Wochenbettambulanz soll Hebammenhilfe effizienter organisieren

Hebammenservice erweitert

Hebammenservice
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Stephanie Wimmer (Landratsamt) und Angela Nieting (Kreissprecherin der Hebammen) stellen die neue Einrichtung vor.

Landkreis – „Ich bin bis Februar 2022 terminlich ausgebucht“, sagt Familiengesundheitshebamme Angela Nieting. Als Kreissprecherin der Hebammen weiß sie, dass es bei ihren Kolleginnen ähnlich ausschaut. Und was ist, wenn eine von ihnen krank wird, Urlaub hat, die eigenen Kinder oder ein Angehöriger Pflege brauchen?

„Wir sind 18 Hebammen im Landkreis, die freiberuflich, teils reduziert arbeiten beziehungsweise in Teilzeit auch noch im Klinikum angestellt sind. Die Kapazitäten sind einfach begrenzt“. Dabei ist die Betreuung durch eine Hebamme während der Schwangerschaft und auch danach gesetzlich geregelter Anspruch und unglaublich wichtig bei der geburtshilflichen Versorgung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Hebammenhilfe während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Die Aussicht, eine Hebamme zu finden, mit ihr einen Behandlungsvertrag abzuschließen, ist allerdings gering. Frühzeitiges Anmelden gilt als Chance. Was aber machen die Frauen, die das nicht wissen oder versäumt haben? Genau hier setzt das neue Angebot des Gesundheitsamtes im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen an. „Wir haben aus dieser Notsituation heraus gehandelt“, sagt Stephanie Wimmer. Sie leitet die neue Koordinierungsstelle, die mit einer Wochenbettambulanz des Hebammenservices zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Hebammenvermittlung ist.

Ziel ist es, die Hebammenhilfe effizienter zu organisieren. „Für Schwangere, Mütter und Väter sind wir zentraler Ansprechpartner, für Hebammen bieten wir Unterstützung im Bereich Versorgungsorganisation, Vernetzung und Fortbildung“, erklärt die Fachfrau das Profil der neuen Koordinierungsstelle. Wer also nach einem geeigneten Geburtsvorbereitungskurs, einer Wochenbettbetreuung oder verschiedenen Kursen nach der Schwangerschaft sucht, bekommt hier Unterstützung. Je einmal wöchentlich, an unterschiedlichen Tagen, zu verschiedenen Zeiten, gibt es Beratungen an drei zentralen Stellen im Landkreis. In Garmisch-Partenkirchen wurde dafür in der alten Villa – Gebäude E – hinter dem Neubau des Landratsamtes ein Zimmer neu eingerichtet. In Murnau und Oberammergau wird der Service in Hebammenpraxen angeboten.

Die Idee dahinter: wer es am Sprechtag nicht nach Garmisch-Partenkirchen schafft, fährt nach vorheriger Anmeldung eben an einem anderen Tag nach Murnau oder Oberammergau. „Die jeweilige Dokumentation bekommen die Frauen mit“, sagt Nieting, die sich die Dienste in der Olympiastraße mit drei weiteren Kolleginnen teilt. Im Kreisort und Murnau ist der Hebammenservice bereits gut angenommen worden. In Oberammergau ist er inzwischen ebenfalls gestartet.

„Bei einer Zoom-Konferenz haben wir das Konzept der neuen Wochenbettambulanz auch den Kinderärzten im Landkreis vorgestellt. Sie haben die Initiative absolut begrüßt“, erklärt Wimmer. Jetzt muss sich die neue Einrichtung unter Schwangeren und Eltern nur noch rumsprechen.

Faltblätter in Russisch, Türkisch, Arabisch und Französisch liegen vor, denn auf Englisch können sich die Hebammen meist gut verständigen. Weitere Flyer werden gedruckt und sollen an zentralen Stellen ausliegen. Eine Anmeldung für die Wochenbettambulanz des Hebammenservices ist unbedingt erforderlich.

Kontakt: Stephanie Wimmer, Montag, Mittwoch, Freitag von 10 -12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 14 – 16 Uhr

Landrats­amt Garmisch-Partenkirchen / Gesundheitsamt Partnachstraße 26, Tel 08821 751525, Fax 08821 751526, Hebammenservice@LRA-GAP.de

• Murnau: jeden Dienstagvormittag, Hebammenpraxis Weber im Johannishof, Johannisstraße 8

• Oberammergau: jeden Mittwochnachmittag, Hebammenpraxis Feldmeier, Am Weinberg 6

• Garmisch-Partenkirchen: jeden Freitagvormittag, Gebäude E Landratsamt, Olympiastraße 10 sm

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