Wintersport auf dem Eis – Toller Pond Hockey Cup auf dem Riessersee

Die AH des SC Riessersee mit Michi Raubal (vorn) gewannen gegen den EHC München in der Vorrunde mit 2:0. Fotos (2): Titus Fischer

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TITUS FISCHER, GAP – Es war ein Traumwochenende auf dem Riessersee in Garmisch-Partenkirchen, wo zum zweiten Mal der Pond Hockey Cups ausgetragen wurde: Das Werdenfesler Land zeigte sich von seiner besten Seite: Verschneite Berge und Sonnenschein pur, kalte Temperaturen – Winter wie er schöner kaum sein könnte. Viele Zuschauer nutzten das tolle Wetter, um den knapp 80 Mannschaften auf dem zugefrorenem See zuzuschauen. Auf den zehn Plätzen von je 30 mal 20 Metern, die die fleißigen Helfer präpariert hatten – nach dem ersten Spieltag am Samstag arbeiteten sie bis nach Mitternacht (zu diesem Zeitpunkt war die Pond Hockey Party im Seehaus des Riessersee Hotels noch in vollem Gange) – wurde um jeden Quadratzentimeter Eis gekämpft. Eine Begegnung bei vier gegen vier dauerte zwölf Minuten. Diverse Größen des schnellsten Mannschaftssports der Welt ließen es sich nicht nehmen dabei zu sein: Unter anderem Hans Zach, Peter John Lee, René Bielke, Andreas Bayless (Söhne Mannheim), Jochen Reimer, Martin Schymainski, Didi Hegen, Sepp Lehner oder Christina Fellner. Sie alle hatten großen Spaß. Bei den Profis (Teams mit mind. einem Spieler, der in den vergangenen beiden Jahren lizenziert war), setzten sich am Ende überraschenderweise die Geronimo Starts, eine Mannschaft aus Spielern aus der Starnberger Region durch. Seit der ehemalige Vorsitzenden des ESC Starnberg, Markus Nirschl, 1991 aus einer Protestaktion eine Eishockeymannschaft gründete, zieht diese nun um die Welt und spielt an den exotischsten Plätzen Eishockey. Nach dem Sieg im Halbfinale über die AH des SC Riessesee bezwangen sie im Finale die Eisbären Berlin mit einem Treffer nach fünf Sekunden in der Verlängerung. Diese „Sudden Death“-Regel, die das Spiel entschied, war kurz zuvor im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen worden. Grund war der Flieger der Berliner, den sie in München noch erreichen mussten. Bei den Amateuren siegte das Team vom HC Castenfelder. Die Südtiroler, alles ehemalige Spieler des HC Neumarkt aus der zweiten italienischen Liga, hatten sich im Halbfinale gegen die „Reindls“ durchgesetzt. Im Finale gewannen sie gegen das Team Reebock-ccm Selects um Tobias Abstreiter, das im Semifinale die Ohlstadt Chiefs entthront hatte. Am Ende durfte sich der Titelverteidiger noch über Rang drei freuen. Dabei sah es ein paar Wochen vor dem Turnier zwischenzeitlich nicht danach aus, als ob der Cup überhaupt stattfinden könnte. Es war zu warm, dann kalt, aber mit viel Schnee. Wie sollte das Eis rechtzeitig hergerichtet werden? Ein Team vom Riessersee Hotel packte mit an und vor allem den unermüdlichen Helfern der ortsansässigen Agentur Alpin Convention ist es zu verdanken, dass es den 2. DEB Pond Hockey Cup auf dem Riessersee gegeben hat. Sie schafften Schnee vom Eis, hobelten und wässerten solange, bis es gutes Eis war. Außerdem mussten Absperrgitter aufgestellt, Banner angebracht, Spielfelder abgesteckt und Hinweis- schilder aufgehängt werden. Während der Veranstaltung mussten Ergebnisse eingetragen und Paarungen neu gelost werden. Am Ende hatten ihren verdienten Anteil am erfolgreichen Pond Hockey-Wochenende: – die Helfer, ohne die es nicht gegangen wäre, – die Aktiven, die das Event mit so viel Leben gefüllt haben und – die Zuschauer, die ein Wochenende Eishockey live und hautnah erleben konnten. Mit dabei war auch Franz Reindl, der Sportdirektor des Deutschen Eishockeybundes. Titus Fischer hat sich mit ihm unterhalten. Franz Reindl, der 2. Pond Hockey Cups ist Geschichte, wie fällt das Fazit des Sportdirektors des DEB aus? Franz Reindl: Absolut positiv. Es war ein tolles Turnier. Die Bedingungen hätten nicht besser sein können. Traumhaftes Wetter eine tolle Stimmung, super Eis und packende Spiele. Eishockey pur in der Natur. Sie waren hier auf dem Riessersee, wo Sie selber vor vielen Jahren das Eishockeyspielen erlernt haben, gleich für zwei Mannschaften im Einsatz . . . Reindl: Ja, das stimmt, ich spielte für die DEL-Allstars und für die Reindls. Leider hat es mit beiden nicht zum Titel gereicht. Aber es hat mir großen Spaß gemacht. Man hat aber bei den verschiedenen Mannschaften gemerkt, dass der Ehrgeiz groß ist und keiner gerne verliert. Wird es im kommenden Jahr eine Neuauflage der Veranstaltung auf dem Riessersee in Garmisch-Partenkirchen geben? Reindl: Das kann ich nun noch nicht sagen. Wir müssen in den kommenden Tagen Bilanz ziehen. Es ist mit einer solchen Veranstaltung immer ein sehr großer Aufwand verbunden. Zig Helfer, ohne die das ganze nicht möglich wäre. Natürlich gibt es darüber hinaus auch Kosten, die sich im fünfstelligen Bereich befinden.

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