Mit liebenswürdiger Hartnäckigkeit ein soziales Netz für Menschen mit Behinderung aufgebaut

Vorstandsmitglieder der KJE geehrt

Ehrenbürgerwürde für Vorstandsmitglieder der KJE
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Stehende Ovationen gab es für Alfred Heinle (Bildmitte) und sein Lebenswerk.
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Auch Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer würdigte das herausragende Engagement der Geehrten.
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Die geehrten Vorstandsmitglieder der KJE (ab 2. v. li.) Hans Wieland, Alfred Heinle und Horst Demmelmayr, flankiert von MdL Harald Kühn (li.) und Landrat Anton Speer (re.)

Mit einem besonderen Festakt in den Werdenfelser Werkstätten wurden am vergangenen Wochenende die drei langjährigen Vorstandsmitglieder der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. (KJE) Alfred Heinle, Hans Wieland und Horst Demmelmayr geehrt und verabschiedet.

Begleitet von stehenden Ovationen verlieh Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer die Ehrenbürgerwürde – die höchste Auszeichnung des Marktes Garmisch-Partenkirchen – an Alfred Heinle. Der Gemeinderat hatte in „nichtöffentlicher“ Sitzung einstimmig darüber entschieden. 47 Jahre lang war der gebürtige Allgäuer erster Vorsitzender des Vereins Kinder-, Jugend-, und Erwachsenenhilfe. „Die KJE ist dein Lebenswerk“, sagte Meierhofer, „eine überragende Leistung“. 

Die Bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer, Ronald Kühn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der KJE, Landtagsabgeordneter Harald Kühn, Landrat Anton Speer und Bezirkstagspräsident Josef Mederer würdigten seine herausragenden Verdienste. Hans Wieland, der seit 1980 dem Vorstand angehörte und für die Finanzen zuständig war, ehrte der Markt mit der Goldenen Bürgerplakette. Horst Demmelmayr, der seit 1993 zur KJE-Vorstandschaft gehört, mit der Goldenen Ehrennadel. Demmelmayr verantwortete Organisation und Sport und auch die Partnerschaft des Vereins mit der Bundeswehr in Mittenwald. „Mit ihnen geht eine Ära zu Ende“, sagte Ronald Kühn. Im Auftrag des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising begann Heinle 1965 als Leiter mit dem Aufbau der Caritasarbeit im Landkreis. Er stellte fest, dass außer der Sonderschule in Oberammergau keine Förderungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung vorhanden waren. 1972 gründete der Diplom-Sozialpädagoge und gelernte Industriekaufmann den Verein „Kinder- und Jugendhilfe“ mit dem Ziel, Maßnahmen zur Förderung von Behinderten im Landkreis zu entwickeln. „Sie haben viel erreicht für Menschen mit Behinderung und sich von Bürokratie nicht einengen lassen“, betonte Kühn. 

Die KJE betreibt verschiedene Einrichtungen: den Integrationskindergarten, die Heilpädagogischen Tagesstätten in Farchant und Murnau, den KJE-Hort, die Werdenfelser Werkstätten, Wohnhäuser sowie die Offenen Hilfen. Derzeit werden über 530 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von rund 250 Mitarbeitern betreut. „Sie haben ein dichtes soziales Netz für Menschen mit Behinderung aufgebaut“, betonte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. Mit „liebenswürdiger Hartnäckigkeit“ habe Alfred Heinle seine Ziele verfolgt und nicht locker gelassen, bis sein Thema oder sein Anliegen positiv beschieden worden sei, sagte Landtagsabgeordneter Harald Kühn in seinem Grußwort. Er habe die KJE inhaltlich geformt und geprägt. „Die Einrichtung ist aus dem Landkreis nicht mehr wegzudenken“, so Landrat Anton Speer. Er bezeichnete Heinle als „soziales Gewissen der Region“. Immer habe er sich für die Belange der sozial Schwachen und Jugendlichen eingesetzt. „Was hat der Mann für ein Wissen“, habe er gedacht, als er ihn das erste Mal in einer Sitzung erlebte. Alfred Heinle war von 1996 bis 2017 im Jugendhilfeausschuss. Für die SPD vom 2008 bis April 2019 im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat. Für ihre langjährigen Verdienste wurden die drei ehemaligen Vorstandsmitglieder von Anton Speer jeweils mit der Landkreisplakette ausgezeichnet. Außerdem bekamen sie noch eine überdimensionale große Flasche Bier. Alfred Heinle betonte, dass die KJE ein Gemeinschaftswerk sei. Viele helfende Hände hätten nach dem Motto „Miteinander-Füreinander“ die Idee unterstützt. „Opa, wir sind sehr, sehr stolz auf Dich“, bedankte sich auch Enkelin Lea bei dem 84-Jährigen. Der Festakt wurde vom Werkstattchor umrahmt. AsK

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