Werdenfelser Werkstätten

Tag der offenen Tür

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Neu im Angebot: eine perfekte Relax-Liege. Werkstattleiter Peter Pfeiffer (links) und Produktion- und Marketingleiter Jörg Hibler testen diese schon einmal ausgiebig!

GAP - Der “Tag der offenen Tür” der Werdenfelser Werkstätten ist seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Am Samstag, 13. Mai ist es wieder soweit. Die Einrichtung der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE) an der Dompfaffstraße 3 lädt zwischen 11 und 17 Uhr zur Besichtigung und zum Aufenthalt mit einem großen Rahmenprogramm ein. “Für die ganze Familie” heißt auch heuer das Motto, denn bei diesem Fest kommen alle Altersschichten auf ihre Kosten.

“Es soll auch ein Tag der Begegnung und Information sein”, betont Werkstattleiter Peter Pfeiffer. “Wir freuen uns neben unserer täglich gelebten Inklusion innerhalb der Werdenfelser Werkstätten ganz besonders immer auf diesen “Tag der offenen Tür”, der gut und gerne jährlich 2000 Menschen und mehr anzieht. Denn dabei kommen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen und können sich austauschen. Daher ist dieser Tag auch bei schlechterem Wetter bei der Bevölkerung sehr beliebt!” KJE-Vorsitzender Alfred Heinle war es, der bereits im Jahre 1972 die Initiative ergriff, einen Verein gründete und aus den bescheidenen Anfängen heraus die kontinuierliche Weiterentwicklung bis zum aktuellen heutigen Bau eines neuen Wohnheimes an der Dompfaffstraße vorantrieb. Die “Werdenfelser Werkstätten” mit über 200 Beschäftigten sind somit ein Herzstück dieser sozialen Einrichtung, zu der noch die Heilpädagogischen Tagesstätten mit Kinderhort, Wohnhäuser, die offenen Hilfen und der Integrationskindergarten mit Kinderhort zählen.  

 Vielfältiges Rahmenprogramm

Biergarten, Slackline, Hüpfburg: Allein diese Begriffe sagen schon viel über die Möglichkeiten des Tages aus. “Eben für die ganze Familie”, meint Peter Pfeiffer. Und damit nicht genug. In diesem Jahr spielt wieder die bekannte und beliebte Neuneralm-Musi aus Grainau zur Unterhaltung auf, eine Kletterwand und Hockeytorwand dürfte wieder großen Anklang gerade bei den jüngeren Besuchern finden. Ein Biergarten lädt zum Verweilen und Ratschen ein, währenddessen sich der Familiennachwuchs an den Spielgeräten beschäftigen kann. Und wie gewohnt, gibt`s wieder Herzhaftes vom “Würschtlmo” oder wer auf Süßes steht, findet bestimmt seine Wunschtorte am großen Kuchenbuffet. Bunt und ansprechend ist somit das Programm für die ganze Familie. Nicht zu vergessen, dass auch der Verein der Werdenfelser Kleintierzüchter bei passendem Wetter eine lehrreiche Kleintierschau mit ganz besonderen Brahma-Hühnern anbietet. Wer es von den Kids etwas ruhiger schätzt, der ist beim “Kinderschminken” willkommen. Also viele Möglichkeiten, den Tag ausgefüllt bei den “Werdenfelser Werkstätten” zu verbringen. “Wir schätzen die entspannte, gemütliche Atmosphäre bei den Begegnungen”, weiß Abteilungs- und Marketingleiter Jörg Hibler.  Und es freut ihn besonders, dass es Leute wie Claus Berger, die Familie Kappelmeier oder Michael Bader gibt, die seit Jahren genau wie die Musikanten viel Einsatz zeigen und ein Herz für die Arbeit der KJE haben. Und was Peter Pfeiffer in diesem Zusammenhang besonders betont: “Wir wollen ein bayerisches, familienbetontes Fest, alles ist so aufeinander abgestimmt!”  

