Nicht tragfähig

Wasserwacht warnt vor Betreten der Eisflächen im Landkreis

Dickes Eis
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So dick war das Eis auf den Seen im Landkreis zuletzt im Winter 2017. Die Wasserwacht nutzte  damals die idealen Bedingungen für Übungen, wie zum Beispiel am Riessersee.

Der Winter kommt nicht wirklich in Schwung. Und damit werden die Eishackler und Schlittschuhläufer im Landkreis langsam ungeduldig. Dieser Tage waren vier Frauen auf dem Bad Bayersoier See ins Eis eingebrochen. Auch wenn die Nächte aktuell kalt sind: „Das Eis trägt nicht“, warnt der technische Leiter der Wasserwacht im Landkreis, Sandro Leitner.

Im Süden und Westen eine leichte Eisschicht, im Osten offenes Wasser. So präsentiert sich dieser Tage zum Beispiel der Riegsee. An Eislaufen ist unter diesen Bedingungen nicht zu denken. Zwar sind die meist sternenklaren Nächte ziemlich kalt, aber tagsüber hat es manchmal sogar zweistellige Temperaturen. „Zuviel, damit sich eine tragfähige Eisfläche bildet“, sagt Sandro Leitner, technischer Leiter der Wasserwachten im Landkreis. „Zehn Zentimeter dick sollte das Eis mindestens sein und davon sind wir im Landkreis im Moment an allen Seen weit entfernt.“ 

Offiziell werden die Seen im Landkreis ohnehin nicht für Schlittschuhläufer und Eishackler frei gegeben, da dann die Gemeinden auch bei Unfällen wegen zu dünner Eisdecke haften würden. Jeder ist also auf sich selbst angewiesen und muss das Risiko entsprechend abschätzen. „Im Moment kann ich nur abraten, es trotz der dünnen Eisdecken zu versuchen“, sagt Leitner. In Bad Bayersoien wurde der Übermut von vier Frauen bestraft, die sich zu früh auf die dünne Eisfläche wagten. „Zum Glück“ – so Leitner – „konnten sich die vier Eingebrochenen schnell aus ihrer misslichen Lage befreien.“ 

Bei einer zu dünnen Eisfläche ist es normalerweise kaum möglich, sich wieder aufs rettende Eis zu ziehen, da dies unter dem Körpergewicht immer weiter einbricht. Leitner rät: „Wenn Sie beobachten wie jemand in Not gerät, rufen Sie umgehend sie 112 an. Feuerwehr und Wasserwacht im Landkreis verfügen über entsprechende Rettungsmittel. Versuchen Sie den Eingebrochenen nur dann zu retten, wenn Sie selbst zum Beispiel mit einem Seil von Dritten gesichert werden. Versuchen Sie möglichst schnell geeignete Rettungsmittel wie einen Rettungsring oder eine Leiter zum Opfer zu bringen. An den meisten größeren Gewässern sind diese im Winter verfügbar. Geraten Sie selbst in Not, etwa weil das Eis unter ihnen laut knackt und sich bewegt, legen Sie sich möglichst flach aufs Eis, um ihr Körpergewicht besser zu verteilen. Rufen Sie laut um Hilfe und versuchen Sie sich auf dem Eis robbend ans Ufer zu retten. Brechen Sie ein, dann bewahren Sie die Ruhe und vermeiden Sie es, mit dem Kopf unter das Eis zu geraten. Machen Sie sofort auf sich aufmerksam.“   kb

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