Corona-Erkrankungen am Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Neue Virus-Variante am Klinikum Garmisch-Partenkirchen

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Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Eine neue Virus-Variante wurde dabei festgestellt.

GAP - Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen sind nach einem Corona-Ausbruch derzeit 52 Patienten und 21 Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Dabei wurde eine neue Virus-Mutation festgestellt, die von externen Spezialisten der Berliner Charité inzwischen bestätigt und dort weiter erforscht wird. Die Versorgung von Notfällen und medizinisch unbedingt notwendigen Behandlung am Klinikum ist gesichert.

Auch die Impfungen der Mitarbeiter laufen forciert weiter. So werden im Laufe des Montags, 18. Januar, weitere 100 Impfungen im Klinikum erfolgen. Bisher wurden bereits 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft. Die Impfbereitschaft bei den Beschäftigten ist hoch.

Angesichts der Corona-Infektionen wurden folgende Maßnahmen ergriffen:
·  die betroffenen Stationen in drei Stockwerken des Klinikums wurden zu Isolierbereichen deklariert. Alle Mitarbeiter, die diese Bereiche für Arbeitszwecke betreten müssen, arbeiten in voller Schutzausrüstung und werden vor Eintritt und nach Austritt registriert.
·  alle Mitarbeiter und Patienten dieser Bereiche wurden in den letzten Tagen täglich mittels PCR-Abstrich getestet. Die Testungen werden in Intervallen wiederholt. Unmittelbar vor Dienstbeginn werden Antigen-Schnelltests durchgeführt.
· die Frequenz der Reihentestungen für alle Mitarbeiter wird verdoppelt.
· Gesundheitsamt und Klinikum arbeiten eng in der Kontaktverfolgung zusammen. Aktuell sind vier Kontaktermittler des Gesundheitsamtes vor Ort eingesetzt.

Nach aktuellem Stand beschränken sich die Neuinfektionen auf zwei Cluster außerhalb der Covid-Bereiche. Aufgefallen waren die Neuinfektionen durch eigene Testungen. Betroffen sind Stationen auf der Ebene 2 und Ebene 5 des Klinikums, das sind internistische und geriatrische Abteilungen. Die betroffenen Stationen wurden zu Isolierbereichen deklariert. „Wir haben die Lage im Griff und genug freie Bettenkapazitäten“, konnte Klinikums-Geschäftsführer Frank Niederbühl beruhigen. Die neue Variante wurde übrigens bei bisher 35 Betroffenen festgestellt.

Seit fast einem Jahr arbeitet das Klinikum als Covid-Schwerpunktkrankenhaus in der Pandemie und verfügt über hohe Expertise im Umgang mit dem Virus. Das Wissen um den Umgang mit dem Virus und dem Ausbruchsgeschehen hat sich in den letzten Monaten stark erweitert. In reibungsloser Zusammenarbeit des Klinikums mit dem Gesundheitsamt sowie den lokalen Behörden wurden die getroffenen Maßnahmen abgestimmt und durchgeführt. Klinikums-Geschäftsführer Frank Niederbühl weiß die gute Zusammenarbeit in dieser Krisensituation zu schätzen: „Alle Beteiligten arbeiten Hand in Hand.“

Zum Hintergrund der neuen Virus-Variante am Klinikum Garmisch-Partenkirchen: Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden weltweit über 12.000 Veränderungen in den Sequenzen des Virus festgestellt. Die bekanntesten haben ihren Ursprung in Großbritannien und Südafrika. Bisher wurde in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern kaum sequenziert. Die Bundesregierung will das ändern und Geld bereitstellen, um Veränderungen des Virus systematisch zu verfolgen. In diesem Kontext hat das Klinikum Garmisch-Partenkirchen Kontakt zum Referenzlabor für Coronaviren an der Charité aufgenommen und Proben der aktuellen Coronafälle zur Sequenzierung übermittelt. Es bestand der Verdacht, dass es sich bei den aktuellen Infektionen um eine veränderte Variante handeln könnte. Dies hat sich in einer ersten Zwischenmeldung der Charité bestätigt. Es handelt sich laut dem stellvertretenden Ärztlichen Direktor, PD Dr. Clemens Stockklausner, um kleine Punktabweichungen, die weltweit beschrieben werden. „Die weitere Erforschung liegt in den Händen der Kollegen in Berlin. Es handelt sich sicher nicht um eine der bekannten englischen oder südafrikanischen Varianten. Wir erwarten bis Ende Januar eine Rückmeldung mit weiteren und aussagekräftigen Details. Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen wird weiterhin im engen Kontakt zu den Experten der Charité stehen und damit einen wertvollen Beitrag zur notwendigen Erforschung des Virus leisten“, erklärte PD Dr. Clemens Stockklausner, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinder- & Jugendmedizin am Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Grund zur Panik bestehe nicht, heißt es aus der Klinik. Keine der bekannten Virus-Varianten führt bisher zu einer höheren Sterblichkeit. Auch besteht nach aktuellen Erkenntnissen kein verminderter Schutz durch die bekannten Impfstoffe. Auch gilt als gesichert, dass die bekannten Maßnahmen zum Schutz vor SARS-CoV-2 wirken. Diese sollen dabei helfen, das Klinikum Garmisch-Partenkirchen schnellstmöglich wieder in den normalen Arbeitsmodus zurückführen zu können. tra

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