 Stündliche Führungen durch die Einrichtung  

 Auch Hibler schätzt den “Tag der offenen Tür” als “entspanntes Begegnungsfest”. Und um den Besuchern einen Überblick über die verschiedenen Bereiche der Einrichtung zu vermitteln, bieten die “Werdenfelser Werkstätten” stündliche Hausführungen durch alle Produktionsstätten an. Denn dem langgezogenen Flachbau sieht man zumindest von der Straßenfront nicht unbedingt an, was alles in ihm steckt. Gleich neben dem Eingang findet sich der gut sortierte Werkstattladen. Auch hier sind mit Conny und Philipp zwei Menschen mit Behinderung bei der Beratung und im Verkauf tätig.  Ein Rundgang verdeutlicht das Angebot von Holz-Spielwaren, Geschenkartikeln und Produkten für Haushalt, Küche und Garten. Diese zu einem großen Anteil aus dem Werkstoff “Holz” bestehende Ware wurde auch ausschließlich von Menschen mit Behinderung gefertigt. In der Schreinerei, sie verarbeitet im Übrigen überwiegend Holz aus heimischen Wäldern, entstehen viele Standard- und Saisonartikel. Ob nun “Klassiker” wie Blumenkästen, Briefkästen, Vogelhäuser und Schemel aller Art – das Produktionsfeld ist fast unerschöpflich. Und die Verantwortlichen sind immer wieder bestrebt, neue Produkte zu etablieren. Wie etwa eine Relax-Liege, die mit dem Wellness-Trend einhergeht und bestimmt seine Anhänger finden wird. Anschließend finden sich die Räumlichkeiten der Weberei. Hier werden von Menschen mit Behinderung Schafwoll- oder Fleckerlteppiche nach Wunschgrößen angefertigt. Auch diese Produkte finden sich dann zum Kauf im Werkstattladen. Und dieser will alles andere als ein “Mitgefühlsladen” sein. “Denn was hier angeboten wird, ist Top-Qualität”, verdeutlicht Hibler.  Im großen Montagebereich der Einrichtung, sie bietet eine komplette industrielle Fertigung, werden auch Aufträge von Firmen erfüllt. Dazu gehören die Tätigkeiten Fräsen, Drehen, Nieten, Bohren und Stanzen, wie auch das Verpacken, Sortieren, Falten, Kuvertieren, Kleben und vieles mehr. Neben einem Hauswirtschaftlichen Dienst, der für die interne Verteilerküche und die Sauberkeit im Haus zuständig ist, gibt es noch mit der Wäscherei eine sehr wichtige Sparte. Das Leistungsspektrum umfasst neben dem Waschen und Mangeln auch das Bügeln, Pressen und Toppen der Wäsche. Und nicht nur Privatleute zählen zu den zufriedenen Kunden der Einrichtung: Zahlreiche Hotels, Gästehäuser, Betriebe und Arztpraxen schätzen den umfangreichen Service der “Werdenfelser Werkstätten”. Somit können bei dieser Führung durch die Einrichtungen des Hauses die Besucher vom “Tag der offenen Tür” viel mit nach Hause nehmen. “Denn immer noch gibt es selbst Garmisch-Partenkirchner, die wenig von der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe mit ihren Einrichtungen wissen”, gibt Hibler zu bedenken. Die Führungen geben also viel Einblick in die fruchtbare Arbeit der “Werdenfelser Werkstätten. “Und mancher wird nach einem Rundgang das Haus mit anderen Augen sehen”, verspricht Peter Pfeiffer, der bereits 22 Jahre in Diensten der KJE steht. Somit hat sich mit den Werkstätten ein “professioneller und funktionierender Sozialwirtschaftsbetrieb” geschaffen, der sich am heimischen Markt bewährt und behauptet! Wenn Sie nunmehr die Arbeit der hier beschäftigten Menschen mit Behinderung unterstützen wollen, schauen Sie am Samstag, 13. Mai zwischen 11 und 17 Uhr vorbei. Das gesamte Team wird sich darüber freuen. Und mit einem Einkauf im Werkstattladen oder durch Nutzung der vielfältigen Dienstleistungen kann jedermann zusätzlich die soziale Einrichtung unterstützen – das ganze Jahr über!

Einrichtung seit kurzem erweitert   

“Zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehören neben Geborgenheit, Liebe und Achtung auch die Anerkennung. Entscheidend dafür ist auch die Teilhabe an der Arbeitswelt”, sagte der 1. Vorsitzende der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe, Alfred Heinle, anlässlich der Einweihung der neuen, 500 Quadratmeter großen Betriebsstelle Ende März im einstigen “Kaufhaus X”. Diese als “WW Zentral” bezeichnete Betriebsstelle der “Werdenfelser Werkstätten” bietet für 20 Menschen mit psychischer Behinderung Arbeitsplätze in fünf verschiedenen Arbeitsfeldern. “Ein Traum ist wahr geworden”, hieß es bei der Einweihungsfeier am 17. März von Werkstattleiter Peter Pfeiffer und Ronald Kühn, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, betonte: “Es ist das Ziel der KJE, “die Grenze zwischen normaler Arbeitswelt und geschützter Arbeitswelt fließender zu gestalten.” Mit dieser Außenstelle an der Hauptstraße, sie dient auch der Entlastung der Gebäude an der Dompfaffstraße, ist die KJE ihren Zielen wieder ein Stück näher gekommen – getreu dem Motto: “miteinander – füreinander”.  

 Ständige Qualitätssicherung  

 Seit dem Jahre 2007 sind die “Werdenfelser Werkstätten” mit einem Qualitätsmanagementsystem nach der DIN EN ISO 9001 sehr erfolgreich und für alle ihre pädagogischen und produktiven Prozesse zertifiziert. Alle drei Jahre werden die notwendigen Kriterien durch die Zertifizierungsstelle Technische Akademie Wuppertal überprüft (TAW Cert) überprüft und per Zertifikat bestätigt. “Wir wollen mit Qualität überzeugen. Und dies gelingt gut mit unseren Menschen mit Behinderung”, sagt Peter Pfeiffer. Dass es passt bei den “Werdenfelser Werkstätten” beweist auch die hohe Zufriedenheit bei den beschäftigten Betreuten und beim Personal! Eine ständige Qualitätskontrolle ist auch bei der Wäscherei  Standard. “Und diese Standards liegen bei Wäschereien sehr hoch- ob Privat-, Hotel- oder Dialyse-Wäsche”, betont Hibler. Die RAL Hygienezeugnisse RAL-GZ 992/1-3 stehen für Objekt- und Haushaltswäsche, Krankenhauswäsche und Wäsche aus Lebensmittelbetrieben, sowie Hotelwäsche. Somit gibt es sehr viele Gründe, Wäsche den “Werdenfelser Werkstätten” anzuvertrauen.

Von Klaus Munz

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