Waldbesitzer müssen notwendige Maßnahmen ergreifen

Wald in Not: Sturmschäden erhöhen das Risiko auf Borkenkäferbefall

Starke Windwürfe am Hausberg und Eckbauer haben viel Wald zerstört. Jetzt droht ein Befall mit dem Borkenkäfer.
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Starke Windwürfe am Hausberg und Eckbauer haben viel Wald zerstört. Jetzt droht ein Befall mit dem Borkenkäfer.

Landkreis GAP – Seit November vergangenen Jahres hat es in unserer Region viel gestürmt, auch in unserem Landkreis wurden Teile der Wälder stark beschädigt. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten Weilheim ruft die privaten Waldbesitzer dazu auf, die Sturmschäden rechtzeitig vor einem Temperaturanstieg zu beseitigen, denn sonst droht ein Borkenkäferbefall.

Die Bergwälder des südlichen Landkreises sind relativ lange von Windwürfen, Trockenschäden und Insektenbefall in größerem Umfang verschont geblieben. Seit November letzten Jahres haben jedoch mehrere starke und mittlere Stürme massive Schäden, vor allem zwischen Grainau und Garmisch-Partenkirchen verursacht. Am Hausberg und am Eckbauer hat es viele Wälder privater Eigentümer getroffen. 60 bis 90 Jahre alte, also relativ junge Fichten-Bestände wurden zum Teil flächig geworfen. Aber auch manch uralter Baumbestand konnte den heftigen Sturm-Böen nicht mehr Stand halten. Mehrere Tausend Festmeter Holz, vor allem der Fichte, liegen nun, oft gebrochen und gesplittert am Boden und bieten Borkenkäfern optimalen Brutraum. Wenn dieses Holz im Wald verbleibt und die Tagestemperaturen steigen, dann droht ein Befall durch Buchdrucker und Kupferstecher, deren Brut wiederum die benachbarten, noch gesunden Wälder schädigt.

Waldbesitzer sollen notwendige Maßnahmen ergreifen

Das Amt für Landwirtschaft und Forsten fordert alle Waldbesitzer nun dringend dazu auf, gemeinsam eine Massenvermehrung der Käfer zu verhindern. Es besteht eine gesetzliche Verpflichtung, selbst vereinzelte Stämme und auch solche in schwierigem Gelände aufzuarbeiten. Die Förster der bayerischen Forstverwaltung stehen den vielen, betroffenen Waldbesitzern in dieser prekären Situation mit Rat und Tat zur Seite. Sie beraten vor Ort zur Selbsthilfe, können aber auch Forstunternehmer vermitteln, die die gefährliche Arbeit im Wald ausführen. Sie stellen attraktive, finanzielle Fördermittel zur Aufarbeitung des Schadholzes zur Verfügung. 

Der zuständige Förster für den südlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist Joachim Mark (☎ 0162/2060117). Auch die Waldbesitzer-Vereinigung (WBV) Ammer-Loisach steht mit ihrem Geschäftsführer Thomas Grebenstein (☎ 0157/72539687) als kompetenter Partner allen Betroffenen zur Seite. Wenn Waldbesitzer Schäden in ihrem oder im benachbarten Wald feststellen, dann können sie sich jederzeit an ihren Förster wenden und bei Bedarf einen Ortstermin vereinbaren. Waldbesitzer, die der Verpflichtung vorbeugende Maßnahmen gegen den Borkenkäfer zu ergreifen nicht nachkommen wollen, werden vom Forstamt zum Wohle des Waldes dazu aufgefordert. kb

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