Erinnerungen der Zivis von einst

Werdegang der Rebellen von einst - Ehemaligentreffen der ersten Zivildienstleistenden in Murnau

Diese drei sind in unserer Region bestens bekannt (v.l.): Rudi Hurzlmeier, Dr. Franz Dotzer, Jörg Maurer.
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Diese drei sind in unserer Region bestens bekannt (v.l.): Rudi Hurzlmeier, Dr. Franz Dotzer, Jörg Maurer.

Lange Haare, schlanke, schlaksige Figur – das waren die Markenzeichen derjenigen, die ab den 1960er Jahren bis zum Ende der Wehrpflicht den Wehrdienst verweigerten und anstatt in die Armee zu gehen, für eineinhalb Jahre als Zivildienstleistende soziale Arbeit verrichteten.

Die „Gewissenprüfung“ in Form eines Gerichtsverfahrens galt als überaus schwierig und es waren wenige, die am Ende des Verfahrens tatsächlich als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wurden. In der Gesellschaft waren sie es jedenfalls nicht, galten vielmehr als faule Drückeberger. Sie waren die Rebellen der Gesellschaft, von denen niemand glaubte, dass aus ihnen jemals etwas werden würde. Nun trafen sich ehemalige Zivildienstleistende, die vor 50 Jahren in der Unfallklinik Murnau (UKM) für eineinhalb Jahre ihren Dienst im sozialen Bereich ableisteten, zu einem Ehemaligen-Treff wieder und bewiesen das Gegenteil.

Viele dieser ehemaligen Zivis sind später nämlich überaus erfolgreich geworden, entweder im medizinischen Bereich, allein zehn von ihnen wurden Ärzte, oder auch im kreativen, viele wurden auch Künstler. So arbeitet Dr. Franz Dotzer heute als Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen und erinnert sich: „Während meines Zivildienstes habe ich die ersten Beatmungsgeräte zusammengeschraubt und mir erstes medizinische Basiswissen angeeignet.“ Sein ehemaliger Schulkamerad Jörg Maurer aus Garmisch-Partenkirchen hat sich dagegen als Autor von Heimatkrimis einen Namen gemacht. „Die Zivildienst-Zeit war ein heilsamer Schock. Ich war bis dahin sehr intellektuell und hatte vom Leben keine Ahnung.“ Und Peter Vögele erzählt: „Wir waren auf den drei Stationen für Querschnittsgelähmte eingesetzt.“ Auch aus dem 70-Jährigen ist übrigens „etwas geworden“: der bekannte Bildhauer und Kunstschmiedemeister aus Seehausen hat gemeinsam mit dem 66-jährigen Rudi Hurzlmeier, seines Zeichens Cartoonist, Maler und Autor aus München, der allwöchentlich für die Süddeutsche Zeitung seine berühmten Karikaturen zeichnet, das Ehemailigen-Treffen organisiert. Wie das ablief und welche Erinnerungen ausgetauscht wurden, steht auf Seite 2 unserer aktuellen Ausgabe (vom 30.4.), auch als E-Paper erhältlich.   bf

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