Weihnacht der Erinnerung – Museum Aschenbrenner sucht Geschichten und Erinnerungsstücke für neue Ausstellung

Museumsleiterin Karin Teufl freut sich über die ersten Exponate. Foto: Museum Aschenbrenner

„Mama, bekommen wir dieses Jahr keinen Weihnachtsbaum?“ – diese Frage stellte Helga Zankl, im Mai 1945 gerade sieben Jahre alt, ihrer Mutter auf der Flucht. Ihre Erinnerung an diesen Moment und an das erste Weihnachtsfest nach Kriegsende (übrigens mit Weihnachtsbaum!) ist noch sehr lebendig – wie bei vielen Menschen ihrer Generation. Diese Erinnerungen zu sammeln und nacherlebbar zu machen, haben sich Museumsleiterin Karin Teufl und ihr Team für die diesjährige Weihnachtsausstellung im Museum Aschenbrenner vorgenommen.

„Die Idee war eigentlich, im Gespräch mit Menschen der älteren Generation ganz unterschiedliche Erinnerungen an Weihnachten zu sammeln und aufzuarbeiten, ohne konkrete Festlegung auf die Zeit oder Herkunft“, erklärt Teufl. Der Schwerpunkt Kriegszeit und Nachkriegszeit habe sich dann von selbst ergeben. Denn für die meisten Senioren, mit denen Teufl bisher gesprochen hat, ist diese Zeit die prägendste und eindrücklichste gewesen – verbunden mit vielen sehr emotionalen Erinnerungen. "Wir wollen ein buntes Mosaik aus den Erinnerungen zusammenstellen" Auch wenn gerade erst die Blätter fallen, im Museum Aschenbrenner an der Loisachstraße 44 in Garmisch ist Weihnachten schon sehr präsent. Die Ausstellung wird in der Adventszeit zu sehen sein, soll also Ende November oder Anfang Dezember eröffnet werden. Bis dahin müssen die Erinnerungen gesammelt, geordnet und „ausstellbar“ gemacht werden. „Wir sind jetzt ganz intensiv auf der Suche nach Menschen, die uns ihre Erinnerungen mitteilen möchten“, erklärt Karin Teufl. „Dabei geht es nicht um besonders aufregende oder herausragende Geschichten, sondern einfach darum, ein buntes Mosaik aus Erinnerungen zusammenzustellen“. Welche Lieder hat man gesungen? Was gab es zu essen? Welches Plätzchenrezept ist in Erinnerung geblieben? Wie und woraus bastelte man Christbaumschmuck? Welche Bräuche gab es? Welches Geschenk hat besonders viel Freude bereitet? Karin Teufl freut sich über jede Anregung, vor allem auch über Exponate, die ausgestellt werden können: Vom Weihnachtsphoto über den selbst gebastelten Strohstern bis zur Puppe oder einem Kasperl, die einst die Kinderherzen höher schlagen ließ. Wer seine Erinnerungen in die Ausstellung einbringen möchte, kann gerne im Museum anrufen (Tel.: 08821-7303105), am besten Dienstag bis Freitag Vormittag.

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