Trotz aller Einschränkungen bleibt es das Fest der Familie  

Ein anderes Weihnachten

Christbaumkugeln in Tannenzweigen
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Gerade dieses Weihnachtsfest sollte man stimmungsvoll feiern.

Gemeinsam auf dem Christkindlmarkt Glühwein trinken, gemütliche Abende im Res­taurant mit Freunden und Verwandten, zusammen mit den Nachbarskindern Plätzchen backen. Das, was bisher selbstverständlich war, in diesem Jahr ist es falsch und bleibt uns verwehrt. Traditionen haben ihren Sinn. Die Geselligkeit während der Adventszeit hilft uns, die Kälte und die wenigen Sonnenstunden im Winter leichter zu überstehen. Nicht umsonst glitzert und funkelt es überall, laden normalerweise die Christkindlmärkte zum Ratschen und Schlendern ein.

Die Feiertage in diesem Jahr sind eine besonders große Herausforderung für uns. An Heiligabend darf nur der engste Familienkreis miteinander feiern und so wird das Weihnachtsfest nicht dasselbe sein. Das Gefühl bleibt, dass man ständig aufpassen muss. Dann noch die Sorge um ältere oder kranke Familienangehörige. Auch geht es vielen Menschen finanziell schlecht, weil sie ihre Arbeit verloren haben oder in Kurzarbeit sind. Geschenke und ein fest­liches Essen – nicht alle können sich das heuer leisten. Ein anderes Weihnachtsfest wird es auf jeden Fall, aber unbedingt ein schlechteres? Beschwerten wir uns zuvor nicht häufig über den „Vorweihnachtsstress“? Alles mögliche noch vor dem Jahreswechsel erledigen, Geschenke besorgen, das Menü überlegen, Urlaub und Familienbesuche organisieren. Besinnlich war die Adventszeit für die wenigsten. „Die staade Zeit“ – meist nur eine leere Floskel. Und dann der übermäßige Konsum, die vollen Fußgängerzonen, die Hektik. Und ständig das krampfhafte Kopfzerbrechen darüber, was man der Tante, dem Cousin, der Oma schenken soll.

Weihnachten mal anders, was kann das bedeuten? Vielleicht, dass man wirklich eine besinnliche Zeit im engsten Freundes- und Familienkreis verbringt? Vielleicht, dass man sich bei Telefongesprächen näher kommt, als am Esstisch in der großen Runde? Wäre es nicht sogar denkbar, auf Geschenke zu verzichten und dafür das Geld zu spenden – bedürftige Menschen gibt es heuer mehr als genug.

Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Fürsorge und Nähe zu den Mitmenschen. All das ist auch, vielleicht sogar ganz besonders, in diesem Corona-Jahr möglich. Wir wünschen Ihnen, liebe Leser, dass Sie das andere Weihnachten gemeinsam mit Ihren Liebsten trotz aller Schwierigkeiten schätzen und genießen werden. moc

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