Herber Einschnitt für den deutschen Ski-Sport

Viktoria Rebensburg beendet ihre Karriere

Überraschend verabschiedet sich Viktoria Rebensburg, hier 2016 beim Ski-Weltcup auf der Kandahar, frühzeitig vom Ski-Sport.
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Überraschend verabschiedet sich Viktoria Rebensburg, hier 2016 beim Ski-Weltcup auf der Kandahar, frühzeitig vom Ski-Sport.

GAP – Das hatte am 8. Februar keiner vermutet: Damals strahlte Viktoria Rebensburg mit der Sonne in Garmisch-Partenkirchen um die Wette, nachdem sie die Abfahrt auf der Kandahar gewonnen hatte – ihr erster Sieg überhaupt in dieser Disziplin. Nun überrascht sie wieder: Mit 30 Jahren beendet die sympathische Bayerin ihre Karriere.

Sie gewann mit 0,61 Sekunden Vorsprung vor der Italienerin Federica Brignone und der Tschechin Ester Ledecka (+0,83 Sekunden). Eine Woche nach dem grandiosen Sieg von Thomas Dreßen aus Mittenwald zeigte auch die 30-Jährige auf der Kandahar ein fast makelloses Rennen. Doch einen Tag später folgte ein bitterer Moment für die Bayerin: Beim Super-G leistete sie sich auf der berühmt-berüchtigten Kandahar nach einem heftigen Schlag einen Fehler in der „Hölle“, so dass es ihr die Beine auseinanderriss, sie stürzte und in den Fangzaun rutschte. Am Nachmittag im Klinikum Garmisch-Partenkirchen kam dann die Diagnose: Bei einer MRT-Untersuchung wurden eine Tibiakopfimpressionsfraktur im linken Knie und eine Überdehnung des Innenbandes im linke Knie festgestellt – das bedeutete das Saisonaus. 

„Es ist natürlich bitter“ sagte Rebensburg damals, „aber ich habe noch einmal Glück im Unglück gehabt. Alle Bänder haben gehalten, und deshalb bin ich zuversichtlich, dass ich nach der Rehabilitation wieder richtig schnell Skifahren kann.“ Doch das wird nicht mehr passieren. Viktoria Rebensburg hat ihre Karriere am vergangenen Dienstag beendet. In einem auf Twitter verbreiteten Video steht sie auf der Wiese, auf der sie Skifahren gelernt hat. Rebensburg trägt eine Jacke ohne Sponsorenaufdruck und spricht von einem Kreis, der sich für sie nun schließen soll. Hier habe es einst begonnen und hier gibt sie nun bekannt, dass ihre Karriere zu Ende ist. In den vergangenen Wochen sei bei ihr die Erkenntnis gereift, nicht mehr zur Weltspitze zu gehören. 

„Nach meiner Verletzung im Frühjahr und den zurückliegenden zwei Monaten im Schneetraining habe ich gemerkt, dass es mir nicht mehr gelingt, mein absolutes Topniveau zu erreichen“, sagt Rebensburg in dem Video. Sie habe immer um Siege fahren wollen. „Da ich nun aber das Gefühl habe, dem nicht mehr gerecht zu werden, ist dies zwar eine sehr schwere, aber für mich unausweichliche Entscheidung.“ Mehr zur großartigen Karriere von Viktoria Rebensburg, die 2010 bei den Olympischen Winterspielen von Vancouver Gold im Riesenslalom gewann, lesen Sie in der kommenden Ausgabe des Kreisboten. 

Titus Fischer

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