Die Vierschanzentournee begeistert tausende Wintersportfans

Auf zum Neujahrsskispringen

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Die Fans sind heiß auf die Vierschanzentournee.

GAP - Am 1. Januar findet das absolute Highlight der Wintersportwoche statt: Das Neujahrsskispringen im Olympiastadion von Partenkirchen, das zum elften Mal auf der neuen Sprungschanze durchgeführt wird.

Traditionell ist es der Wettbewerb, der bei der 66. Vierschanzentournee die höchsten Einschaltquoten im Fernsehen erreicht und auch im Stadion werden wieder ein paar Zehntausend Fans erwartet. In Partenkirchen werden die Weichen für den Gesamtsieg bei der Tournee gestellt. Zuvor wird in Oberstdorf am 30. Dezember gesprungen. Kurios: In den 65 Jahren der Geschichte der Vierschanzentournee hatten nur 24 der späteren Tourneesieger auch den Auftakt in Oberstdorf gewonnen.

Der erste Wertungsdurchgang beginnt am 1. Januar 2018 um 14 Uhr. Anschließend findet das Finale und die Siegerehrung statt. Der Probedurchgang startet am Neujahrstag um 12.30 Uhr. An Silvester beginnt das Training um 11.45 Uhr und die Qualifikation um 14 Uhr. Es wird auch in diesem Jahr wieder ein ganz spannender Wettbewerb werden.

Die deutschen Skisprungfans hoffen darauf, dass nach 16-jähriger Pause endlich einer der nationalen Adler in die Fußstapfen von Sven Hannawald treten kann. Mit seinem historischen – und bis heute einzigartigen – Tournee-Grandslam in der Saison 2001/2002 ist Hannawald der bislang letzte deutsche Titelträger der prestigeträchtigen Skisprung-Veranstaltung. Die Vorzeichen für eine starke Performance der deutschen Skispringer sind heuer so gut wie schon lange nicht mehr: Richard Freitag und Andreas Wellinger standen in dieser Saison bei Weltcupspringen schon ganz oben auf dem Siegerpodest. Dazu kommt ein echter Allgäuer, der die Hoffnungen der einheimischen Skisprung-Fans schürt: Karl Geiger vom Skiclub Oberstdorf sprang in diesem Winter schon ein paarmal unter die Top Ten und führte in Nischni Tagil sogar nach dem ersten Durchgang. Übrigens schafften nur zwei Allgäuer bisher überhaupt einen Tagessieg bei der Vierschanzentournee: Die Oberstdorfer Skisprunglegende Max Bolkart triumphierte bei seinem Tourneesieg 1959/60 in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck, als bisher letzter Athlet des SCO gewann Andreas Bauer 1987 das Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen.

Der Höhenflug der deutschen Skispringer im Weltcup wirkte sich wie ein Katalysator auf den Vorverkauf für die 66. Vierschanzentournee aus. „An allen Orten herrschte ein großer Andrang und im Vergleich zu den vergangenen Jahren verkaufen wir so viele Tickets wie nie“, erklärt Michael Maurer aus Garmisch-Partenkirchen, Präsident der Vierschanzentournee und Chef des Organisationskomitees beim Neujahrsskispringen.

Deutschland hat Olympiasieger am Start, Österreich Tourneesieger. Mit Gregor Schlierenzauer (Fulpmes, 2011/12 und 2012/13) und Stefan Kraft (Schwarzach, 2014/15) stehen gleich zwei Athleten in der österreichischen Weltcupmannschaft, die in den vergangenen Jahren die Vierschanzentournee gewinnen konnten.

Auch ein Blick in die Statistik macht die Dominanz der österreichischen Skispringer bei der Vierschanzentournee deutlich: Schlierenzauer & Co. gewannen zuletzt sieben von neun Tourneen. Dazu kommen 20 von insgesamt 36 möglichen Tagessiegen.

Nur neun Skispringer, Simon Ammann (Schweiz, drei Siege), Anders Jacobsen (Norwegen, drei Siege), Peter Prevc (Slowenien, drei Siege), Daniel-Andre Tande (Norwegen, zwei Siege), Tom Hilde (Norwegen, Sieg beim Finale 2010/11), Anssi Koivuranta (Sieg in Innsbruck 2013/14), Richard Freitag (Sieg in Innsbruck 2014/15) Severin Freund (Sieg Oberstdorf 2015/16) und Kamil Stoch (Polen, Sieg in Bischofshofen 2016/17), konnten die Österreicher in den zurückliegenden Jahren wenig ärgern. Ein Rekord bleibt aber unangetastet. Denn bislang schaffte es nur ein einziger Skispringer in der langen Geschichte, dreimal in Folge die Tournee zu gewinnen: Der Norweger Bjørn Wirkola hatte Ende der 60er Jahre dreimal hintereinander triumphiert.

Favoriten gibt es in diesem Jahr viele: Neben den Deutschen besonders den Weltcup-Titelverteidiger Stefan Kraft aus Österreich, den Tournee-Gesamtsieger und Weltcup-Gesamtsieger von 2016 Peter Prevc, den Norweger Daniel-Andre Tande (er gewann im vergangenen Jahr in Partenkirchen und Innsbruck) oder Doppelolympiasieger Kamil Stoch, der 2017 die Tournee gewann.

In Partenkirchen wird seit 2011 mit Windschutz gesprungen. Im Auftrag des DSV errichtete der österreichische Spezialist Alpina damals ein 1500 m² großes Windnetz entlang der neuen Olympiaschanze. Verband und Organisationskomitee reagieren damit auf die Erfahrungen aus den Vorjahren, als der Wettkampf nach langen windbedingten Verzögerungen nach einem Durchgang abgebrochen werden musste. Übrigens landete Freund vor zwei Jahren auf Rang drei in Partenkirchen. Damit war erstmals seit Michael Neumayer (1. Januar 2008/Rang 3) wieder ein DSV-Adler aufs Podest gesegelt. Der letzte Sieg eines Deutschen in Partenkirchen liegt schon lang zurück: Am 1. Januar 2002 war Sven Hannawald nicht zu schlagen.

von Titus Fischer

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