Werdenfels-Gymnasiasten schnupperten am Marshall-Center "Weltpolitik"

Die Schüler haben jetzt eine Ahnung, wie sich das Leben als Politiker oder Diplomat anfühlt und bestritten hitzige Debatten im Auditorium. Foto: Karl-Heinz Wedhorn /Marshall Center

Hungersnöte, Finanzkrisen und Kriege. Das zu verhindern und eine Nation in eine bessere Zukunft zu führen, sind die wichtigsten Aufgaben von Politikern. Dass dies nicht einfach ist, haben Schüler der zehnten und elften Klasse des Werdenfels-Gymnasiums aus eigener Erfahrung erfahren. Sie folgten einer Einladung des George C. Marshall Centers und konnten drei Tage lang die Weltpolitik in die eigene Hand nehmen.

Die Simulation POLIS (Politik und internationale Sicherheit) wurde zusammen mit Bundeswehr Jugendoffizieren aus München bereits zum vierten Mal in der deutsch-amerikanischen Bildungseinrichtung durchgeführt. Die Experten Martin Schröter und Martin Scherer reisen normalerweise auf Einladung der Schulen durch Oberbayern und führen dort die Simulation durch. „Das internationale Flair am Marshall Center und die modernen Hörsäle haben auf die 54 Schüler natürlich noch beeindruckender gewirkt, als ein Klassenzimmer“, sagt Hauptmann Scherer. „Die Gruppe war sehr motiviert und hat sich schnell in den politischen Tagesablauf eingliedern können.“ Nachdem ausgelost worden war, wer in welchem Land „regieren“ darf, konnten sich die „Politiker auf Zeit“ die Ämter untereinander einteilen. „Von Presse über Hilfsorganisationen bis hin zu allen nötigen Ministerposten musste alles besetzt werden. Länderwünsche wurden dabei nicht berücksichtigt, da man sich im echten Leben ja auch nicht aussuchen kann, wo man geboren wird“, erklärt Scherer das Prinzip. Vertreter der Weltbank und der Vereinten Nationen observierten das Geschehen und versuchten helfend einzugreifen. „POLIS kommt bei den Schülern immer sehr gut an“, erzählt Dr. Ralf Roloff, deutscher Dozent am Marshall Center. „Es zeigt eindrucksvoll, dass Politik und Diplomatie kein leichtes Geschäft ist. Es wird aber auch deutlich, dass es leichter ist, Konflikte zu bearbeiten und zu besprechen, als mit Kriegen und Embargos darauf zu reagieren. So ist es am Ende der Simulation sehr einfach den Schülern zu erläutern, welche Ziele wir am Marshall Center verfolgen. Nämlich die Friedensicherung durch gegenseitiges Verständnis.“ Am meisten beeindruckt hat Dr. Roloff, wie sehr sich die einzelnen Akteure während der Simulation veränderten. „Anfangs stehen eher unsichere Präsidentinnen und Präsidenten vor dem Auditorium und bereits am zweiten Tag führen sie selbstbewusst hitzige Debatten. Eventuell kommt ja ein zukünftiger Politiker oder Diplomat aus dem Werdenfelser Land? Das Zeug dazu haben sie jedenfalls.

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