"Von der Masse abgrenzen"

Der Kultursommer 2009 ist zu Ende, die Planungen für das nächste Jahr laufen aber bereits auf Hochtouren. Der Künstlerische Leiter Georg Büttel, Organisator Florian Zwipf-Zaharia und Bürgermeister Thomas Schmid trafen sich nun zu einer Bilanz. Im Jahr 2010 spielt das Thema Zwangsvereinigung Garmisch und Partenkirchen eine Rolle. Denn 2010 jährt sich diese zum 75. Mal.

Mit dem Stück „ Flucht in die Heimat“, greift Harry Helfrich zudem die Geschichte des NS-Diplomaten und Widerstandkämpfers Albrecht Haushofer auf. Dieser musste nach dem Hitler-Attentat 1944 fliehen und fand in Graseck bei Bäuerin Anna Zahler Unterschlupf. „Dazu gibt es am original Schauplatz am Forsthaus Graseck eine Freilichtaufführung“, verrät Büttel. Das sei ein Stück für Einheimische und Gäste. „Die überregionale Resonanz ist beim Kultursommer 2009 äußerst positiv gewesen.“ freute sich Bürgermeister Schmid. Sein persönlicher Höhepunkt war die Aufführung der „Unendlichen Geschichte“ in der Aula des Werdenfels-Gymnasiums. Auch Zwipf-Zaharia betonte, dass „dieses opulente, schwierige Werk“ auf großes Interesse gestoßen sei. Machbar war die Inszenierung, die Zwipf-Zaharia einen Kraftakt nannte, nur durch eine Sonderförderung. Weil das Buch des vor 80 Jahren in Garmisch-Partenkirchen geborenen Schriftstellers Michael Ende vor 30 Jahren erschienen ist, hat die Marktgemeinde zusätzlich 30000 Euro bereitgestellt. Von Bezirk und Land flossen insgesamt 38000 Euro. Auch alle anderen Veranstaltungen wie „Der bayerische Jedermann“, „Der Brandner Kasper“ im Kleinen Theater, Lesungen, Almsingen, Konzerte und Kabarett nahmen die Besucher überaus gut an. Die Auslastung lag im Schnitt bei 78 Prozent, resümieren die Initiatoren. Weil es laut Schmid in Deutschland, Österreich und der Schweiz zirka 1000 Kultursommer gebe, müsse sich der in Garmisch-Partenkirchen von dieser Masse abgrenzen. Da ist mit Richard Strauss in der Musik und Michael Ende in der Literatur die beste Voraussetzung geschaffen. „Diese deutlichen Bezüge haben nur ganz Wenige“, erklärte Schmid. Bedingt durch die Jubiläen – zehn Jahre Richard-Strauss-Institut sowie 60. Todestag des Komponisten – liefen die Feierlichkeiten dazu im Kultursommer ab. „Eine schöne Sache“, sagte Zwipf-Zaharia.

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