. Im Auftrag des Deutschen Skiverbandes (DSV) errichtete der österreichische Spezialist Alpina damals ein insgesamt 1500 m² großes Windnetz entlang der neuen Olympiaschanze. Verband und Organisationskomitee reagieren damit auf die Erfahrungen aus den Vorjahren, als der Wettkampf nach langen windbedingten Verzögerungen nach einem Durchgang abgebrochen werden musste.

von Titus Fischer

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