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Wechsel am St. Irmengard: Schulleiter Otmar Würl geht nach aufregenden 24 Jahren in den Ruhestand

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Von: Margot Schäfer

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Otmar Würl
Die letzten Abi-Arbeiten sind korrigiert – da kommt bei Otmar Würl, Schulleiter des St. Irmengard-Gymnasiums, doch etwas Wehmut auf. © Meggy Schäfer

GAP – 25 Abiturjahrgänge hat Otmar Würl, Schulleiter des Erzbischöflichen St.-Irmengard-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen, begleitet. Seine literarisch-philosophisch-launigen Abi-Reden werden künftig viele vermissen, denn der 66-Jährige legt sein Amt mit Ende des Schuljahres in jüngere Hände. „Meine bisherige Stellvertreterin Stefanie Maier wird meine Nachfolgerin. Sie wurde aus dem Kreis der Bewerber ausgewählt“, freut sich der Pädagoge.

Aufregende 24 Jahre in Garmisch-Partenkirchen liegen hinter dem gebürtigen Oberpfälzer, der in München aufwuchs. Nach seinem Studienabschluss an der TU in den Lehramtsfächern Mathe und Physik und dem Referendariat erhielt er seine erste Anstellung am Gymnasium in Puchheim, wo er sechs Jahre unterrichtete.

1992 folgte er einer Offerte für eine Tätigkeit im Bayerischen Kultusministerium, ins Schulaufsichtsreferat für Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasien und für Religion. Bewusst bewarb sich der gläubige Katholik von hier aus nach Garmisch-Partenkirchen für die vakante Stelle des Gymnasial-Schulleiters an den St.-Irmengard-Schulen.

„Ich war inzwischen überzeugt, dass an einer kirchlichen Schule der Erziehungsauftrag, Persönlichkeiten herauszubilden, mehr den Einzelnen zu sehen, besonders gut erfüllt werden kann“. Ein Entschluss, den er keine Minute bereut, wenn er die vielen ‚taffen‘, sozial engagierten Mädchen sieht, die jährlich von hier aus ins Leben gehen.

Der Vater von zwei Buben, mit der Familie in Grainau zuhause, setzte seine ganze Kraft für St. Irmengard ein. Seine Frau, selbst Lehrerin, hielt ihm dafür den Rücken frei. „Im September 1998 habe ich meine Amtszeit hier begonnen – dann kam das Pfingsthochwasser im Mai 1999“, resümiert er. „Und jetzt war das schreckliche Zugunglück, wo es überlegt organisatorisch und seelsorgerisch zu handeln galt“.

Trotzdem steht ganz oben das Positive, das er erleben und mitgestalten durfte, der starke Zusammenhalt in der Schulfamilie, eine wunderbare Hilfsbereitschaft auch durch fremde Menschen. Dem Hochwasser folgte die Renovierung der Gebäude, die schließlich Jahre später zu Kernsanierung und Neubau führte. Otmar Würl schaffte es mit seinem Team, ganz vorn den Schulleiterkollegen von Realschule und Fachoberschule, den Lehrern, Hausmeistern und Sekretärinnen, auch die Containerzeit von 2018 bis 2021 zu Schuljahren ohne besondere Beeinträchtigungen werden zu lassen.

Aus- und Rückumzug wurden ebenso mit Weitblick gemeistert wie Homeschooling in Coronazeiten. Besonders gern erinnert er sich an Höhepunkte wie die 75-Jahr-Feier 2005, die Einrichtung eines Tagesheims, die Gründung der Fachoberschule oder die Erweiterung des pädagogischen Konzepts mit einen musischen Zweig im Gymnasium ab dem Schuljahr 2006. „Unser Konzept, dafür eine Partnerschaft mit den Musikschulen im Landkreis einzugehen, wird inzwischen von anderen Gymnasien übernommen“, freut sich der Oberstudiendirektor i.K., dem stets das Herz aufgeht, wenn er all die Talente, die Erfolge an St. Irmengard sieht. Das trifft neben den musischen auch auf die naturwissenschaftlichen und sportlichen Bereiche zu. „Dabei geht es an unseren privat-kirchlichen Schulen immer um mehr, als um die Lehrplanumsetzung“.

445 Gymnasiastinnen und 61 Lehrer hat das St.-Irmengard-Gymnasium heute. Eine Bildungseinrichtung, die für die Zukunft gut aufgestellt ist. Die letzte Abi-Rede des engagierten Schulleiters und Lehrers wird mit Sicherheit eine emotionale, seine Verabschiedung von St. Irmengard mit großem Dank verbunden sein.

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